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Fukushima aktuell: TEPCO fordert Rückzahlung von Entschädigung

AKW-Betreiber sieht keine Berechtigung für den Leistungsbezug

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Artikelbild - Yen Geldscheine (Foto: pd)
TEPCO fordert Entschädigung eines Evakuierten zurück (Symbolfoto: pd)

Zu Beginn der Woche gibt es aus Fukushima heute zwei interessante Fukushima News, die zeigen, dass sowohl die Entschädigung von Betroffenen, als auch die Sicherheit von Lebensmitteln aus der Präfektur, in Japan aktuell immer noch wichtige Themen sind.

Die Einzelheiten beider Meldungen gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 6. November 2017.

Unsere heutigen Themen zum Wochenbeginn:

  • TEPCO fordert Rückzahlung von Entschädigung
  • Einzelkontrollen für Reis aus der Präfektur Fukushima in der Diskussion
TEPCO fordert Rückzahlung von Entschädigung

Der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi war in der Vergangenheit mehrfach zur Zahlung von Entschädigungsleistungen an Evakuierte verurteilt worden. Doch nun fordert das Unternehmen in einem Fall eine Rückzahlung der Millionenbeträge.

Der 58 Jahre alte Präsident eines Immobilienunternehmens in Iwaki erhielt im September diesen Jahres eine Zahlung von etwa 51,1 Millionen Yen. Doch wie sich herausstellte, lebte der Mann zum Zeitpunkt der AKW-Krise gar nicht in der Präfektur.

Da er in der Präfektur Kanagawa lebe, habe er keinen Anspruch und so fordert das Unternehmen nun eine Rückzahlung von 29,8 Millionen, währen die verbleibenden 21,3 Millionen anderweitig verrechnet werden sollen.

Der Betroffene will sich gegen die Vorwürfe wehren. Er sei weiter als Bürger von Naraha, einer einstigen Sperrgebietsgemeinde registriert und hätte trotz seiner Arbeit in der Stadt Kawasaki stets Kontakt zu seinem Heimatort gehalten.

So lebe seine Frau immer noch dort und nur er selbst sei in ein Wohnheim seiner Firma gezogen. Außerdem käme er jedes Wochenende vorbei, nehme an Aktivitäten der Gemeinde Naraha teil und sei sogar als Trainer der Jugend-Fußballmanschaft tätig.

Er fühlt sich daher durch die Rückforderung des Elektrizitätsanbieters ungerecht behandelt und erwägt, ein Gerichtsverfahren einzuleiten.

TEPCO erklärte, man werde sich zu solchen Einzelfällen nicht äußern. Grundsätzlich sei es aber durchaus möglich, erbrachte Leistungen zurückzuverlangen, sofern nachträglich andere Informationen über den Lebensmittelpunkt der Person bekannt würden.

Über den Fall berichteten Präfekturmedien.

Einzelkontrollen für Reis aus Fukushima in der Diskussion

Aufgrund der Tatsache, dass  in den vergangenen Jahren bei Reis aus der Präfektur Fukushima keine Überschreitung der Grenzwerte für Lebensmittel mehr festgestellt wurde, gibt es vermehrt Forderungen nach einer Änderung der Regelungen.

Einige Landwirte und Händler wünschen sich eine Abkehr von der bislang genutzten lückenlosen Überwachung, bei der jeder Sack einzeln getestet wird und fordern stattdessen die Einführung von Stichprobenkontrollen.

Doch andere Produzenten wollen an der aufwändigen und teuren Prozedur festhalten, weil sie fürchten, durch das immer noch bestehende Misstrauen der Verbraucher letztlich wirtschaftlichen Schaden zu erleiden, wenn man nur noch Stichproben nähme.

Die Überlegung, effizientere Kontrollen für Reis einzuführen und auf die teuren Einzeltests zu verzichten ist nicht neu und wurde bereits im Juni als mögliches Konzept vorgestellt.

Die Präfekturverwaltung hofft nun, bis Ende des Jahres über die Option nachzudenken. Die ersten davon betroffenen Lieferungen wären dann die Reisernten des kommenden Jahres. Über die Erwägungen berichtete die jiji.

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