Fukushima aktuell: Temperatur am Eiswall über den Gefrierpunkt gestiegen

Fukushima aktuell: Temperatur am Eiswall über den Gefrierpunkt gestiegen

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Artikelbild - Eiswallprojekt am AKW Fukushima; Start der Kühlmitteleinspeisung am 31. März 2016 (Foto: TEPCO)
Eiswallprojekt am AKW Fukushima: Start der Kühlung am 31. März 2016 (Foto: TEPCO)

Wie TEPCO vom AKW Fukushima heute meldet, hat die Taifunsaison zwar nicht für schwere Schäden, wohl aber für neue Probleme gesorgt, die ausgerechnet das Prestigeprojekt betreffen.

Die Hintergründe zu diesen aktuellen Fukushima News gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 2. September 2016.

Unsere heutigen Themen zum Wochenende:

  • Temperatur am Eiswall über den Gefrierpunkt gestiegen
  • Risiko von überlaufendem Grundwasser durch Eiswallprobleme
Temperatur am Eiswall über den Gefrierpunkt gestiegen

Wie der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi mitteilte, kam es bereits am gestrigen Donnerstag im Rahmen des Eiswallprojekts lokal zu einem ungewollten Anstieg der Temperatur über den Gefrierpunkt. TEPCO macht Wettereinflüsse hierfür verantwortlich.

Die Stürme der jüngsten Vergangenheit – darunter der Taifun Lionrock – hätten schwere Regenfälle mit sich gebracht, die den Gefrierungsprozess in einigen Bereichen der unterirdischen Barriere stören.

In einem Teilstück östlich von Reaktor 3 stieg die Temperatur von -1,5°Celsius über den Gefrierpunkt auf 1,4°Celsius. Noch gravierender war der Anstieg der Bodentemperatur südlich von Reaktor 4. Dort wurden 1,8°Celsius statt zuvor -5°Celsius gemessen.

Die lokale Temperatur war an diesen Stellen bereits vor dem eindringenden Regenwasser höher, als im übrigen Eiswall, so dass der Elektrizitätsanbieter nun fürchtet, die Barriere könnte in einzelnen Bereichen durch den verstärkten Grundwasserfluss geschmolzen sein.

TEPCO erklärte, man habe sich als Gegenmaßnahme zur Einspeisung eines chemischen Mittels in das Kühlsystem entschlossen, um den Gefrierungsprozess und die Aushärtung des Bodens zu beschleunigen.

Über die unangenehme Entwicklung berichteten neben der NHK auch Präfekturmedien.

Risiko von überlaufendem Grundwasser durch Eiswallprobleme

Trotz der Pumpmaßnahmen kam es im Zuge des letzten Taifuns zu einem Anstieg des Grundwasserpegels. Dieser scheinbar banale Umstand kann bei einem bestimmten Ausmaß auch zur Umweltgefährdung durch kontaminiertes Wasser führen.

Im Zuge des Taifuns Lionrock am 30. August stieg der Wasserpegel von zuvor 35 Zentimetern auf 28 Zentimeter unterhalb der Erdoberfläche.

Wie der Betreiber gestern erklärte, wäre trotzt des Abpumpens von 740 Tonnen Grundwasser bei einem zusätzlichen Niederschlag von 15 Zentimetern das kontaminierte Wasser aus dem Boden gelangt und in das Meer gespült worden.

Tatsächlich hatte man Glück im Unglück, denn von den bis zu 20 Zentimetern täglichem Niederschlag, die von den Meteorologen für die Region prognostiziert worden waren, gingen nur 5,5 Zentimeter am Kraftwerk nieder. Das berichtet die Asahi Shimbun.

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