Fukushima aktuell: Temporärer Ausfall von Kühlsystem nach Ölleck

Fukushima aktuell: Temporärer Ausfall von Kühlsystem nach Ölleck

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 3: Aufnahme der Brennelemente im Abklingbecken am 4. August 2015 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Aufnahme von Trümmern im Abklingbecken am 4. August 2015 (Foto: TEPCO)

TEPCO meldet vom AKW Fukushima heute zwar keine besonderen Vorkommnisse, angesichts der Ereignisse vom gestrigen Tag dürfte sich das Unternehmen über etwas Leerlauf freuen.

Ausgerechnet ein Gerät zur Räumung von Trümmern hatte zum erzwungenen Stopp des Kühlsystems im Abklingbecken geführt. Die Details der Fukushima News und mehr zu dem, was in Japan aktuell sonst geschah, jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 4. September 2015.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Temporärer Ausfall von Kühlsystem nach Ölleck
  • Test von Dekontaminationsroboter durchgeführt
  • Tohoku-Opfer nach viereinhalb Jahren identifiziert

Temporärer Ausfall von Kühlsystem nach Ölleck: Am gestrigen Donnerstag kam es aufgrund eines Öllecks zum zeitweisen Stopp des Abklingbecken-Kühlsystems von Reaktor 3. Gegen 8:15 Uhr wurde das Kühlsystem vorübergehend abgeschaltet.

Ursache war ein Schaden an einem Hydraulikschlauch für schweres Räumgerät.

Dabei gelangte Öl in das Abklingbecken, so dass die Entfernung der Flüssigkeit und der damit verbundene Stopp des Kühlsystems erforderlich wurden.

Die Menge an ausgetretenem Öl liege unterhalb von 100 Milllilitern und sei innerhalb der Ölbarriere verblieben. Nach Angaben von TEPCO sei der Betrieb anderer Systeme nicht gefährdet gewesen.

Schließlich habe man das zugrundelegende Problem durch das Stoppen des Räumgeräts lösen und das Öl gegen 10:45 Uhr mit dem Einsatz von Adsorptionsmatten erfolgreich entfernen können.

Das Kühlsystem sei gegen 12:38 Uhr wieder in Betrieb genommen worden. Weitere Zwischenfälle seien nicht aufgetreten.

Mit einer Temperatur von 26,1 Grad nach Neustart des Kühlsystems, lag der Wert weit unterhalb des kritischen Werts von 65 Grad Celsius, so dass keine Gefahr für die 566 abgebrannten Brennelemente besteht.

Neben TEPCO berichtete auch die NHK über den Zwischenfall.

Test von Dekontaminationsroboter durchgeführt: Die Entwickler eines neuen Roboters haben seine Fähigkeit zur Dekontamination in höher gelegenen Reaktorbereichen einem ersten Test unterzogen.

Das Entwicklerunternehmen Toshiba testete das Gerät an einem Teilmodell eines Reaktors auf dem Gelände einer Industrieanlage in der Stadt Toyohashi (Präf. Aichi).

Durch den Einsatz von konzentrierten Hochdruck-Strahlen aus gefrorenen Kohlenstoffdioxidgranulat auf Wänden und sonstigen Flächen, wurde die äußere Schicht und die theoretisch dort befindlichen radioaktiven Substanzen abgetragen.

Aufgrund einer leiterartigen Struktur mit einer Sprühdüse können Bereich bis in acht Metern Höhe gereinigt werden. Da wenig über den Kontaminationsgrad in höheren Bereichen der Räume bekannt ist, kann auch mit neuen Erkenntnissen gerechnet werden.

Toshiba hofft, durch die Entwicklung zu einer verbesserten Dekontamination beizutragen und den gesamten Stilllegungsprozess beschleunigen zu können. Über den Test berichtete die NHK.

Tohoku-Opfer nach viereinhalb Jahren identifiziert: Wie die Präfekturpolizei Miyagi gestern mitteilte, konnte eine bislang nicht identifizierte Leiche anhand bürokratischer Mittel schließlich einem Opfer der Tohoku-Katastrophe zugeordnet werden.

Damit erfolgt die Identifikation viereinhalb Jahre nach dem Tohoku-Großbeben und des damit verbundenen Tsunami.

Den Erkenntnissen der Polizei zufolge handelt es sich um die sterblichen Überreste eines 63 Jahre alten Arbeitslosen. Die Leiche war im Mai 2011 an einem Brandort in Kesennuma zwischen verbrannten Trümmern entdeckt worden.

Der Mann lebte allein und die Familie hatte keine Vermisstenanzeige aufgegeben. Der Versuch, den Toten über seine Habseligkeiten, oder ein Phantombild zu identifizieren schlug fehl.

Erst als im Januar diesen Jahres eine Liste von Sozialhilfeempfängern erstellt wurde, die seit der Katastrophe keine Leistungen mehr beanspruchten, kam man ihm auf die Spur.

Ein DNA-Abgleich mit Hinterbliebenen lieferte schließlich den Beweis für die Identität des Toten. In der Präfektur Miyagi warten noch 16 weitere Leichen auf ihre Identifikation.

Über den Erfolg berichteten neben der Mainichi Shimbun und NHK auch Präfekturmedien.

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