Start Aktuelles Fukushima aktuell: Teilweise Wiedereröffnung des J-Village

Fukushima aktuell: Teilweise Wiedereröffnung des J-Village

Sportstätte gilt als Symbol des Wiederaufbaus

1045
0
TEILEN
Artikelbild - J-Village Schild (Foto: Copyright by Andreas Teichert, DTRG e.V.)
J-Village: Sportanlage in Fukushima partiell wiedereröffnet (Foto: Copyright by Andreas Teichert, DTRG e.V.)

Mit der neuen Teileröffnung des J-Village erzielt die Verwaltung der Präfektur Fukushima heute zwar positive Schlagzeilen, doch für den AKW-Betreiber TEPCO sieht die Situation in Japan aktuell weniger erfreulich an.

Wie die Fukushima News zeigen, hat das Unternehmen offenbar beim Krisenmanagement aus Fehlern der Vergangenheit noch nicht ausreichend gelernt. Die Hintergründe gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 30. Juli 2018.

Unsere heutigen Themen zum Wochenbeginn:

  • Teilweise Wiedereröffnung des J-Village
  • Fukushima-Betreiber für Sicherheitsmanagment kritisiert
Teilweise Wiedereröffnung des J-Village

Mit einer Zeremonie wurde am Wochenende die Teileröffnung des J-Village festlich begangen. Das Sportgelände diente seit dem Ausbruch der AKW-Krise als Stützpunkt für die Arbeitskräfte am nahe gelegenen Kernkraftwerk Fukushima Daiichi.

Doch schließlich wurde die Räumung des J-Village beschlossen, um die Anlage wieder in ihren ursprünglichen Zustand zu versetzen. Nach einer ersten Dekontamination der Sportstätten im Jahr 2015 wurde 2016 mit der schrittweisen Räumung begonnen.

Die Arbeiten sollen im April kommenden Jahres abgeschlossen sein, so dass das J-Village wieder als Trainingsstätte für die japanischen Fußball-Nationalmannschaften in Vorbereitung auf die die Olympische Spiele 2020 zur Verfügung steht.

Die Verantwortlichen zeigten sich sehr zufrieden und so erklärte der Leiter des japanischen Fußballverbands sogar „Der Wiederaufbau des J-Village bedeutet den Wiederaufbau der Präfektur Fukushima“.

Angestellte sind sichtlich stolz über die zunehmende Begrünung der erforderlichen Rasenflächen und das Image als Vorzeigeprojekt für die Wiederbelebung der Region ist offensichtlich. Über die Teileröffnung berichteten jiji und Präfekturmedien.

Fukushima-Betreiber für Sicherheitsmanagment kritisiert

Der Elektrizitätsanbieter TEPCO sieht sich mit scharfer Kritik durch die Atomaufsichtsbehörde NRA konfrontiert, nachdem eines der Kernkraftwerke des Unternehmens bei landesweiten Sicherheitsübungen katastrophal durchfiel.

Die Tests fanden im Fiskaljahr 2017 statt. Die Grundannahme des fiktiven Szenraios war der Ausfall des Kühlsystems in einem Reaktor. Die Ergebnisse der Simulationen wurden vergangene Woche vorgestellt.

Während die beiden Kernkraftwerke in der Präfektur Fukushima immerhin noch durchschnittliche Bewertungen erreichten, scheiterte das AKW Kashiwazaki-Kariwa und erhielt die niedrigste Bewertung.

Wie bereits im Zuge der Fukushima-Krise, patzte TEPCO bei der Weitergabe von Informationen, die auf der neunstufigen Skala für Krisenfälle als wichtigste Punkt genannt wird.

Bei dem fiktiven Szenario wurden zwar am Kernkraftwerk Maßnahmen getroffen, jedoch nicht an den Hauptsitz des Unternehmens übermittelt. Ein ähnliches Versagen war bereits im Zuge der Fukushima-Krise aufgetreten, als Daten ignoriert oder nicht weitergeleitet wurden.

Mitglieder der NRA fanden scharfe Worte, so sei es unverzeihlich, dass ausgerechnet TEPCO, das die schwerste AKW-Krise Japans zu verantworten hat, bei einem solchen Tests derart katastrophal abschneide.

TEPCO plant den Neustart des AKW Kashiwazaki-Kariwa in der Präfektur Niigata und hat die offiziellen Sicherheitsvorgaben bereits erfüllt. Angesichts derartige Ergebnisse könnten jedoch deutliche vorbehalte bestehen.

Das berichtete die Kyodo.