Start Aktuelles Fukushima aktuell: TEPCO bleibt auf einigen Entschädigungszahlungen sitzen

Fukushima aktuell: TEPCO bleibt auf einigen Entschädigungszahlungen sitzen

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Artikelbild - Übergangshaussiedlung (Foto: Copyright by Andreas Teichert, DTRG e.V.)
Nicht nur in Fukushima präsent: Übergangshäuser in der Präfektur Miyagi (Foto: Copyright by Andreas Teichert/DTRG e.V.)

In der Vergangenheit war die Auszahlung von Entschädigungsleistungen mehrfach Thema öffentlicher Diskussionen. Doch was der Betreiber des AKW in Fukushima heute berichtet, dürfte nicht weniger von Interesse sein. Detaillierte Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 18. Dezember 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Mehr als 3.000 Fälle von Entschädigungszahlungen nicht eingefordert
  • Informationen zum gestrigen Leitungsleck
  • Experten fordern Verbesserung der Schilddrüsentests

Mehr als 3.000 Fälle von Entschädigungszahlungen nicht eingefordert:  Die Einforderung von Entschädigungszahlungen, insbesondere Beschwerden über unverständliche Anträge und Ablehnungen aufgrund fragwürdiger Klauseln, hatten TEPCO mehrfach Negativschlagzeilen eingebracht.

Doch wie ein Vertreter des Elektrizitätsunternehmen heute mitteilte, stehen bei einem Teil der Entschädigungsberechtigen die Anträge auf umfangreiche Zahlungsansprüche immer noch aus.

Nach Angaben von TEPCO wurden seit Ausbruch der Fukushima-Krise von 166.000 Evakuierten die ersten Entschädigungsanträge eingereicht. Diese Summen konnten dann später durch Forderungen nach vollständiger Entschädigungsleistung erhöht werden.

Doch wie Vize-Präsident Yoshiyuki Ishizaki bei einem Interview bekannt gab, sind mit Stand vom November in 3.713 Fällen immer noch keine vollständige Entschädigungsforderungen durch Betroffene erfolgt.

Neben etwa 400 Evakuierten, deren Verbleib dem Unternehmen bislang unbekannt sei, gehören zu diesem Personenkreis sogar 750 Evakuierte, die bislang nicht einmal die erste provisorische Entschädigungszahlungen eingefordert haben. Dies berichtete die jiji.

Informationen zum gestrigen Leitungsleck: Kraftwerksbetreiber TEPCO sah sich nach dem gestrigen Leck einer Leitung am Lagertankbereich J6 nun zu weiteren Erklärungen veranlasst.

Hintergrund für die Fehlbedienung eines Ventils, das letztlich zum Zwischenfall führte, war eine Bauzeichnung, anhand derer man den Verbindungsstatus der Leitung falsch eingeschätzt und daher fehlerhafte Vorgaben für die Arbeiten erstellt hatte. In Folge war eine nicht für den Transfer vorgesehene Leitung genutzt worden und das Leck aufgetreten.

Außerdem teilte das Unternehmen mit, nach den gestrigen Pumparbeiten am Rohrgraben, sei heute gegen 13:30 Uhe auch die Arbeiten zur Sicherung von Erdreich erfolgreich abgeschlossen worden. Das berichtete TEPCO.

Besonders unangenehm für TEPCO dürfte der Umstand sein, dass sich südkoreanische Experten einen Eindruck von den Vorrichtungen auf dem Kraftwerksgelände, darunter auch den ALPS-Anlagen gemacht hatten. Offenbar wurden sie nicht über den Zwischenfall unterrichtet. Das berichtete die jiji.

Die Einschätzung der Experten wird von Bedeutung für die Entscheidung der koreanischen Regierung sein, ob Importbeschränkungen für einige japanische Präfekturen gelockert werden. Diese waren im September 2013 nach Lecks am AKW Fukushima Daiichi erlassen worden.

Experten fordern Verbesserung der Schilddrüsentests: Bei einem heute in Tokyo begonnenen Expertentreffen zum Thema der gesundheitlichen Auswirkungen der Fukushima-Katastrophe, wird der Inhalt des bisherigen Zwischenberichts mit einer vergleichsweise einfachen Erkenntnis zusammengefasst.

Demnach müsse das bisherige System der Schilddrüsenkontrollen verbessert werden, um mögliche Zusammenhänge von Strahlungsbelastung und Krebserkrankungen genauer analysieren zu können.

Inhalt des Zwischenberichts ist die Untersuchung, ob ein kausaler Zusammenhang zwischen der Strahlungsbelastung und dem künftigen Auftreten von Schilddrüsenkrebs besteht. Das berichtete die Kyodo.

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