Start Aktuelles Fukushima aktuell: TEPCO hebt Prognose für künftige Erdbebenstärke an

Fukushima aktuell: TEPCO hebt Prognose für künftige Erdbebenstärke an

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Artikelbild - AKW Fukushima: Situation nahe Reaktor 4 am 20. März 2011 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Situation nahe Reaktor 4 am 20. März 2011 (Foto: TEPCO)

Bei einem Expertentreffen wurden bisherige Schätzungen zur Erdbebenbelastung des AKW Fukushima, heute korrigiert. Auch die Bekämpfung der radioaktiven Abwässer auf der Kraftwerksanlage, ist für die Anlage in Japan aktuell von Interesse. Weitere Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 3. Oktober 2014.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Pläne zur Spezialbetonierung der Fukushima-Tunnel genehmigt
  • TEPCO hebt Erdbebenstärke für künftige Fukushima-Beben an
  • Erneute Grundwasserverklappung erfolgreich

TEPCO hebt Erdbebenstärke für künftige Fukushima-Beben an: Das Elektrizitätsunternehmen TEPCO hat auf Anweisung der Atomaufsicht NRA eine Neueinschätzung der Erdbebenstärke künftiger Erdbeben durchgeführt und muss die bisherige Einschätzung für die Kraftwerksanlage Fukushima Daiichi deutlich nach oben korrigieren.

Tatsächlich wurden sowohl die Maximalstärke, als auch die Höhe eines möglichen Tsunami um die Hälfte erhöht.

Die bisherigen Maximalschätzung zur Bodenbeschleunigung während des Erdbebens von 600 Gal und die erwartete Maximalhöhe eines Tsunami von 14 Metern, waren bereits durch das Tohoku-Großbeben vom März 2011 mit Werten von 675 Gal und 15,5 Metern übertroffen worden. Dies veranlasste die NRA zur Aufforderung einer Neubeurteilung.

Bei einem heutigen Expertentreffen wurden die theoretischen Maximalwerte, die bei künftigen Erdbeben am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi auftreten könnten, auf 900 Gal und die mögliche Tsunami-Höhe auf 26 Meter erhöht. Nun muss die NRA prüfen, ob sie diese Neubewertung als ausreichend realistisch ansieht. Dies berichtete die NHK.

Pläne zur Spezialbetonierung der Fukushima-Tunnel genehmigt: Am heutigen Freitag genehmigten die Experten der Atomaufsichtsbehörde NRA die neuen Pläne des Kraftwerksbetreibers TEPCO zur Bekämpfung stark radioaktiver Wassermengen, von denen sich etwa 11.000 Tonnen in unterirdischen Tunneln der Anlage angesammelt haben.

Nachdem die seit April bemühten Versuche einer Eisbarriere in den Tunneln endgültig fehlschlugen, soll nun ein Spezialzement zum Einsatz kommen, der eigens für diese Aufgabe entwickelt wurde. Ziel ist es, die Tunnel in denen Kabel und Rohre verlaufen durch Barrieren zu blockieren, da eine Verbreitung radioaktiver Abwässer aus den vollgelaufenen Untergeschossen der Reaktorturbinengebäude vermutet wird.

Die Nutzung von Spezialzement war bereits im September zugelassen worden, jetzt wurde der Plan zur Umsetzung genehmigt. Nach dem Rückschlag der Bodenfrostung, erklärte Fuketa von der NRA nun auf einem Treffen, falls die neue Methode bis Anfang November nicht erfolgreich sei, müsse das Unternehmen so schnell wie möglich einen anderen Ansatz finden, da andernfalls das Risiko neuer Wasserlecks weiter ansteige und auch die Belastung der Arbeiter zunehmen würde. Das berichtete die Kyodo.

Der Verlauf der Tunnel in denen das Wasser fliesst, überschneidet sich mit dem aktuellen Großprojekt des Betreibers, so dass eine Blockade unbedingt erforderlich ist. TEPCO will einen unterirdischen Kühlkreislauf schaffen, der um die betroffenen Reaktorgebäude verlaufen und durch eine  zirkulierende Kühlflüssigkeit den Wasserfluss zwischen den betroffenen Reaktorgebäuden und der Umgebung gänzlich unterbinden soll – den so genannten Eiswall.

Erneute Grundwasserverklappung erfolgreich: Kurz vor Beginn des Wochenendes wurde auf dem Kraftwerksgelände erneut Grundwasser aus den Bergen in den Pazifischen Ozean verklappt. Bei der heutigen Maßnahme, die zwischen 9:42 Uhr und 15:57 Uhr erfolgte, wurden 1.541 Tonnen eingeleitet.

Artikelbild - AKW Fukushima: Verlauf des Grundwasserumleitungsprojekts am 21. Mai 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Grundwasserumleitungen laufen erneut (Foto: TEPCO)

Ziel ist die Verhinderung weiterer Grundwasserkontamination und der Belastung des Pazifiks durch belastetes Grundwasser.

Durch die Mischung mit radioaktiven Abwässern aus der Reaktoranlage, führt das zunächst saubere Grundwasser zur steigenden Menge an belastetem Wasser unter dem Gelände bei, das abgepumpt und eingelagert werden muss, bevor es gefiltert und so zumindest der Gehalt radioaktiven Materials verringert werden kann.

Die Grundwasserumleitung, bei der das Bergwasser umgeleitet und verklappt wird, bevor es das Kraftwerksgelände erreicht, schien lange keine Wirkung zu haben, so dass die Effektivität der Verklappung fraglich schien. Schließlich waren im September positive Auswirkungen der Grundwasserumleitung gemeldet worden.

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