Fukushima aktuell: TEPCO fürchtet neue Schwierigkeiten bei Brennelementebergung

Fukushima aktuell: TEPCO fürchtet neue Schwierigkeiten bei Brennelementebergung

Reaktor-Aufnahmen lassen neue Bergungsprobleme erwarten

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 2: Myonenscan, veröffentlicht am 26. Mai 2016 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 2: Kamerabilder widerlegen Ergebnisse von Myonenscan (Foto: TEPCO)

Wie die Meldungen zur Zukunft der Arbeiten am AKW Fukushima heute vermuten lassen, dürfte das Problem, wie geschmolzene Brennelemente zu bergen sind, länger aktuell bleiben, als befürchtet.

Wie es zu dieser Einschätzung der aus Japan aktuell gemeldeten Fukushima News kommt, berichten wir nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 31. Januar 2017.

Unser heutiges Thema:

  • Hindernisse für Brennelemente-Bergung erwartet
Hindernisse für Brennelemente-Bergung erwartet

Eine Auswertung der gestrigen Aufnahmen aus dem Sicherheitsbehälter von Reaktor 2 steht in Gänze zwar noch aus – doch bereits jetzt sind künftige Herausforderungen beim weiteren Vorgehen in den Reaktoren absehbar.

Demnach ist die auf von Myonen-Scans des Reaktors basierende Annahme, ein Großteil des geschmolzenen Materials befände sich noch im Druckbehälter, vermutlich falsch. Das legen die Aufnahmen aus dem unteren Bereich des Sicherheitsbehälters nahe.

Die dunklen Klumpen auf den Bildern lassen vermuten, dass sich Brennelemente und Metallstrukturen während der Kernschmelze über 2.000 Grad Celsius erhitzten und durch den Boden des Druckbehälters brannten.

Dabei tropfte das zusammengeschmolzene Material durch ein Gitter, wo es die jetzt sichtbaren Spuren hinterließen, bevor es auf den Boden des Sicherheitsbehälters gelangte und dort ansammelte.

Somit ergeben sich für die geplante Bergung der geschmolzenen Brennelemente, die für den März 2018 angesetzt ist, eine ganze Reihe von Problemen, die gelöst werden müssen.

So ist bislang völlig unklar, wie viel geschmolzenes Material hinausgelangte, wie weit es sich verbreitete und wie die jetzige Konsistenz, sechs Jahre nach der Katastrophe, aussieht.

Ungeklärt ist bislang auch, welche Strahlenschutzmaßnahmen notwendig sein werden, damit die Kraftwerksarbeiter ihrer Aufgabe nachgehen können und auf welche Weise das Metallgitter entfernt werden soll.

Außerdem betreffen die bisherigen Erkenntnisse lediglich den Zustand von Reaktor 2. Die Verhältnisse in den Sicherheitsbehältern der Reaktoren 1 bis 3 könnte deutlich davon abweichen, zumal dort Robotereinsätze immer wieder auf Probleme stießen.

So wurde im April 2015 ein Roboter in Reaktor 1 aufgegeben und im Oktober des selben Jahres gab es ebenfalls keinen Blick auf geschmolzenen Brennelemente, nachdem 6,5 Meter tiefes trübes Wasser zu Sichtbehinderungen in Reaktor 3 geführt hatte.

Über die aktuellen Erkenntnisse berichteten mehrere japanische Medien, darunter die Mainichi Shimbun und die Asahi Shimbun, sowie Präfekturmedien.

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