Fukushima aktuell: TEPCO bereitet Anlage auf Taifun Etau vor

Fukushima aktuell: TEPCO bereitet Anlage auf Taifun Etau vor

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Artikelbild - AKW Fukushima: Dammvorrichtung an Lagertanks (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Dammvorrichtung an Lagertanks (Foto: TEPCO)

Während sich TEPCO auf einen Taifun vorbereitet, muss das Unternehmen einräumen, dass doch radioaktives Regenwasser ins Meer gelangte. Allerdings kann der Betreiber des AKW Fukushima heute auch die erfolgreiche Entfernung eines weiteren Dachpaneels melden.

Weitere Fukushima News und Neuigkeiten aus Japan, aktuell im Spreadnews Japan-Ticker vom 8. September 2015.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • TEPCO bereitet Anlage auf Taifun Etau vor
  • Drittes Dachpaneel an Reaktor 3 entfernt
  • Kontaminiertes Regenwasser gelangte doch ins Meer
  • IAEA hofft auf sichere AKW durch Fukushima-Krise

TEPCO bereitet Anlage auf Taifun Etau vor: Nachdem die ersten Ausläufer des Taifun Etau Japan erreichten, wappnet TEPCO das Gelände des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi für den Sturm.

Vorsichtsmaßnahmen sind durchaus angebracht. Das zeigten in der Vergangenheit die Folgen am Kernkraftwerk während vorangegangener Stürme.

TEPCO veranlasste das Einklappen von Kranauslegern und die Sicherung des Baugeräts durch Planen und Seile. Um das Anfallen großer Wassermassen auf Lagertanks zu verhindern, wurden dort Regenrinnen angebracht.

Insbesondere an neu aufgestellten Behältern wurden zusätzliche Dämme angebracht, um steigendem Wasserstand aufgrund von Regenfällen Rechnung zu tragen.

Zusätzliche Kontrollgänge von Kraftwerksangestellten auf dem Gelände sollen Auffälligkeiten sofort entdecken und das Auftreten schwerwiegender Probleme verhindern.

Wie erfolgreich die Maßnahmen sein werden, wird sich allerdings erst in der Praxis zeigen. Mit dem Eintreffen des Taifun wird in den kommenden Tagen gerechnet.

In anderen Teilen Japans haben die ersten Ausläufer von Taifun Etau bereits zu Notmaßnahmen geführt. So wurden aufgrund starker Regenfälle insgesamt 73.000 Einwohner der zentraljapanische Stadt Hamamatsu (Präf. Shizuoka) zur Evakuierung aufgefordert.

Über Vorbereitungen und erste Auswirkungen des 18. Taifun dieser Saison berichtete neben TEPCO  auch die Kyodo.

Drittes Dachpaneel an Reaktor 3 entfernt: Am heutigen Dienstag wurde im Rahmen der Arbeiten am Schutzmantel von Reaktor 3 ein weiteres Dachpaneel entfernt.

Nachdem bereits Ende Juli und Anfang August zwei Teile der Dachkonstruktion abgenommen worden waren, ist nun die Hälfte des oberen Schutzmantelbereichs abgetragen.

Ziel der Kranarbeiten ist die Räumung von Trümmern aus den Resten des Gebäudes. Langfristig soll so auch die Bergung von Brennelementen erleichtert werden. Die Struktur war durch die Wasserstoffexplosion im März 2011 erheblich beschädigt worden.

Der Bau des Schutzmantels von Reaktor 3 war begonnen worden, um auch dieses Gebäude vor Witterungseinflüssen zu schützen und die Ausbreitung von radioaktivem Material einzudämmen.

Die jetzige Demontage wird von Messungen der Luftbelastung begleitet, um den Ängsten vor einem Aufwirbeln von kontaminiertem Trümmerstaub zu begegnen.

TEPCO hatte sogar weitere positive Nachrichten. Nicht allein, dass es keine Auffälligkeiten bei den Messwerten gegeben habe – Luftzug und Winde unterhalb des Schutzmantels wären zudem schwächer als prognostiziert.

Sollte es zu keinen Zwischenfällen kommen, will das Unternehmen die Dekonstruktion des Daches bereits Ende kommenden Jahres abschließen können. Über den Fortschritt berichtete die NHK.

Kontaminiertes Regenwasser gelangte doch ins Meer: TEPCO aktualisierte noch am gestrigen Abend die zuvor gemachten Aussagen zum Wasserleck an Abwasserleitung K und ergänzte die bisherigen Angaben.

Demnach ist offenbar doch zuvor radioaktiv belastetes Wasser in das offene Meer gelangt. Die Konzentration des Materials sei nach Angaben von TEPCO jedoch unklar.

Die Sicherheitspumpe sei lediglich für Regenfälle von bis zu 14 Millimetern Niederschlag pro Stunde ausgelegt gewesen. Da später eine Rate von 14,5 Millimetern pro Stunde festgestellt wurde, war die Pumpe offenbar überlastet.

Auch wenn die Konzentration des radioaktiven Materials im ausgetretenen Wasser unbekannt ist, so gab TEPCO zumindest später ermittelte Werte bekannt.

Demnach habe Cäsium-134 in Höhe von 100 Becquerel pro Litern nachgewiesen können. Das stellt eine Überschreitung des festgelegten Verklappungsstandards von 60 Becquerel pro Liter dar.

Im Fall von Cäsium-137 wurde mit einer Konzentration von 410 Becquerel pro Liter der Grenzwert von 90 Becquerel noch deutlicher überschritten.

Da sich somit die zuvor durchgeführte Verschärfung der Schutzmaßnahmen an der Abwasserleitung K als unzureichend erwiesen haben, will das Unternehmen so schnell wie möglich reagieren.

Über das Einfließen des kontaminierten Regenwassers berichteten neben Präfekturmedien auch die Yomiuri Shimbun.

IAEA hofft auf sichere AKW durch Fukushima-Krise: Anlässlich eines Treffens der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, verlieh deren Generaldirektor Yukiya Amano seiner Hoffnung Ausdruck, die Veröffentlichung des Fukushima-Abschlussberichts trage zu Sicherheitsverbesserungen an Kernkraftwerken auf der ganzen Welt bei.

Viele internationale Experten und Organisationen hätten zum Bericht beigetragen, der eine gute Kenntnisgrundlage für die Zukunft von Atomanlagen darstelle.

Während Amano erklärte, er hoffe, dass alle Länder anhand der Erkenntnisse die Verbesserung der Sicherheit anstreben werde, äußerte sich auch Mitsuru Kitano, ständiger Abgesandter Japans, bei der IAEA zum Bericht.

Japan nehme die Kritik durch die Untersuchungsergebnisse sehr ernst und bereits mehrere Maßnahmen veranlasst, während man zugleich versuche, auch international zum besseren Schutz beizutragen.

Über die aktuellen Hoffnungen und Wünsche der Verantwortlichen bei der IAEA berichtete die NHK.

2 KOMMENTARE

  1. Moment mal !
    Ich zitiere
    „Der Bau des Schutzmantels von Reaktor 3 war begonnen worden, um auch dieses Gebäude vor Witterungseinflüssen zu schützen und die Ausbreitung von radioaktivem Material einzudämmen.“
    ..und gerade kurz vor einem Taifun wurde davon ein Dachpaneel entfernt ?
    Ist es nicht irgendwie widersprüchlich ?
    Wenn es bei einem Taifun kein Regen und Wind gibt, wann denn ?

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