Fukushima aktuell: TEPCO geht von Effektivität der Spundwand aus

Fukushima aktuell: TEPCO geht von Effektivität der Spundwand aus

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Artikelbild - AKW Fukushima: Besichtigung der fertigen Spundwand durch Vertreter der Fischereiverbände am 6- November 2015 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Besichtigung der fertigen Spundwand durch Vertreter der Fischereiverbände am 6- November 2015 (Foto: TEPCO)

Gerade im vergangenen Monat fertig gestellt, kann der Betreiber des AKW Fukushima heute bereits Erfolge einer Grundwassersicherungsmaßnahme vermelden.

Solche Fortschritte verhindern allerdings nicht Wasserlecks und Probleme in anderen Teilen des Landes, wie die Fukushima News aus Japan aktuell wieder einmal zeigen. Die Einzelheiten nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 6. November 2015.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Spundwand zeigt Erfolge bei Eindämmung der Meereskontamination
  • Messpostenmängel an anderen Standorten

Spundwand zeigt Erfolge bei Eindämmung der Meereskontamination: Kraftwerksbetreiber TEPCO veröffentlichte Zahlen, welche die Effektivität der Spundwand an der Küstenseite des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi belegen sollen.

Die Spundwand war Ende Oktober fertiggestellt worden und TEPCO hatte dort Messungen zur Konzentration radioaktiven Materials im Meer begonnen, um die Wirksamkeit der Barriere beurteilen zu können.

Nach Angaben des Kraftwerksbetreibers sank die Belastung mit Betastrahlern von 150 Becquerel pro Liter, wie sie Mitte September nachgewiesen worden war, auf durchschnittlich 32 Becquerel pro Liter.

Allein der Strontiumwert, das zu den Betastrahlern zählt, sei kurz vor der Fertigstellung der Barriere von zuvor 140 Becquerel auf 1,9 Becquerel gesunken.

Mit einem Absinken von zuvor 16 auf nunmehr zehn Becquerel pro Liter, fiel der Rückgang der Cäsiumkonzentration weniger deutlich aus.

Vertreter des Präfekturverbandes der Fischereikooperativen besuchten die fertiggestellte Barriere, um sich einen Eindruck von der Konstruktion zu verschaffen.

Die Spundwand erstreckt sich über eine Länge von 780 Metern entlang der Küstenseite des Kernkraftwerks und dient dazu, bereits radioaktiv belastetes Grundwasser aus den Untergeschossen der Reaktorgebäuden am Einfluss in das offene Meer zu hindern.

Das Unternehmen kündigte an, die Messungen noch fortsetzen zu wollen. Unter anderem dürfte der Einfluss von schweren Regenfällen, die radioaktives Material aus dem Boden schwemmen und fortspülen, von Interesse sein. Über die ersten Messergebnisse berichtete die NHK.

Dass trotz aller Sicherheitsmaßnahmen am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi, immer noch das Risiko durch radioaktive Wasserlecks besteht, zeigt der gestrige Leckfund im Turbinengebäude von Reaktor 2. Bei dem Zwischenfall waren mindestens 225 Liter kontaminiertes Wasser ausgetreten, jedoch offenbar nicht in die Umwelt gelangt.

Messpostenmängel an anderen Standorten: Wie jetzt bekannt wurde, gab es nicht nur in der Präfektur Fukushima technische Probleme mit öffentlichen Strahlungsmessposten.

Messposten in Iwaki (Foto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)
Messposten in Iwaki, Fukushima (Foto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)

Ein Untersuchungsausschuss stellte bei 25 Standorten in der Nähe des Kernkraftwerks Sendai (Präf. Kagoshima) fest, dass die solarbetriebenen Messposten nicht wie vorgesehen funktionieren, wenn Wetterbedingungen, oder schattige Standorte die Stromerzeugung behindern.

Die Präfekturverwaltung hatte im Jahr 2012 die Messposten angebracht und dafür Regierungszuschüsse in Höhe von 69 Millionen Yen genutzt.

Durch die mangelnde Elektrizitätsversorgung der Photovoltaik-Anlagen, habe es im vergangenen Fiskaljahr insgesamt 3.816 Stunden ohne Datenerfassung gegeben. In einigen Fällen funktionierten die Messungen an zehn Tagen im Monat nicht.

Während der Kontrollausschluss kritisiert, die Präfekturverwaltung habe die Leistungsfähigkeit der solarbetriebenen Messposten nicht vor der Bestellung beurteilt, relativieren Verantwortliche der Präfektur die Vorwürfe.

So habe man das Problem bereits im August gelöst, so dass die Messposten auch ohne Sonnenenergie funktionieren. Zudem sei von den 67 Standorten nur Hilfsgerät betroffen gewesen und die Strahlungsmessungen selbst nicht beeinflusst worden.

In der Vergangenheit hatte es bereits in der Präfektur Fukushima massive Probleme mit Messposten eines Herstellers, verbunden mit einer Vertragskündigung und einer Gegenklage des Anbieters, gegeben.

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