Start Aktuelles Fukushima aktuell: TEPCO hält an AKW-Neustarts fest

Fukushima aktuell: TEPCO hält an AKW-Neustarts fest

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Artikelbild: AKW Kashiwazaki-Kariwa im April 2011 (Foto: Daisuke Yamagishi, cc-by)
TEPCO plant AKW-Neustarts - auch am AKW Kashiwazaki-Kariwa im April 2011 (Symbolfoto: Yamagishi Daisuke, cc-by)

Mehr als drei Jahre nach den Katastrophen vom 11. März 2011, bekräftigte der Betreiber des AKW Fukushima heute seine Absicht, bislang heruntergefahrene Kernkraftwerke neu zu starten, wenn alle Bedingungen für Neustarts erfüllt werden. Zudem plant das Unternehmen nun auch für Reaktor 3 die Bergung von Brennelementen. Noch mehr Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 26. Juni 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • TEPCO bestätigt AKW-Neustartpläne
  • Atomaufsicht untersucht chemische Bodenaushärtung
  • Bergung von Brennelementen aus Reaktor 3 geplant
  • Siebte Grundwasserverklappung durchgeführt

TEPCO bestätigt AKW-Neustartpläne: Auf einer Aktionärsversammlung am heutigen Donnerstag, erklärte die Führung des Elektrizitätsunternehmens TEPCO, man strebe weiterhin danach, derzeit heruntergefahrene Reaktoren wieder hochzufahren. Dies widerspricht dem Willen atomkraftkritischer Aktionäre, die zumindest die Stilllegung des AKW Kashiwazaki-Kariwa fordern.

Der Kernkraftwerksbetreiber erklärte jedoch, die AKW-Neustarts seien Teil der Versuche, das Unternehmen wirtschaftlich wieder besser auf die Beine zu bringen. Gemeinsam mit acht weiteren Unternehmen überstimmte das Unternehmen die Atomkraftgegner. Das berichtete die Kyodo.

Diesen Sommer wird Japan jedoch offenbar noch ohne Atomstrom verbringen – der verspätete Antrag von Kyushu Electric auf Sicherheitsprüfung des AKW Sendai hält den bislang aussichtsreichsten Neustart-Kandidaten mindestens bis September vom Netz.

Atomaufsicht untersucht chemische Bodenaushärtung: Die Atomaufsichtsbehörde kündigte an, die Ursachen für die mangelnde Aushärtung des Bodens nach der Einleitung von Chemikalien zu untersuchen. Ziel der im April an Verbindungen zwischen Reaktorgebäuden und gefluteten Tunneln durchgeführten Aktion war es, das dort befindliche Wasser chemisch zu gefrieren.

Die Ineffektivität chemischer Bodenaushärtung hatte ebenso zu einer Meldung geführt, wie auch die darauf folgende Verwirrung westlicher Medien über die Bekanntgabe.

Auf einem gestrigen Treffen bestätigte auch Toyoshi Fuketa von der Atomaufsichtsbehörde NRA, dass die Arbeiten zum Stopp der anhaltenden Flutung der unterirdischen Tunnel, langsamer verliefen als erhofft. Er bezeichnete den Erfolg der Maßnahme als Vorbedingung für die Bodenfrostung durch unterirdische Kühlleitungen. Vorher sei eine Inbetriebnahme inakzeptabel.

DIE NRA plant nun ein Expertentreffen zum bisherigen Scheitern der Maßnahme. Da mindestens 11.000 Tonnen radioaktiv kontaminiertes  Wasser in den Tunneln vermutet werden und in den Pazifik fließen, müssten die Arbeiten nun besser beobachtet und durch die NRA angeleitet werden, um Bedenken der Öffentlichkeit zu begegnen, erklärte der Vorsitzende der Aufsichtsbehörde, Shunnichi Tanaka, nach Angaben der NHK.

Bergung von Brennelementen aus Reaktor 3 geplant: Wie Kraftwerksbetreiber TEPCO am gestrigen Mittwoch ankündigte, plant das Unternehmen bereits für die erste Hälfte des Fiskaljahrs 2015 die Bergung von Brennelementen aus Fukushima-Reaktor 3.

Fukushima-Reaktor 3: Digitales Modell des neuen Schutzmantels (Grafik: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Digitalmodell des Schutzmantels für Brennelemente-Bergung (Grafik: TEPCO)

Aufgrund der Schäden durch die Kernschmelze und die Wasserstoffexplosion, wurde das Gebäude  schwer beschädigt und die Radioaktivität ist im Bereich des Abklingbeckens besonders hoch. Daher sollen die Arbeiten dort, anders als in Reaktor 4, nicht von menschlichen Kranführern, sondern aus einem anderen Gebäude heraus, ferngesteuert werden.

Im Abklingbecken von Reaktor 3 befinden sich derzeit 514 abgebrannte, sowie 52 ungenutzte Brennelemente, so dass von dort insgesamt 566 Brennelemente geborgen werden müssen. Über die Bergungspläne berichtete die Kyodo.

Siebte Grundwasserverklappung durchgeführt: Am heutigen Donnerstag führte TEPCO um 10:10 Uhr, die nunmehr siebte Einleitung von Grundwasser in den Pazifik durch. Bei der bis 10:18 Uhr dauernden Maßnahme wurden 1.829 Tonnen verklappt. Nach Angaben von TEPCO traten keine Probleme auf.

AKW Fukushima: Beaufsichtigung der Grundwasserumleitung durch die METI am 21. Mai 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Beaufsichtigte Grundwasserumleitung am 21. Mai 2014 (Foto: TEPCO)

Die Grundwasserumleitung ist Teil des Konzepts gegen radioaktive Abwässer auf der Kraftwerksanlage. Aus den Bergen kommendes Grundwasser wird hochgepumpt und in Spezialtanks umgeleitet, bevor es dort auf mögliche Belastung geprüft und anschließend in den Pazifischen Ozean eingeleitet.

In der Vergangheit hatte es zwar am Grundwasserposten Nr. 12 mehrere Fälle gegeben, in denen der selbst auferlegte Grenzwert von 1.500 Becquerel pro Liter überschritten worden war – dies werde jedoch durch die große Menge an unbedenklichem Grundwasser ausreichend verdünnt.

 

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