Start Aktuelles Fukushima aktuell: TEPCO meldet Fortschritt bei Grundwasserverklappung

Fukushima aktuell: TEPCO meldet Fortschritt bei Grundwasserverklappung

2705
0
TEILEN
Artikelbild - AKW Fukushima: Pumpe des Grundwasserumleitung am 21. Mai 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Pumpe des Grundwasserumleitungssystems am 21. Mai 2014 (Foto: TEPCO)

TEPCO meldet vom AKW Fukushima heute Erfolge. Diese waren bereits gestern bekannt gegeben worden. Das Unternehmen meldet, man habe nun Belege für die Effektivität einer Maßnahme, deren Wirkung bislang zu wünschen übrig ließ. Details der Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 19. September 2014.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Wirksamkeit von Grundwasserumleitung behauptet

Wirksamkeit von Grundwasserumleitung behauptet: Die Umleitung von Grundwasser aus den Bergen, bevor diese das Kraftwerksgelände Fukushima Daiichi erreicht, soll nun doch nachweislich positive Effekte zeigen. Das gab das Betreiberunternehmen TEPCO bekannt.

In der Vergangenheit hatte TEPCO mehrfach einräumen müssen, dass die Effektivität der Wasserumleitung mangelhaft ist. Auch eine einmalige Positivmeldung zur Grundwasserumleitung durch den Betreiber hatte sich später als nicht zutreffend erwiesen. Nun aber spricht das Unternehmen von berechenbaren Erfolgen.

Die seit Mai 2014 laufende Verklappungsmaßnahme, in deren Verlauf bislang 35.979 Tonnen an Grundwasser in den Pazifik eingeleitet wurden, hätte zur Verringerung der täglich anfallenden Wassermassen um 50 bis 80 Tonnen beigetragen – dies liege über der Prognose von maximal 50 Tonnen im Dreimonatszeitraum.

Täglich gelangen 400 Tonnen an Grundwasser unter das Kraftwerksgelände, mischen sich dort mit radioaktiven Abwässern aus den beschädigten Reaktorgebäuden und müssen aufgrund der erfolgten Kontamination in großen Behältern eingelagert werden. Derzeit pumpe TEPCO zwischen 300 und 350 Tonnen pro Tag hoch.

Diese positiven Zahlen berücksichtigen jedoch nicht die Auswirkungen von Regenfällen auf die gestiegene Wassermenge in Gebäuden und den Lagertanks für Abwässer. Insbesondere der Wasserstand an den Grundwassermessposten ist starken Schwankungen durch Niederschläge unterworfen.

Allerdings behauptet das Unternehmen auch hier einen Fortschritt und erklärt, verglichen zum Zustand vor der Durchführung der Maßnahme, sei der Grundwasserpegel an drei Messposten um 20 Zentimeter gesunken. Über diese Erfolgsmeldung berichteten unter anderem NHK und Präfekturmedien.

Derzeit sind annähernd fast 400.000 Tonnen kontaminiertes Wasser in den Lagertanks gesichert. Bereits die zunehmende Zahl der Lagertanks stellt eine Gefahr dar. Zum einen steigt die Gefahr durch Lecks, auch wenn derzeit auf verschweisste Stahltanks umgesattelt wird. Zum anderen führt dieser zur Gesundheitsgefährdung der Arbeiter durch steigende Umgebungsradioaktivität.

Hintergrund: Tatsächlich ist die Grundwasserumleitung nur eine von mehreren Maßnahmen zur Bewältigung der radioaktiven Abwässer. Eines der größten Hindernisse sind dabei unterirdische Tunnel, die ursprünglich zur Kabelführung  und zur Rohrverlegung dienten. Durch Schäden in den Untergeschossen der mit radioaktivem Reaktorwasser gefüllten Turbinengebäude gelangt das kontaminierte Wasser in diese Tunnel.

Doch die Tunnel stellen auch ein Hindernis für die in Vorbereitung befindliche Grundwasserbarriere („Eiswall“) dar. Diese soll, durch einen unterirdischen Kühlkreislauf mit zirkulierendem Kühlmittel, eine unterirdische Barriere um die beschädigten Gebäude schaffen und so den Kontakt zwischen radioaktivem Abwasser aus den Gebäuden und dem übrigen Grundwasser verhindern.

Da es jedoch Überschneidungen zwischen dem geplanten Verlauf dieser „Eisbarriere“ und den vollgelaufenen Tunneln gibt, ist die Blockierung und Leerung dieser Schächte ein entscheidendes Zwischenziel. Bisherige Versuche durch chemische Aushärtung, oder die Gefrierung der Tunnelabwässer waren fehlgeschlagen.

Bereits die Existenz der vollgelaufenen Tunnel stellt ein Sicherheitsrisiko dar, da Schäden durch Bauarbeiten, oder schwere Erdbeben, das darin enthaltene Wasser in erheblicher Menge das Grundwasser belasten könnten.

Als Weiterführung der derzeitigen Grundwasserumleitung steht mindestens seit August 2014 der Plan zur Verklappung von AKW-Grundwasser im Raum. Erst jüngst war der Vorschlag, bereits radioaktiv kontaminiertes Grundwasser vom Kraftwerksgelände nach Filterung ebenfalls zu verklappen, erneut vorgebracht worden.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here