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Fukushima aktuell: TEPCO-Führung verbot Nennung der Kernschmelze

Politischer Druck als Grund für Tabu des Begriffs "Kernschmelze" genannt

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Artikelbild - AKW Fukushima: Blick auf Reaktor 4 am 15. März 2011 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Blick auf Reaktor 4 am 15. März 2011 (Foto: TEPCO)

Nachdem TEPCO die Existenz einer genauen Definition für Kernschmelzen bereits Anfang des Jahres einräumen musste, werden im Zusammenhang mit der Krise am AKW Fukushima heute weitere Details bekannt.

Diese Fukushima News werfen jedoch auch neue Fragen auf und werfen ein fragwürdiges Licht auf die Rolle der Regierung bei der Vermeidung des kritischen Begriffs. Die Einzelheiten gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 16. Juni  2016.

Unser heutiges Thema:

  • TEPCO-Führung verbot Nennung der Kernschmelze

TEPCO-Führung verbot Nennung der Kernschmelze: Der frühere Präsident des Kraftwerksbetreiber TEPCO untersagte im Zuge der Fukushima-Krise die Verwendung des Begriffs der „Kernschmelze“.

Das geht aus dem Bericht eines unabhängigen Untersuchungsausschusses hervor. Der im März gegründete Ausschuss veröffentlichte die Ergebnisse am heutigen Donnerstag,

Demnach habe der frühere TEPCO-Präsident Masataka Shimizu den damaligen Vize-Präsidenten durch einen PR-Verantwortlichen dies mitteilen lassen und als Anordnung aus dem Büro des Premierministers bezeichnet.

Doch der Untersuchungsausschuss erklärt, man habe keine Ermittlungen im Büro des Premierministers durchgeführt und auch Gespräche mit Shimizu und anderen Verantwortlichen hätten keine weiteren Details ergeben.

Insbesondere die Identität der Person, von der die Anordnung zum Stillschweigen ausging, welche Art von politischem Druck ausgeübt und auf welche Weise die Schweigeanordnung weitergegeben wurde bleibt auch durch diesen Bericht ungeklärt.

TEPCO hatte gegenüber einem anderen Untersuchungsausschuss, der von der Präfekturverwaltung Niigata initiiert worden war, den Nichtgebrauch des Begriffs „Kernschmelze“ damit gerechtfertigt, dass es keine feste Definition gab.

Tatsächlich existiert jedoch eine TEPCO-Notfallrichtlinie mit einer genauen Definition einer Kernschmelze – die Existenz des Dokuments war jedoch offenbar nur wenigen bekannt. TEPCO räumte dies erst am 24. Februar 2016 ein.

So kommt der jüngste Bericht dann auch zu dem Schluss, dass die Angaben von TEPCO nicht falsch waren, da in mangelnder Kenntnis der Richtlinien und der Unmöglichkeit einer Reaktorinspektion keine definitive Aussage über den Status der Reaktoren möglich war.

Jetzt soll ein gemeinsamer Ausschuss von TEPCO und der Präfektur Niigata weitere Untersuchungen durchführen. Das berichteten Kyodo und NHK.

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