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Fukushima aktuell: TEPCO meldet ersten Verklappungserfolg

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Artikelbild - AKW Fukushima: Eine Pumpe des Grundwasserumleitungsprojekts am 9. April 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Hoher Tritiumwert an Grundwasserpumpe nachgewiesen (Pumpenfoto: TEPCO)

TEPCO kann vom AKW Fukushima heute Erfolge vorweisen. Erstmals gibt es Hinweise auf positive Effekte der Grundwasserverklappung, zudem wurde die Aufrüstung eines Filtersystems genehmigt. Weitere Fukushima News im Spreadnews Japan-Ticker vom 27. August 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • TEPCO meldet ersten Verklappungserfolg
  • NRA genehmigt Ausweitung des ALPS-Filtersystems
  • Präfektur Fukushima akzeptiert Zwischenlager
  • Radioaktives Material in Atmosphäre von Ibaraki nachgewiesen

TEPCO meldet ersten Verklappungserfolg: Kraftwerksbetreiber TEPCO kann nach Angaben des Unternehmens erstmals Erfolge bei der Grundwasserbewältigung vorweisen. Am gestrigen Dienstag gab TEPCO bekannt, es sei an einigen Kontrollposten ein Sinken des Grundwasserpegels um 20 bis 30 Zentimeter entdeckt worden.

Die Grundwassermaßnahmen begannen im Mai, spätere Kontrollen wiesen jedoch zweimal nach, dass die Verklappung von Grundwasser keinen Effekt zeigte.

Im Rahmen der derzeitigen Grundwasserumleitung wird aus den Bergen kommendes Grundwasser in Sondertanks umgeleitet und schließlich in den Pazifischen Ozean verklappt, so dass es den Grundwasserpegel des Kraftwerksgeländes nicht erhöht. Dort ist das Wasser durch radioaktives Material bereits kontaminiert und täglich fallen 400 weitere Tonnen an radioaktiv belastetem Wasser an, das eingelagert werden muss.

Durch die Maßnahme soll der Grundwasserpegel des Geländes sinken und die Kontamination des Meeres verringert werden – bislang ohne Erfolg. Daher zeigte sich Kazuyoshi Akabane, Vizeminister für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) bei einem,Treffen im J-Village nach Vorlage der Ergebnisse erfreut. Die Maßnahme zeige endlich Erfolge. Demnach sei in zwei Grundwasserbrunnen ein Rückgang von 20 bzw. 30 Zentimetern nachweisbar gewesen. Über den ersten Fortschritt berichteten Präfekturmedien.

NRA genehmigt Ausweitung des ALPS-Filtersystems: Am heutigen Mittwoch entschloss sich die Atomaufsichtsbehörde NRA zur Genehmigung der Erweiterung des Multinuklid-Filtersystems ALPS durch den Betreiber des AKW Fukushima Daiichi. Die neue ALPS-Anlage soll mehrere Vorteile bei der Bekämpfung der radioaktiven Abwässer mit sich bringen.

AKW Fukushima: Test des verbesserten ALPS-Systems am 13. August 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Test des verbesserten ALPS-Systems am 13. August 2014 (Foto: TEPCO)

Es sollen drei Einheiten, ähnlich des bisherigen ALPS zum Einsatz kommen. Diese zeigen eine bessere Filterleistung für vier Typen radioaktiver Isotope, so dass etwa Jod-129 gründlicher gefiltert werden kann, als dies bislang möglich war. Auch die Kapazität wird mit 750 Tonnen pro Tag höher liegen, als beim bisherigen ALPS.

Nachdem es in der Vergangenheit einige Probleme aufgrund von Verschleiss und Korrosion am ALPS gegeben hatte, sollen die neuen Einheiten deutlich weniger anfällig sein.

TEPCO plant eine erste Inbetriebnahme für den September, ein Vollbetrieb einer Hochleistungseinheit wird für Ende Dezember angesetzt. Über die Genehmigung berichteten Präfekturmedien und Kyodo.

Präfektur Fukushima akzeptiert Zwischenlager: Wie die Verwaltung der Präfektur Fukushima heute mitteilte, habe man sich dazu entschlossen, dem Antrag der Regierung auf Erlaubnis zum Bau von Zwischenlagern für kontaminierte Abfälle zu entsprechen und diesen zu genehmigen. Die Entscheidung sei nach Absprache mit den Gemeinden Futaba und Okuma erfolgt, eine offizielle Bekanntgabe durch den Gouverneur der Präfektur ist für Freitag angesetzt.

Japan-Karte: Radioaktivität in Japan (Foto:pd)
Präfektur Fukushima akzeptiert Zwischenlagerbau (Symbolfoto: pd)

Die Regierung in Tokyo plant die Schaffung von Lagern auf Geländen von 16 Quadratkilometer, die sich auf dem Gebiet der Ortschaften Futaba und Okuma und damit unweit vom Kernkraftwerk Fukushima Daiichi befinden. Einmal fertiggestellt, sollen dort belastete Abfälle wie Erdreich und Laub, die bei den Dekontaminationsarbeiten in der Präfektur anfallen, eingelagert werden.

Die Eigentümer der Grundstücke können dabei entscheiden, ob sie ihr Land an die Regierung verpachten, oder einen Kaufvertrag wünschen. Zudem wird eine Regelung veranlasst, die eine maximale Lagerdauer von 30 Jahren vorsieht.

Die Regierung geht von einer weitestgehenden Einigkeit der Bevölkerung aus, da bei keiner der Gespräche mit den Verwaltungen wesentliche Einwände vorgebracht worden seien.

Mit der jetzigen Entscheidung endet eine lange Kette von Verhandlungen und Ablehnungen, die im August 2011 unter dem damaligen Premier Naoto Kan begann und von der jetzigen Regierung unter Premier Shinzo Abe im Dezember 2013 neu angestoßen wurde.

Über die Gespräche und die erwartete öffentliche Bekanntgabe berichteten jiji, Asahi Shimbun und NHK. Angaben zum Abtransport der Lagersäcke von privaten Grundstücken wurden in der Presse noch nicht geschildert und dieser könnte beispielsweise durch bereits auftretenden Pflanzenwuchs und die damit verbundene Perforation der Säcke zumindest erschwert werden.

Radioaktives Fukushima-Material gelangte 170 Kilometer weit: Ein heute vorgelegter Bericht eines Teams des meteorologischen Forschungsinstitus der japanischen Wetterbehörde, legt eine Verbreitung von radioaktivem Material unmittelbar nach der Fukushima-Katastrophe bis zu einer Distanz von 170 Kilometern nahe.

Wälder des Berges Tsukuba der Präfektur Ibaraki (Foto: tenaciousme, cc-by)
Fukushima-Krise führte zu weitem Fallout in Ibaraki (Symbolfoto: tenaciousme, cc-by)

Grundlage ist der Nachweis von Staub in der Atmosphäre der Ortschaft Tsukuba (Präf. Ibaraki). Das geprüfte Material war in der Nacht des 14. März 2011 und damit nur wenige Tage nach Beginn der Ereignisse in Fukushima am meteorologischen Forschungsinstitut von Tsukuba sichergestellt worden.

Dabei wurde Eisen und Uran nachgewiesen, die vermutlich aus dem Reaktordruckbehälter und den zusammengeschmolzenen Brennelementen stammen. Das berichtete die Kyodo.

Der Nachweis von radioaktivem Material außerhalb der Präfektur Fukushima war zuletzt im Juli 2014 erfolgt, als  Material in der Nachbarpräfektur Miyagi festgestellt wurde – dieses war jedoch erst durch die Räumarbeiten dorthin gelangt und nicht unmittelbar nach dem Kraftwerksunglück. Über den aktuellen Fund berichtete die Kyodo

Auch war die Präfektur Ibaraki bereits in der Vergangenheit das Objekt von Untersuchungen. Im Oktober und Dezember 2013 von der Atomenergiebehörde JAEA veröffentlichte Berichte sollen belegen, dass die Kontamination in den Wäldern von Ibaraki nur den Waldboden ereicht .

Die Behörde hatte zudem laut ihren Berichten vom Dezember keine Gefährdung des Grundwassers in Ibaraki festgestellt.

 

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