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Fukushima aktuell: Tausendfache Protokollfehler bei AKW in Nachbarpräfektur

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Artikelbild - Lage der Präfektur Miyagi (Grafik: pd)
Präfektur Miyagi: Mängel an Sicherheitsprotokollen eines AKW (Grafik: pd)

Ein AKW in der Nachbarpräfektur Miyagi zeigt, dass neben der Anlage in Fukushima heute auch weitere Kernkraftwerke in Japan problematisch bleiben. Dennoch gibt es natürlich auch direkte Fukushima News im Spreadnews Japan-Ticker vom 4. Februar 2015.

  • Über 4.000 Fehler in Protokollen des AKW Onagawa
  • Hintergrund zu Zwischenlagerversuch
  • TEPCO führt weitere Verklappung durch
  • TEPCO zahlt Entschädigung in Hotspot-Gebieten

Über 4.000 Fehler in Protokollen des AKW Onagawa: Nach erneuter Prüfung von Sicherheitsprotokollen auf Druck der Atomaufsichtsbehörde NRA, musste ein AKW-Betreiber zahlreiche Mängel einräumen.

Demnach wurden am AKW Onagawa (Präf. Miyagi) ab August 2011 insgesamt 4.188 Fehler in Prüfungsprotokollen gemacht. Hierzu zählen sogar Einträge, die „Problemfreiheit“ für Teile von Reaktor 2 bestätigen, die überhaupt nicht existieren – etwa eine „problemfreie“ Ventilsicherung für ein nicht existentes Ventil.

Der Betreiber Tohoku Electric hatte die Protokolle geprüft, nachdem die Atomaufsichtsbehörde NRA nachlässige Inspektionen bemängelt hatte. Nun sollen auch die Protokolle für die Reaktoren 1 und 3 erneut durchgesehen werden.

Das Unternehmen entschuldigte sich für die entstandene Besorgnis, versicherte, die inkorrekten Einträge hätten keine Sicherheitsprobleme zur Folge, strebt jedoch weiterhin einen Neustart des Kernkraftwerks an.

Das AKW Onagawa liegt etwa 100 Kilometer nördlich der Kraftwerksanlage Fukushima Daiichi. Über die Mängel berichtete die NHK.

Hintergrund zu Zwischenlagerversuch: Der Beginn der Arbeiten an einem Zwischenlager in der Präfektur Fukushima am gestrigen Dienstag, ist für die Regierung ein erster Fortschritt auf diesem Gebiet.

Schwarze Säcke mit radioaktiv kontaminiertem Material (Foto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)
Präfektur Fukushima: Versuchsweise Zwischenlagerung vorbereitet (Foto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)

Doch selbst mit dem Einverständnis der Unternehmen für die Nutzung ihrer Industriegelände, können lediglich zwei Prozent der benötigten Gesamtfläche gedeckt werden.

Wenn die Vorbereitungen auf dem Gelände abgeschlossen sind, sollen versuchsweise über den Zeitraum eines Jahres etwa 43.000 Kubikmeter an kontaminierten Abfällen dorthin transportiert werden.

Die gesicherte Lagerfläche umfasst mit 60.000 Quadratmetern etwa 70 Prozent der Industriegelände in Futaba und Okuma, die gemeinsam etwa 440.000 Quadratmeter umfassen.

Die Mehrheit der Unternehmen, die ihr Gelände dort zur Verfügung stellen, stammen aus Maschinenbau und pharmazeutischer Industrie.

Die Bereitschaft zum Abritt der Fläche für die Zwischenlager ist auch darauf zurückzuführen, dass die Firmen befürchten, aufgrund der Kundenängste vor radioaktiver Kontamination selbst nach einer Wiederaufnahme des dortigen Betriebs, keine Gewinne erzielen zu können.

Bislang sind acht der 13 Unternehmen, die über Grundstücke im Inudstriegelände verfügen, zum Verkauf an die Regierung bereit. Über die Hintergründe zum ersten Zwischenlagerversuch berichtete die Asahi Shimbun.

TEPCO führt weitere Verklappung durch: Am heutigen Mittwoch leitete Kraftwerksbetreiber TEPCO erneut Grundwasser aus den Bergen in den Pazifik um. Im Rahmen der Maßnahme zwischen 10:04 Uhr und 16:52 Uhr, wurde eine Gesamtmenge von 1.679 Tonnen verklappt. Nach Betreiberangaben gab es dabei keine Komplikationen.

TEPCO zahlt Entschädigung in Hotspot-Gebieten: Kraftwerksbetreiber TEPCO einigte sich über ein Vermittlungszentrum mit einer Gruppe von 61 Klägern auf die Zahlung von 420 Millionen Yen.

Japan: Japanische Yen-Banknoten (Foto: pd)
TEPCO zu Entschädigungszahlung in Millionenhöhe bereit (Symbolfoto: pd)

52 der Kläger stammen aus Gebieten der Gemeinde Minamisoma, die aufgrund von Bereichen mit erhöhter Strahlung („Hot Spots“) einen Sonderevakuierungsstatus haben.

Im Fall von neun Klägern, deren Gebäude an die Zone mit Hot Spots angrenzt, lehnt das Unternehmen jedoch eine Zahlung ab. Doch die Kläger wollen es nicht dabei belassen, sondern lehnen ihrerseits die Zahlung ab, bis TEPCO jeden Kläger entschädigt hat.

Bereits im Dezember vergangenen Jahres, lehnte das Unternehmen die Zahlung von Entschädigung von Eigentumsschäden an Bürger außerhalb der Evakuierungszone ab. Über die Bereitschaft, Bürger in Hot Spot Gebieten zu entschädigen, berichtete die Mainichi Shimbun, sowie Präfekturmedien.

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