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Fukushima aktuell: Technologische Hilfe für kontaminierte Wasserreservoirs naht

Cäsiumbelastete Sedimente der Wasserreservoirs in Fukushima werden wieder Thema

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Artikelbild - Gebäude des AIST (Foto; hiroshikato cc-by)
Wissenschaftler des AIST entwickeln Technologie zum Einsatz in Fukushima (Symbolfoto; Wikimedia Commons, hiroshikato cc-by)

Technologischer Fortschritt ist für die Bewältigung der Probleme in der Präfektur Fukushima heute noch wichtiger, als zu Beginn der Krise. Die aus Japan aktuell gemeldeten Fukushima News zeigen dies wieder einmal deutlich.

Denn auch wenn die jüngste Entwicklung die Krise nicht von heute auf morgen löst, ist sie ein Schritt in die richtige Richtung. Einzelheiten gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 20. März 2018.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Neue Technologie zur Strahlungskontrolle in Bewässerungsanlagen
  • Notkühlübung für Abklingbecken von Reaktor 3
  • Milliardenklage gegen TEPCO kommt aus den USA
Neue Technologie zur Strahlungskontrolle in Bewässerungsanlagen

In den vergangenen Jahren waren stark cäsiumhaltige Sedimente am Boden von Brunnen für landwirtschaftliche Bewässerung, Staudämmen und ähnlichen Vorrichtungen immer wieder ein Thema.

Auch wenn die Behörden mehrheitlich die Harmlosigkeit der Ablagerungen betonten, wurde die Dekontamination der Wasserreservoirs ein Teil des offiziellen Plans und Kritiker blieben angesichts der Sedimente weiterhin skeptisch.

Einig war man sich jedoch darüber, dass der Aushub der radioaktiv belasteten Schichten aufwändig wäre und zum aufwirbeln des Materials führen würde, das als Teil des radioaktiven Fallouts nach den Kernschmelzen freigesetzt worden war.

Gestern gab das Nationale Forschungsinstitut für Industrietechnik (AIST) in Tsukuba (Präf. Ibaraki) bekannt, dass man eine Vorrichtung entwickelt habe, mit der sich der Grad der Radioaktivität in den Sedimenten bestimmen lasse, ohne Proben entnehmen zu müssen.

Das etwa 1,5 Meter lange Rohr kann Gamma-Strahlung, wie sie von Cäsium freigesetzt wird, bis zu 50 Zentimeter tief nachweisen, wenn es direkt in den Boden gesteckt wird.

Das zwei Kilo schwere Gerät ist außerdem mit einer Batterie, einem GPS-Sender und WiFi ausgestattet, so dass die Daten kabellos an ein Tablet oder Smartphone übertragen werden und auf diese Weise innerhalb von zehn Minuten zur Verfügung stehen.

Ein Vergleich an drei Wasserspeichern habe gezeigt, dass die Messwerte ähnlich genau sind, wie bei der konventionellen Methode – eine Probe zu entnehmen und in einem Labor untersuchen zu lassen.

Durch die neue Technologie könnte man bei künftigen Versuchen zur Dekontamination somit zumindest diesen Arbeitsschritt deutlich vereinfachen. Das berichten Präfekturmedien.

Notkühlübung für Abklingbecken von Reaktor 3

Am heutigen Dienstag führte der Betreiber des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi auf der Anlage eine Übung durch, bei der die externe Kühlung des Abklingbeckens von Reaktor 3 mit einer Zementpumpe geprobt wurde.

Da im Februar die Überdachung an Reaktor 3 abgeschlossen wurde, kann das Wasser nicht durch Helikopter hineingekippt werden, so dass die Wasserzufuhr unterhalb der Kuppelkonstruktion durch das Pumpfahrzeug erfolgte.

Nach Angaben der Betreiberfirma TEPCO funktionierte auch diese Einspritzung vom Boden aus ohne Probleme. Das Unternehmen veröffentlichte einige Aufnahmen und versicherte, die Maßnahme könne auch im Notfall erfolgreich durchgeführt werden.

Über diese besondere Form der Katastrophenübung berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO.

Milliardenklage gegen TEPCO kommt aus den USA

Bereits am vergangenen Mittwoch reichten ein namentlich ungenanntes US-Unternehmen und etwa 2.000 US-Bürger eine Klage gegen das japanische Elektrizitätsunternehmen TEPCO ein und stellten Forderungen in Höhe von mindestens einer Milliarde US-Dollar.

Bei den Klägern handelt es sich um Teilnehmer der Hilfsmission „Operation Tomodachi“, die im Zuge der Tohoku-Katastrophen im März 2011 durchgeführt wurde. Sie fordern die Übernahme medizinischer Behandlungskosten aufgrund der Strahlungsbelastung.

Neben einem Ausgleich für die körperlichen Folgen des Einsatzes solle das Geld auch für die psychischen Nachwirkungen der Erfahrung entschädigen. Es handelt sich um die zweite Klage dieser Art, nachdem im Januar ein kalifornisches Gericht eine erste zurückgewiesen hatte.

Über die aktuellen Forderungen berichtete die Kyodo.