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Fukushima aktuell: Temperaturprobleme bei Eiswallprojekt

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Artikelbild - AKW Fukushima: Gefriereinheit des Eiswall-Projekts am 30. April 2015 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Gefriereinheit des Eiswalls im April 2015 (Foto: TEPCO)

Während die Berichte vom AKW Fukushima heute wieder Negativmeldungen bedeuten, sind in der gleichnamigen Präfektur zumindest kleine Fortschritte erkennbar. Worum es sich bei den Fukushima News genau handelt, jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 6. Juli 2015.

Unsere Themen zum Wochenbeginn:

  • Technische Probleme bei Eiswall-Grundwasserbarriere
  • Tritiumanstieg bei Grundwasserumleitung
  • Mehrmonatige Verzögerung bei Freigabe von Naraha
  • Belastung nach Dekontamination in Bezirk von Kawamata-unbedenklich

Technische Probleme bei Eiswall-Grundwasserbarriere: Die Arbeiten an der geplanten Grundwasserbarriere um die Reaktoren 1 bis 4 laufen nicht wie erwartet, sondern kämpfen mit technischen Problemen.

Bei den Ende April begonnenen testweisen Vereisungsarbeiten an einem Teilstück der Strecke, gibt es offenbar Schwierigkeiten bei der ausreichenden Senkung der Temperatur.

Bislang wurde an 58 Rohren des unterirdischen Kühlsystems mit Gefrierarbeiten begonnen und an 18 Stellen Temperaturmessposten angebracht.

AKW Fukushima: Start des Eiswall-Testlaufs am 30. April 2015 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Start des Eiswall-Testlaufs am 30. April 2015 (Foto: TEPCO)

Dabei musste jedoch festgestellt werden, dass trotz der Arbeiten während der vergangenen zwei Monate, an 12 Standorten bislang nicht einmal der Gefrierpunkt erreicht werden konnte.

Stattdessen hätten die Messungen deutliche Temperaturdifferenzen von bis zu 30 Grad ergeben.

Während an einigen Stellen -20,9 Grad Celsius erreicht werden konnte, betrug die Temperatur westlich von Reaktor 4 dagegen +10,1 Grad und blieb somit seit Beginn der Arbeiten praktisch unverändert.

Außerdem wurde nach der Durchführung der Arbeiten eine unerwartete Änderung des Grundwasserpegels in der Nähe von Reaktor 1 entdeckt.

Wie Kraftwerksbetreiber TEPCO mitteilte, ist eine visuelle Kontrolle des Gefrierungsgrads im Boden nicht möglich, so dass man sich auf die Daten verlassen müsse.

Auch wenn die Testvereisung ursprünglich in einigen Wochen abgeschlossen sein sollte, ist unklar, wie lange es dauern wird, bis die Temperaturen ausreichend gesunken sind.

Im Rahmen des Eiswall-Projekts werden auf einer Strecke von 1,5 Kilometern etwa 1.551 unterirdische Rohrleitungen für ein Kühlmittelzirkulationssystem verlegt, das die umgebende Bodenschicht gefrieren und zu einer natürlichen Barriere gegen Grundwasser machen soll.

Über die Probleme berichteten der Kraftwerksbetreiber TEPCO, sowie Lokalmedien.

Tritiumanstieg bei Grundwasserumleitung: Wie Kraftwerksbetreiber TEPCO am Samstag mitteilte, war es bereits am vergangenen Dienstag an Messposten 10 zum Anstieg des Tritiumwerts auf 1.700 Becquerel pro Liter gekommen.

AKW Fukushima: Pumpe (li.) einer der Grundwasserbrunnen am 9. April 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Pumpe (li.) einer der Grundwasserbrunnen am 9. April 2014 (Foto: TEPCO)

Das liegt oberhalb des Grenzwerts von 1.500 Becquerel, so dass die Pumparbeiten zur Umleitung von Grundwasser umgehend gestoppt wurden.

Die Messwerte anderer radioaktiver Substanzen blieben unauffällig und an anderen Messposten wurden keine Änderungen der Tritiumwerte nachgewiesen.

Man beobachte die weiteren Entwicklungen, erklärte das Unternehmen.

Mehrmonatige Verzögerung bei Freigabe von Naraha: Während eines für die Medien offenen Treffens zwischen Vize-Industrieminister Yosuke Takagi und dem Bürgermeister von Naraha, gab ersterer die Verzögerung bei der Aufhebung des Evakuierungsbefehls für die Gemeinde bekannt.

Im Juni war ankündigt worden, Naraha solle die erste Sperrgebiets-Gemeinde werden, deren Evakuierung vollständig aufgehoben wird.

Der neue Termin ist nun der 5. September. Ursprünglich war die Freigabe der Gemeinde für Mitte August geplant.

Trotz der Dekontaminationsarbeiten und der seit April gültigen Erlaubnis, bereits in der Ortschaft bleiben zu können, gibt es noch Widerstände in der einstigen Bevölkerung.

Der Vize-Minister versicherte, die Regierung werde die Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs und medizinischer Behandlung in Naraha weiter vorantreiben, um diesen Zweifeln zu begegnen.

Über die Entscheidung berichtete die Kyodo.

Belastung nach Dekontamination in Bezirk von Kawamata unbedenklich: Am vergangenen Freitag wurde ein Zwischenbericht zur Dekontamination des Bezirks Yamakiya in der Ortschaft Kawamata (Präf. Fukushima) vorgelegt.

Dabei sprechen die veröffentlichten Zahlen für Erfolge der durchgeführten Maßnahmen vor Ort.

Ausgehend von einer täglichen Aufenthaltsdauern von sechseinhalb Stunden im Freien, würde eine jährliche Belastung von durchschnittlich 1,6 bis maximal 5,4 Millisievert auftreten.

Nach Angaben des Ausschusses liegen die Strahlungswerte in einem Bereich, bei dem nicht von einer Gesundheitsgefahr auszugehen sei.

Mit dem Abschluss der Dekontaminationsarbeiten in Yamakiya wird im Laufe des Jahres gerechnet. Dann sollen auch die landwirtschaftlichen Nutzflächen erfolgreich dekontaminiert sein.

Der Endbericht wird eine der Grundlagen für künftige Entscheidungen über die Aufhebung der Evakuierungsanordnung sein. Hierüber berichteten Präfekturmedien.

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