Start Aktuelles Fukushima aktuell: Taifunregen führt zu Fehlalarm am AKW

Fukushima aktuell: Taifunregen führt zu Fehlalarm am AKW

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 1: Eine Woche nach der Katastrophe (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 1: Brennelemente-Suche verlief erfolglos (Symbolfoto: TEPCO)

Auch wenn es sich nur um Regenwasser handelt – die vom leckgeplagten AKW Fukushima heute gemeldeten Auswirkungen des Taifuns, dürften den Betreiber TEPCO durchaus Nerven gekostet haben. Starke Nerven brauchte offenbar auch die Industrieministerin, als sie ein scharfes Zeichen der Ablehnung von AKW Neustarts erhielt. Details der Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 6. Oktober 2014.

Unsere Themen zum Wochenbeginn:

  • Taifun Phanfone hat Auswirkungen am AKW Fukushima
  • Drohbrief mit Teppichmesser-Klinge an Industrieministerin Obuchi
  • Umweltminister besucht Naraha

Taifun Phanfone hat Auswirkungen am AKW Fukushima: Am heutigen Montag löste gegen 10:59 Uhr ein Leckdetektor in einem Raum für elektrische Geräte auf der Südseite des Turbinengebäudes von Reaktor 1 einen Alarm aus. Bei einer Untersuchung wurde festgestellt, dass durch die schweren Niederschläge des Taifun das Regenwasser hineingelangt war und den Detektor ausgelöst hatte.

Um 11:07 Uhr gab es einen weiteren Alarm durch einen Leckdetektor, diesmal jedoch an einem Gebäude von Reaktor 3. Da die Strahlung dort jedoch sehr hoch ist, wurde eine visuelle Untersuchung durch eine Kamera durchgeführt. Diese ergab, dass keine Lecks an den dortigen Leitungen aufgetreten waren, sondern auch dort Regenwasser durch Luken hineingelangt war.

Um 12:30 Uhr durchgeführte Kontrollen von Reaktor 3, ergaben an keinem der entscheidenden Werte wie Wassereinspeisung, Durchflussrate oder Temperatur innerhalb der Abklingbecken irgendwelche Auffälligkeiten. Auch radioaktiv belastetes Wasser sei nicht in die Umwelt gelangt. Das berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO.

Der Taifun Phanfone war nicht mit voller Wucht auf die Kraftwerksanlage getroffen, sondern hatte sich bereits in Tokyo abgeschwächt. Bislang wurden zwei Todesopfer und drei vermisste Personen gemeldet, es gab Stromausfälle und Evakuierungen, der Zugverkehr wurde zeitweise eingestellt und die Suchmaßnahmen nach dem Ausbruch des Vulkans Ontake mussten unterbrochen werden.

Drohbrief mit Teppichmesser-Klinge an Industrieministerin Obuchi: Ein unbekannter Absender schickte Ende September einen Umschlag an Japans neue Industrieministerin Yuko Obuchi.

Enthalten war neben einem Protestschreiben gegen den Neustart des AKW Sendai (Präf. Kagoshima), auch die Klinge eines Teppichmessers. Dies berichtet die Kyodo und beruft sich dabei auf investigative Quellen.

Die Reaktoren des Kernkraftwerks Sendai gelten als aussichtsreichste Kandidaten für einen Neustart. Derzeit ist kein einziger der Reaktoren des Landes in Betrieb. Industrieministerin Obuchi, die ihr Amt erst im September antrat, hatte zuvor den Willen der Regierung zu AKW-Neustarts verdeutlicht.

Umweltminister besucht Naraha: Am Wochenende besuchte Umweltminister Yoshio Mochizuki die Ortschaft Naraha (Präf. Fukushima) um sich  ein Bild von der Situation vor Ort zu machen. Dort sollen in einem Zwischenlager radioaktiv belastete Abfälle, die bei der Dekontamination der Präfektur angefallen sind, eingelagert werden.

Zwischenlager sind auch in den Ortschaften Okuma und Futaba geplant. Über den Besuch des Ministers berichtete die Kyodo. Allerdings trennt ein Teil der örtlichen Verwaltungen die Bauerlaubnis für Zwischenlager von einer Nutzungserlaubnis, so dass selbst nach Fertigstellung der Anlagen die tatsächliche Einlagerung dort nicht automatisch erfolgen wird.

 

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