Fukushima aktuell: TEPCO kämpft um Abschluss der Wasserfilterung

Fukushima aktuell: TEPCO kämpft um Abschluss der Wasserfilterung

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Artikelbild - AKW Fukushima: Bereich mit Tankbehältern am 9. Januar 2012 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Bereich mit Tankbehältern am 9. Januar 2012 (Foto: TEPCO)

Die Filterung radioaktiver Abwässer ist für den Betreiber des AKW Fukushima heute weiterhin ein Problem, auch wenn in den aktuellen Fukushima News überraschend von Fortschritten die Rede ist. Weitere Meldungen nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 26. Mai 2015.

Unsere heutigen Themen:

  • TEPCO will Wasserfilterung bis Monatsende abschließen
  • Nachfilterung von mehr als 160.000 Tonnen erforderlich
  • Isolationsrisiko für 2.318 Siedlungen in AKW-Nähe
  • Abladen von Dekontaminationsabfällen an Zwischenlagerstandort

TEPCO will Wasserfilterung bis Monatsende abschließen: Wie Kraftwerksbetreiber TEPCO mitteilte, gehe man davon aus, bis Ende des Monats das stark radioaktive Wasser in den Lagertanks erfolgreich gefiltert zu haben.

Diese Ankündigung ist überraschend, denn noch im März hatte des Unternehmen eingeräumt, den bisherigen Zeitplan bis Ende Mai nicht einhalten zu können.

Mit Stand vom vergangenen Donnerstag habe man dagegen die angefallene Menge auf 8.872 Tonnen reduzieren können.

Zeitweise waren über 360.000 Tonnen kontaminierter Abwässer mit Strahlungswerten im Bereich mehrerer Millionen Becquerel auf dem Kraftwerksgelände gelagert.

Ursache für die positiven Aussichten sei die Möglichkeit, die Filterung von 20.000 Tonnen kontaminierten Salzwassers aus der Notkühlungsphase der Reaktoren abschließen zu können.

Dieser Punkt galt als Haupthindernis und Ursache für die erwarteten Verzögerungen.

Die Filterung der eingelagerten Abwässer verringert das Risiko starker radioaktiver Kontamination, sollte es erneut zu Lagertanklecks kommen. Auch die Umgebungsradioaktivität wird dadurch gesenkt.

Dennoch verbleibt radioaktives Material im Wasser. So ist Strontium nur schwer zu filtern, weshalb eine zusätzliche Strontium-Filteranlage eingesetzt wird. Im Fall von Tritium gibt es bislang keine effektive Möglichkeit. Über die Aussichten berichtete die Asahi Shimbun.

Nachfilterung von mehr als 160.000 Tonnen erforderlich: Anders als die Asahi Shimbun berichten Regionalmedien von Rückständen bei der Bewältigung radioaktiver Abwässer.

Auf dem Gelände des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi, müssen offenbar 163.000 Tonnen der insgesamt 600.000 Tonnen radioaktiver Abwässer erneut gefiltert werden.

Wie das Betreiberunternehmen gestern bei einem Treffen in der Stadt Iwaki (Präf. Fukushima) mitteilte, sei die zusätzliche Filterung zur weiteren Verringerung des radioaktiven Materials zwar bereits angelaufen, ein Zeitpunkt zum Abschluss der Arbeiten wurde jedoch nicht genannt.

Durch die Mehrfachfilterung soll zumindest die Konzentration von Cäsium und Strontium ausreichend gesenkt werden, so dass als Hauptsubstanz lediglich Tritium zurückbleibe. Dies berichteten Lokalmedien.

Isolationsrisiko für 2.318 Siedlungen in AKW-Nähe: Aus Dokumenten aus dem Kabinettsbüro geht hervor, dass im Katastrophenfall landesweit etwa 207.177 Menschen in 2.318 Siedlungen von 93 Gemeinden, die sich in einem Umkreis von 30 Kilometern um Kernkraftwerke befinden, gänzlich isoliert werden könnten.

Die Präventivmaßnahmen gegen Isolation durch Erdrutsche oder Überschwemmungen ist gering, denn 80 Prozent der betroffenen Gemeinden haben keine Hubschrauberlandeplätze, die eine Evakuierung aus der Luft ermöglichen würden.

Dies ist besonders in Hinblick auf jene 9.345 Personen problematisch, die aus verschiedenen Gründen, etwa Behinderungen oder Alter, nicht ohne Hilfe evakuieren können.

Doch auch weitere Mängel werden in den Dokumenten aus dem Jahr 2014 deutlich. So wären mehr als 90 Prozent der Notunterkünfte in öffentlichen Gebäuden ohne ausreichende Versorgung mit Wasser (1.461 Gemeinden) bzw. Nahrung ( 1.456 Gemeinden), da dort keine Vorräte angelegt wurden.

Im Fall eines Kraftwerksunfalls kann die Anordnung erfolgen, Gebäude nicht mehr zu verlassen, um dem radioaktiven Niederschlag zu entgehen. Ohne Autarkiemaßnahmen ist dies nicht über einen längeren Zeitraum möglich.

Die Gemeinden verweisen auf die Regierung in Tokyo, da man alleine die Kosten für Hubschrauberlandeplätze und andere Maßnahmen nicht tragen könne.

Ein Verantwortlicher für den Katastrophenschutz bei Nuklearkatastrophen erklärte, man sei sich des Problems der möglichen Isolation bewusst und werde Maßnahmen für die jeweiligen Gebiete ausarbeiten. Über diese Mängel berichtet die Mainichi Shimbun, nach Antrag auf Einsicht in die Dokumente.

Abladen von Dekontaminationsabfällen an Zwischenlagerstandort: Wie das Umweltministerium heute mitteilte, wurde am künftigten Zwischenlager für Dekontaminationsabfälle in Tomioka mit der Entladung begonnen.

Am 13. März begann der Abtransport kontaminierter Abfälle auf das Gelände des Zwischenlagers, das Bereiche der Gemeinden Okuma und Futaba betrifft. Bis zum 20. Mai wurden 1.876 Kubikmeter in Okuma und 806 Kubikmetern nach Futaba angesammelt. Das berichtete die Kyodo.

Sollte ein neuer Plan der Regierung umgesetzt werden, wären künftig lediglich wissenschaftliche Einschätzungen, nicht jedoch die Zustimmung der Gemeinden erforderlich, um einen Zwischenlagerstandort festzulegen.

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