Fukushima aktuell: TEPCO ändert angeblich Zielsetzung des Eiswall-Projekts

Fukushima aktuell: TEPCO ändert angeblich Zielsetzung des Eiswall-Projekts

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Artikelbild - AKW Fukushima: Beaufsichtigung der Eiswall-Entwicklung (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Überraschende Entscheidung um Eiswall (Foto: TEPCO)

Widersprüchliche Angaben zur Eiswall-Strategie, die aus Fukushima heute gemeldet werden, könnten auch die Grundlage für künftige Fukushima News bieten. Deutliche klarere Worte fand man in Japan aktuell im Fall des Beton-Sarkophags für Reaktoren.

Einzelheiten zu diesen Meldungen gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 20. Juli 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • TEPCO ändert angeblich Zielsetzung des Eiswall-Projekts
  • Sarkophag aus AKW-Stilllegungsplan gestrichen
TEPCO ändert angeblich Zielsetzung des Eiswall-Projekts

Im Bezug auf den weiteren Verlauf des Eiswall-Projekts gibt es offenbar Unklarheiten, die sich auf unterschiedliche Zielsetzungen bei der Durchführung der Maßnahme beziehen.

So berichten Präfekturmedien, am gestrigen Dienstag habe der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi deutlich gemacht, dass die vollständige Gefrierung des so genannten Eiswalls schwierig sei – und einen Kurswechsel angekündigt.

Statt der vollständigen Abschirmung von Grundwasser sei nun das Ziel, den Zufluss so weit wie möglich zu beschränken, da der ursprüngliche Plan technisch schwierig zu realisieren sei.

Kritiker bemängeln, nachdem das Unternehmen zuvor stets vollmundig erklärt habe, die vollständige Abschirmung der Reaktorgebäude vor Grundwasserzufluss sei der dritte Schritt im Eiswall-Plan, könnten sich die Menschen nun getäuscht fühlen.

Der plötzliche Positionswechsel von TEPCO könne sogar die Rückkehrbereitschaft von früheren Bewohnern freigegebener Sperrgebietsgemeinden negativ beeinflussen, nachdem man zuvor versichert hatte, das Problem lösen zu können.

Der Elektrizitätsanbieter bemühe sich jetzt um Schadensbegrenzung und habe erklärt, stets sei die Unterdrückung des Grundwasserzuflusses das Ziel gewesen und nicht die absolute Dichte des Eiswalls. Daher stelle die Entscheidung keine Änderung der grundlegenden Unternehmenspolitik dar.

Im Gegensatz zu dieser Darstellung von Präfekturmedien steht jedoch die offizielle Bekanntgabe von TEPCO auf der Webseite.

Das Unternehmen bezieht sich dabei auf die Medienberichte und erklärt, das Ziel sei in der Tat die vollständige Schließung der unterirdisch Barriere, um den Zufluss von Wasser zu reduzieren.

Skeptiker hatten bereits im Mai das Scheitern der vollständigen Abdichtung des Eiswalls prognostiziert.

Zwar sank die Menge an heraufgepumpten Grundwasser zwischen Mai und Juni leicht von 352 Tonnen auf 321 Tonnen, doch ein signifikanter Effekt lies sich nicht belegen.

Sarkophag aus AKW-Stilllegungsplan gestrichen

In einem heute vorgelegten Bericht zu Stilllegungskonzepten für das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi, wurde eine umstrittene Passage gestrichen, nachdem es zu Protesten gegen die Möglichkeit einer solchen Maßnahme gekommen war.

Vor einer Woche hatten Pläne für einen Betonmantel um Reaktorgebäude als Alternative zur Bergung geschmolzener Brennelemente für Aufsehen gesorgt. Mehrere Gemeinden protestierten gegen dieses Konzept.

Schließlich hatte Vize-Industrieminister Yosuke Takagi dem Gouverneur der Präfektur Fukushima die Streichung der Sarkophag-Option zugesichert. In Folge hatte der Industrieminister Motoo Hayashi die Änderung veranlasst.

Tatsächlich ist der Vorschlag im heute vorgelegten Dokument nicht mehr enthalten.

Shunsuke Kondo, der Vorsitzende des technischen Komitees zur Ausarbeitung von Stilllegungsmaßnahmen, entschuldigte sich und bedauerte die mangelnde Berücksichtigung der Gefühle von Bürgern.

Er werde die Kommunikation seiner Stelle mit den Ortsverwaltungen und Bürgern verbessern und ihre Ansichten bei weiteren Planungen oberste Priorität einräumen. Über diese Entwicklung berichtete die NHK.

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