Fukushima aktuell: TEPCO korrigiert Angaben zu Erdbebenfolgen

Fukushima aktuell: TEPCO korrigiert Angaben zu Erdbebenfolgen

1254
0
TEILEN
Artikelbild: Fukushima Daini (Foto: TEPCO)
Stilllegung des AKW Fukushima Daini gefordert (Foto: TEPCO)

Neben  Tokyo, das die ersten Novemberschneefälle seit 54 Jahren erlebte, wurde auch die Präfektur Fukushima heute Zeuge der dortigen ersten Schneefälle des Jahres.

Weniger romantisch sind Fukushima News über Nachbeben und die Ausweitung der Erkenntnisse über einen Mobbing-Fall in Yokohama. Die Details gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 24. November 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • TEPCO ändert Erklärung für Kühlungsstopp nach Erdbeben
  • Weitere Nachbeben erschüttern die Region
  • App soll Fortschritte beim Wiederaufbau zeigen
  • Mobbing von Schüler aus Fukushima erzielt Reaktionen
 TEPCO ändert Erklärung für Kühlungsstopp nach Erdbeben

Der Betreiber des AKW Fukushima Daini änderte die bisherige Aussage zum Ausfall des Kühlsystems für ein Abklingbecken in Reaktor 3 der Anlage. Demnach war ein Abfall des Wasserstands in einem Behälter neben dem Abklingbecken die Ursache.

Bislang war erklärt worden, die automatische Abschaltung sei durch das schwappende Wasser bei den Erschütterungen durch das Erdbeben provoziert worden.

Im Normalfall fließt das zirkulierende Kühlwasser auch in den Seitenbehälter des Abklingbeckens, so dass es gereinigt und abgekühlt wird, bevor es wieder in das Becken eingespeist wird.

Als sich das Erdbeben am Montag ereignete, strömte ein Teil des Wassers in eine andere Vorrichtung der Anlage, dadurch sank der Wasserpegel in dem Behälter, was beim Notfallsystem zum Alarm und der automatischen Abschaltung führte. Das berichten Präfekturmedien.

Weitere Nachbeben erschüttern die Region

Auch zwei Tage nach dem Erdbeben mit einer Magnitude von 7,4 kommt die Region nicht zur Ruhe. Am Donnerstagmorgen wurde der Osten und Nordosten Japans gegen 6:23 Uhr (Ortszeit) von einem Beben der Stärke 6,1 erschüttert.

Anders als beim Erdbeben zuvor, wurde diesmal jedoch keine Tsunami-Warnung ausgegeben. In den letzten Tagen waren bereits mehrere kleinere Nachbeben aufgetreten.

Auch Kraftwerksbetreiber TEPCO meldet von den beiden Kernkraftwerken Fukushima Daiichi und Fukushima Daini, keine Störungen oder Auffälligkeiten. Auch Kontrollgänge hätten keinen Hinweis auf Schäden erbracht.

Auch Tohoku Electric, der Betreiber des AKW Onagawa in der Präfektur Miyagi gab bekannt, es habe trotz des Erdbebens keine Probleme an der Anlage gegeben.

Wie zuvor war auch dieses Erdbeben in mehreren Gebieten zu spüren, etwa in den Präfekturen Tokyo, Shizuoka, Chiba und Aomori, sowie in Yamagata, Tochigi, Saitama und Iwaki.

Für die folgenden Tage müsse mit weiteren, starken Nachbeben gerechnet werden. Über die aktuellen Ereignisse berichteten Kyodo, NHK und Präfekturmedien.

AR-App soll Fortschritte beim Wiederaufbau zeigen

Vergangene Woche veröffentlichte die Präfekturverwaltung Fukushima eine kostenlose Anwendung für Smartphones und Tablets – die „Fukushima Memory and Future Experiential App„.

Die von Aizu Laboratory Incorporated entwickelte App zeigt durch Nutzung von „Augmented Reality“ (AR) sowohl Fotos als auch Videos, die durch eine „Vorher-Nachher“-Funktion die Fortschritte beim Wiederaufbau in drei Gemeinden der Präfektur zeigen.

Ziel ist es, die Region wieder attraktiver für Touristen zu machen, indem man deutlich macht, welche zahlreichen Maßnahmen bereits getroffen wurden, um die Präfektur Fukushima .

Ein kostenloser Download ist über den App Store oder Google Play durch Verwendung des Suchbegriffs „Fukushima Experiential App“ möglich. Über das Projekt berichtete die Mainichi Shimbun.

Mobbing von Schüler aus Fukushima erzielt Reaktionen

Nachdem eine Schule in Yokohama nicht auf das monatelange Mobbing eines Schülers aus Fukushima reagierte, wurden schließlich eine Untersuchung angeordnet und der Schüler veröffentlichte einen Brief mit Selbstmordgedanken.

Jetzt fordert er andere Opfer von Mobbing dazu auf, sich nicht das Leben zu nehmen, da es Menschen gebe, die bereit seien, den Betroffenen die dringend benötigte helfende Hand zu reichen. Seine Eltern berichten, er fasse wieder Lebensmut.

Der Aufruf erzielte insbesondere im Internet viel Aufmerksamkeit und positive Reaktionen. Seine Botschaft habe Mut gemacht, hieß es  Er selbst fühle sich durch dieses  Feedback belohnt, ließen die Eltern mitteilen.

Der 13jährige hat die Grundschule abgeschlossen und ist nun auf einer Schule für Kinder mit besonderen Bedürfnissen.

Auf Wunsch von Medienvertretern hielten die Eltern des Jungen unter Zusicherung von Anonymität, am gestrigen Mittwoch eine Pressekonferenz ab. Dabei kam erneut das Versagen der Verantwortlichen zur Sprache.

Unter Berufung auf ein Anti-Mobbing-Gesetz, das 2013 in Kraft getreten war, hatten die Eltern im Juni 2014 die Untersuchung durch einen unabhängigen Ausschuss angeregt, nachdem die Aussagen des Schülers nicht ernst genommen worden warebn.

Doch die Schule lehnte dies mit der Begründung ab, der Schüler habe die Situation mitverschuldet, da er seine Peiniger in die Spielhallen mitgenommen hatte, wo sie Geld für die Spiele erpressten.

Nachdem der Rechtsanwalt der Familie den Fall am 15. November publik gemacht hatte, läuft nun tatsächlich eine Untersuchung, weshalb die Schule ein solches Fehlverhalten gezeigt habe. Bislang gibt es keine formelle Entschuldigung der Verantwortlichen.

Über die neuen Entwicklungen im Fall des Jungen, der als „Verstrahlter“ und „Krankheitskeim“ gehänselt und körperlich misshandelt worden war, berichteten Kyodo und Asahi Shimbun.

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT