Fukushima aktuell: TEPCO kämpft mit radioaktiven Abfällen

Fukushima aktuell: TEPCO kämpft mit radioaktiven Abfällen

Fortschritte und Verzögerungen bei der Abfallbeseitigung

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Artikelbild - AKW Fukushima: Gebäude der Müllverbrennungsanlage (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Gebäude einer bereits vorhandenen Müllverbrennungsanlage (Foto: TEPCO)

Radioaktiver Müll ist am AKW Fukushima heute nach wie vor ein dringendes Thema, bei dem aus Japan aktuell sowohl Fortschritte, als auch Rückschläge gemeldet werden.

Weitere Fukushima News betreffen unter anderem bauliche Veränderungen und Fragen der Strahlungsbelastung. Die Einzelheiten gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 30. September 2016.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Neue Abfallverbrennung in Naraha nimmt morgen Betrieb auf
  • Fertigstellung von Lagergebäude für radioaktive Abfälle verschoben
  • Untersuchungen nach Dosimeter-Absturz an Abluftkamin
  • Aufnahmen des neuen AKW-Bürogebäudes veröffentlicht
  • Aktuelle Angaben zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter
Neue Abfallverbrennung in Naraha nimmt morgen Betrieb auf

Wie das Umweltministerium bekannt gab, wurde am Mittwoch eine Müllverbrennungsanlage für Feststoffe in Naraha fertig gestellt. Sie kann bereits morgen ihren Betrieb aufnehmen.

Dort sollen Trümmer aus Abrissarbeiten, sowie Tsunami-Treibgut und ähnliches Material verbrannt werden. Die entstehende Asche nimmt bei der Lagerung deutlich weniger Platz ein, als die Feststoffe.

Die Anlage soll, obwohl sie offiziell nur als Übergangslösung gilt, bis zu 200 Tonnen an Abfällen durch die Verbrennung entsorgen können. Bis April 2019 sollen dort bis zu 111.000 Tonnen an Material verbrannt werden.

Man hat mehrere Sicherheitsmaßnahmen getroffen, um den künftigen Betrieb so gefahrlos wie möglich zu machen. So wird zunächst die Strahlungsbelastung vor der Verbrennung geprüft und die Abgase durch einen Cäsiumfilter geleitet.

An drei Stellen innerhalb und außerhalb des Gebäudes sind zusätzliche Strahlungsmessposten angebracht, die bei Abweichungen einen Alarm auslösen.

Die Anlage steht im kleinen Ort Namigura, der in Naraha liegt. Alleine dort sind bislang an 24 Stellen übergangsweise Dekontaminationsabfälle in Plastiksäcken eingelagert. Die Gesamtmenge beläuft sich auf etwa 600.000 Säcke. Etwa ein Drittel davon kann verbrannt werden.

An der Eröffnungszeremonie nahmen etwa 90 Personen, darunter Mitarbeiter des Umweltministeriums teil. Das berichten Präfekturmedien.

Fertigstellung von Lagergebäude für stark radioaktive Abfälle verschoben

Die Fertigstellung des neuen Gebäudes zur Einlagerung stark radioaktiv belasteter Trümmer und Abfälle, die im Zuge der Dekontaminationsarbeiten anfallen, wird sich nach Angaben des Kraftwerksbetreibers TEPCO verschieben.

Der ursprüngliche Zeitplan sah den Abschlussarbeiten für den Februar 2017 vor. Doch da auch noch Rohre und Kabel aus dem Boden entfernt werden müssen, passte das Unternehmen den Zeitplan an und spricht nun vom Januar 2018 als möglichen Termin.

Der Bau weiterer Gebäude wurde erforderlich, nachdem man befürchtete, dass der bereits vorhandene Platz nicht für die zunehmende Menge an Material ausreicht. Über die Änderung des Zeitplans berichteten Präfekturmedien.

Untersuchungen nach Dosimeter-Absturz an Abluftkamin

Am heutigen Freitag gab der Betreiber des AKW Fukushima bekannt, am Abluftkamin für die Reaktoren 1 und 2 habe man die Beschädigung einer Strebe nachgewiesen

Beim Versuch einer Strahlungsmessung war zuvor der Stahldraht eines herabgelassenen Dosimeters durchtrennt worden, und das Gerät herabgefallen, nachdem es sich offenbar im inneren des Abluftkamins an etwas verfangen hatte.

TEPCO spekuliert, dass solch eine beschädigte Strebe zur Durchtrennung des 0,6 Milimeter dicken Drahts geführt haben könnte.

Bereits am Dienstag war der Absturz eines Dosimeters beim Drohneneinsatz am Abluftkamin gemeldet worden. Auch in diesem Fall berichteten Präfekturmedien über die Ereignisse.

Anfang des Monats war angesammeltes Regenwasser aus diesem Bereich durch den Einsatz von Robotern zunächst analysiert und dann am 14. September abgepumpt worden, um das Risiko einer Umweltkontamination zu minimieren.

Aufnahmen des neuen AKW-Bürogebäudes veröffentlicht

TEPCO veröffentlichte am heutigen Freitag eine Reihe von Fotos, die sowohl Aufnahmen der Front, als auch Innenansichten des neuen Bürogebäudes auf dem Gelände des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi zeigen.

AKW Fukushima: Neues Bürogebäude am 21. September 2016 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Neues Bürogebäude am 21. September 2016 (Foto: TEPCO)

Die Bilder dokumentieren neben den Bürobereichen, die sich über zwei Stockwerke erstrecken, auch die Cafeteria und den Eingangsbereich des Gebäudes.

Weitergehende Informationen an die Presse, die Einzelheiten zu dem neuen Komplex bieten könnten, gab es zunächst nicht.

TEPCO hat im Laufe der Zeit eine Reihe von verschiedenen Verwaltungsgebäuden, sowie ein Zentrum für Ruhepausen der Angestellten auf dem Gelände errichten lassen.

Aktuelle Angaben zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter

Am heutigen Freitag übermittelte der Kraftwerksbetreiber TEPCO die aktuellen Angaben zur Zahl der Beschäftigten an der Anlage, sowie zur Höhe der Strahlungsdosis an das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales für den August 2016.

Die maximale Strahlungsbelastung der Angestellten lag bei 6,35 Millisievert. Im Bezug auf die inkorporierte Strahlenbelastung wurden bei den Angestellten keine signifikanten Werte festgestellt.

Angaben zur Zahl der Beschäftigten machte das Unternehmen nicht, so dass offenbar keine Neubeschäftigung von Arbeitskräften stattfand.

Der nächste Bericht, der sich mit den Strahlungsdaten mit Stand von Ende September befassen wird, soll gegen Ende Oktober eingereicht werden.

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