Start Aktuelles Fukushima aktuell: TEPCO macht ersten Schritt bei neuen Verklappungsplänen

Fukushima aktuell: TEPCO macht ersten Schritt bei neuen Verklappungsplänen

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Artikelbild: Offizielles Foto des AKW Fukushima Daiichi (Foto: TEPCO)
Das AKW Fukushima Daiichi: (Foto: TEPCO)

Mit der Einreichung eines Antrags hat der Betreiber des AKW Fukushima, heute einen ersten Schritt bei den Plänen zur Verklappung bereits vorbelasteten Grundwassers gemacht. Unterdessen hat die Erhöhung der Zahlungen für Atommüllstandorte noch nicht den gewünschten Effekt erzielt. Weitere Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 11. August 2014.

Unsere Themen zum Wochenbeginn:

  • TEPCO stellt Antrag auf Verklappung von vorbelastetem Wasser
  • Fehler bei Identifikation von Tohoku-Todesopfern
  • Diskussion um Zahlungen für Atomülllager
  • Gedenken an Atombombenabwurf auf Nagasaki

TEPCO stellt Antrag auf Verklappung von vorbelastetem Wasser: Wie bereits am Wochenende angekündigt, reichte Kraftwerksbetreiber TEPCO am heutigen Montag bei der Atomaufsichtsbehörde einen Antrag im Bezug auf die Verklappung radioaktiv vorbelasteten Grundwassers ein.

TEPCO plant, neben der bislang erfolglosen Umleitung von sauberem Grundwasser aus den Bergen in den Pazifik, künftig auch bereits kontaminiertes Wasser aus Grundwasserbrunnen in der Nähe zu Reaktorgebäuden, nach einer sorgfältigen Filterung und Dekontamination durch Rohre zunächst in einen abgegrenzten Hafenbereich zu leiten.

In dem jetzigen Antrag geht es um die Erlaubnis, die erforderlichen Einrichtungen zur späteren Einleitung zu schaffen und Vorbereitungen zu treffen. Für die Rohrleitungen selbst wird sich die Regierung verantwortlich zeigen.

TEPCO wiederholte jedoch auch die bereits gemachte Erklärung, die Verklappung werde nur mit Einverständnis der örtlichen Fischereiverbände durchgeführt. Informationsveranstaltungen, die eine positive Abstimmung der Fischer begünstigen sollen, laufen bereits. Bislang habe es keine Proteste gegeben. Über den Antrag berichteten Kyodo und NHK.

Fehler bei Identifikation von Tohoku-Todesopfern: Am vergangenen Freitag gab die Präfekturpolizei Miyagi bekannt, dass nach dem Tsunami des Tohoku-Erdbebens 2011, in drei Fällen zur Fehlidentifikation von Leichen gekommen war. Mittlerweile wurden die sechs Verstorbenen wieder ihren richtigen Familien zugeführt.

Die Polizei erklärte, in der unübersichtlichen Situation unmittelbar nach dem Großbeben, sei eine Identifikation anhand von DNA-Tests nicht möglich gewesen, so dass man sich auf die Identifikation durch Gesichter, körperliche Merkmale, oder persönliche Gegenstände im Bereich der aufgefundenen Leiche beschränken musste. Über den Fehler berichteten auch Präfekturmedien aus Fukushima.

Diskussion um Zahlungen für Atomülllager: Die Diskussion um mögliche Standorte von Lagerstätten für kontaminiertes Erdreich, Laub, Asche und weiteres Material, hat durch das finanzielle Angebot der Regierung neuen Aufwind bekommen. Am Freitag hatten Umweltminister und Minister für Wiederaufbau das Angebot für die Gewährung eines Standorts auf 301 Milliarden Yen verdoppelt.

Japan: Japanische Yen-Banknoten (Foto: pd)
Gelder sollen Standorte für Atommüll schaffen (Symbolfoto: pd)

Die Gelder sollen in drei Kategorien eingeteilt werden und sowohl den beiden Standortgemeinden und der Präfektur zukommen, als auch für wichtige Einrichtung des Wiederaufbaus und der Finanzierung von Projekten gegen „schädliche Gerüchte“ über die Lebensmittelsicherheit eingesetzt werden und die dritte Summe eine Standardzahlung für Standorte mit Kernkraftwerken.

An den Gesprächen in Koriyama nahmen der Gouverneur der Präfektur Fukushima, sowie die Bürgermeister von Futaba und Okuma, die als potentielle Standorte gelten, teil.

Trotz des Finanzangebots wurde der Antrag von den Lokalverwaltungen mit Vorsicht gehandhabt und sich nur vorsichtig geäußert.

Im Juni hatte Umweltminister Ishihara mit einer Äußerung, die nahe legte, die Zustimmung der Einwohner sei leicht zu erkaufen, für einen Eklat gesorgt.

Dennoch gehen einige Experten davon aus, dass dieses finanzielle Angebot die Endphase der Standortsuche darstellen könnte. Über das Angebot und die verhaltenen Reaktionen berichteten praktisch alle japanischen Medien, darunter die Kyodo und Asahi Shimbun.

Gedenken an Atombombenabwurf auf Nagasaki: Am vergangenen Freitag wurde weltweit der Todesopfer des zweiten Atombombenabwurfs auf eine japanische Stadt gedacht. Am 8. August 1945 wurde Nagaski getroffen und etwa 74.000 Menschen verloren sofort ihr Leben. Überlebende und ihre Nachkommen sehen sich mit der Gefahr von Strahlungsfolgen und Diskriminierung konfrontiert.

Anlässlich des 69. Jahrestags hielten Premierminister Shinzo Abe und Bürgermeister Tomohisa Taue Gedenkreden. Nagasakis Bürgermeister Taue betonte, dass Atomwaffen niemals Frieden schaffen könnten und berief sich auf eine im Februar abgehaltene Konferenz in Mexiko, bei der 146 Staaten die verschiedenen möglichen Auswirkungen eines Atomschlags  untersuchten.

Demnach wäre man nicht in der Lage, die Verletzten zu retten und die Lebensmittelknappheit im Zuge eines so genannten „Nuklearen Winters“ würde zum Hungertod von mehr als zwei Milliarden Menschen führen.

Premierminister Abe gedachte der Toten und erklärte nicht nur, sich für eine Welt ohne Atomwaffen einzusetzen, sondern die im vergangenen Jahr durchgeführte Überarbeitung der Anerkennungskriterien für Überlebende (Hibakusha) voranzutreiben, so dass so schnell wie möglich alle betroffenen Personen die Anerkennung als Hibakusha erhalten. Über das Gedenken berichteten praktisch alle japanischen Medien.

7 KOMMENTARE

  1. @Arnd Peter

    das ist alles was sie dazu zu sagen haben? traurig!!!!!!

    zum thema
    ‚TEPCO wiederholte jedoch auch die bereits gemachte Erklärung, die Verklappung werde nur mit Einverständnis der örtlichen Fischereiverbände durchgeführt.‘

    MÄRCHENSTUNDE. die haben nix zum melden, da ihre existenz bedroht ist und sich auch nix daran ändern wird.
    NRA+IAEA+WHO= alles die gleichen gekauften lügner!!!!!

    mein einzigster trost ist, dass die USA, CHINA, etc bekommen den scheiss auch volle pulle ab.

    ATOMKRAFT ist nun mal kein spielzeug, sondern tödlich.

  2. Der nächste Winter und der anschließende Frühling kommt bestimmt… und somit auch die riesigen Wassermassen aus den Bergen als geschmolzener Schnee… Wie jedes Jahr. Drei Jahre hat Tepco das nun erlebt, erstaunlich wie schnell die das merken…
    Jedes Kind lernt, den Müll nicht einfach wegzuwerfen und falls doch, diesen wieder aufzuheben und KORREKT in eine Mülltonne zu entsorgen! Tepco gehört erzogen! Wenn die Regierung das nicht leistet, muß es die japanische Gesellschaft tun. Aber wenn auch die Gesellschaft nicht zur Erziehung geeignet ist, dann sollte man besser hoffen, das nicht noch mehr atomarer Müll zukünftig an anderen Stellen das Erdreich belastet.

  3. @Mafred E.

    ‚Der nächste Winter und der anschließende Frühling kommt bestimmt… und somit auch die riesigen Wassermassen aus den Bergen als geschmolzener Schnee… Wie jedes Jahr. Drei Jahre hat Tepco das nun erlebt, erstaunlich wie schnell die das merken…‘

    was hat das mit dem artikel zu tun???? Nichts!!!!
    aber ich muss ihnen in einem punkt recht geben, der schee, die luft und der regen
    kontaminieren die ganze landstriche permanent. Klima eben. nur das sind die folgen aber die ursache bleibt weiterhin bestehen. die bekommen nicht mal ein kühlkreislauf hin.

    ‚Jedes Kind lernt, den Müll nicht einfach wegzuwerfen und falls doch, diesen wieder aufzuheben und KORREKT in eine Mülltonne zu entsorgen!‘

    Aha, wenn ich das richtig interpretiere, meinen sie bestimmt die AKW-Betreiber????
    Kann das sein?
    weit gefehlt, hier mal links dazu:
    youtube.com/watch?v=bgJH-6yxiXE

    wozu entsorgen , wenn es auch so funktioniert?
    youtube.com/watch?v=4OPY-MSLohU
    youtube.com/watch?v=eFTbearvO8s
    youtube.com/watch?v=tMjeKkQLWcc
    youtube.com/watch?v=ZVb5ldv-DEg
    youtube.com/watch?v=6Sx3rHxeteE

    ‚Tepco gehört erzogen!‘
    wer ist den TEPCO????

    ‚Wenn die Regierung das nicht leistet, muß es die japanische Gesellschaft tun.‘
    das hat TEPCO schon getan!!!!

    ‚ …dann sollte man besser hoffen, das nicht noch mehr atomarer Müll zukünftig an anderen Stellen das Erdreich belastet.‘

    dafür hatte ich ihnen die Links von UTUBE rausgesucht.

  4. @Thomas S.
    Ich will und möchte Ihre Kommentare nicht weiter zitieren, da ich wenig Sinn darin sehe. Auch stelle ich ihnen keine Fragen, um nicht deren Antworten erneut kommentieren zu müssen.
    Fakt: Es wird mehr verseuchtes Wasser ins Meer gepumpt werden, vermischt mit dem unbelasteten Grundwasser… Das lässt sich gut gegenrechnen… Von vertuschen oder „Unfällen “ wegen schlecht geschlossener Ventile aus welchen Gründen auch immer rede ich nicht…
    Ich frage auch nicht, ob Sie Fisch essen. Aber andere Leute tun das. Und einige von denen machen sich verdammt Gedanken, ob nicht die Hochseefangflotten doch mal ne Charge frischen Fisch nach „Hause“ bringen…
    Solange die Gesellschaft in Japan nicht das Zepter in die Hand nimmt (oder sich jemand findet der das tut), wird sich nichts ändern. (Siehe z.B. Fracking in den USA, aber da passiert erst auch so langsam etwas)…
    Sie verstehen das nicht? Wie oft waren (zuvor vielleicht) Sie in Japan?

  5. Die ganze betroffene Präfektur hat zzt eine Strahlenbelastung von knapp unter 8000 Becquerel. Die japanische Regierung sagt das ist OK.
    (100 Becquerel sind schon bedenklich – grad noch akzeptabel)
    in ca 10.000 Jahren wird die Strahlenbelastung auf 1% also knapp 80 Becquerel gesunken sein. in 9.000 Jahren sollte man noch mal nachmessen dann ist die Region eventuell schon wieder bewohnbar.

    Jetzt zum Artikel: Man kann gar nicht verhindern dass innerhalb dieser 9000 Jahre soviel Wasser verseucht wird, dass man das verseuchte Wasser irgendwo 9000 Jahre lagern könnte – Weitere Umweltbelastungen sind realistisch gesehen unvermeidlich – es geht der Regierung und TEPCO nur noch darum Kosten zu senken. (nicht bestraft zu werden)

    Ist klar, dass das weder die Regierung noch TEPCO wahr haben wollen… dies ist ein „Schädliches Gerücht“ gegen das die Regierung von Japan vorgehen wird. – In Deutschland nennt man das „Wahrheit“

    Viel größer ist das folgende Problem: Wenn eines unserer 17 AKWs in Deutschland Leck schlagen würde, würde niemand darüber berichten nur um die Bevölkerung nicht in Panik zu versetzen – d.h. vielleicht wissen wir nur nicht dass die Strahlenbelastung hier vergleichbar hoch ist…

  6. ganz einfach herr Mafred E.
    ich muss nicht nach japan reisen da meine tante dort 10- jahre gelebt hat und ihr mann ( Chemielehrer und Jounalist ) den sie dort kennengelernt hat, hat als Lehrer und Journalist berufsverbot auf lebenszeit bekommen.
    begründung war einfach: subversiv und staatsfeindlich nur weil er die schüler versucht hat zu animieren ’selbstständig‘ zu denken.
    die wahrheit war aber ganz anders.
    er war Greenpeace aktivist und hat sich für Amnesty International als freier Journalist eingebracht in schrift und wort und hat an demonstationen teilgenommen.
    dann ging es auch ganz schnell zur sache: hausdurchsuchung, ab in die u-haft und nach 6 monaten gab es ein schnellurteil ( hat 20 minuten gedauert, obwohl er einen anwalt hatte, der richter hat alle einwände abgelehnt ). 7-Jahre für nichts hat er bekommen. am schluss gab es dann durch diverse laufende aufwendungen (GELD) eine begnadigung nach 5-jahren und eine sofortige ausweisung aus japan. LEBENSLANGES einreiseverbot inklusive.
    so wurde aus einem japaner mit stolz , ein deutscher, der im exil in DE lebt und hier in deutschland ‚würde‘ erfahren hat. grund war einfach: er hatte das gemacht was er gelernt hat, den KINDERN etwas mitzugeben worüber sie nachzudenken haben!!!

    ZITAT: Das Denken ist zwar allen Menschen erlaubt, Aber vielen bleibt es erspart.

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