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Fukushima aktuell: TEPCO meldet Leck an Bolzentank

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Artikelbild - AKW Fukushima: Leckstelle am Bolzentank, 6. Oktober 2016 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Leckstelle am Bolzentank, 6. Oktober 2016 (Foto: TEPCO)

Nachdem TEPCO zunächst keine Besonderheiten meldete, werden vom AKW Fukushima heute gleich mehrere wichtige Ereignisse gemeldet. Darunter befindet sich auch ein Wasserleck.

Die Einzelheiten der Fukushima News, etwa zu offiziellen Besuchen der dortigen Anlage, gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 6. Oktober 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Tropfleck an Lagertank entdeckt
  • TEPCO beginnt Pumparbeiten an Turbinengebäude
  • Mehrfache Besucher am AKW Fukushima
Tropfleck an Lagertank entdeckt

Am heutigen Donnerstag entdeckten Angestellte einer Partnerunternehmens gegen 12:15 Uhr bei einer Kontrolle im Lagertanksbereich E, das Wasser aus dem Tank D5 drang. Die Austrittsgeschwindigkeit lag bei 5 bis 6 Tropfen pro Sekunde.

AKW Fukushima: Blick auf den Wassertank am 6. Oktober 2016 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Blick auf den Wassertank am 6. Oktober 2016 (Foto: TEPCO)

Der Tank D5 gehört zu den Wasserbehältern, die nicht fest verschweißt sind, sondern von Bolzen zusammen gehalten werden.

Tanks dieses Typs waren in der Vergangenheit bereits durch Wasserlecks negativ aufgefallen und ihre schrittweise Abschaffung beschlossen worden.

Der nun betroffene Lagertank nimmt Wasser aus dem Multinuklid-Filtersystem und der Entsalzungsanlage auf.

Das ausgetretene Wasser blieb innerhalb der Betonbarriere um die Behälter und gelangte nicht in die Umwelt.

Eine spätere Untersuchung ergab als Leckstelle den Bereich der Verbindungsbolzen.

Gegen 13:40 Uhr wurde ein Stopp des Wasseraustritts festgestellt. Eine Analyse der entnommenen Proben wies nach, dass das Wasser tatsächlich aus dem Tank stammt.

Als Sicherheitsmaßnahme soll nun so viel Flüssigkeit aus dem Behälter gepumpt werden, dass der Wasserpegel unter den Bolzenbereich sinkt. Mit den Arbeiten wurde noch am heutigen Tag begonnen. Das berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO.

Zuletzt hatte im Juni 2016 ein Tropfleck eines Bolzentanks erneut an die Unsicherheit der Behälter erinnert. Dennoch wird sich der vollständige Austausch zu verschweißten Tanks verschieben.

TEPCO beginnt Pumparbeiten an Turbinengebäude

Wie der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi am gestrigen Mittwoch bekannt gab, begann das Unternehmen mit der nicht unproblematischen Leerung des Kondensatorbereichs im Turbinengebäude von Reaktor 1.

Dort befindet sich weiterhin stark kontaminiertes Wasser mit einer hohen Konzentration an radioaktivem Material. Durch das Abpumpen und die Filterung soll das Risiko eines unkontrollierten Austritts bei einem weiteren Tsunami minimiert werden.

Bereits am ersten Tag wurden etwa 60 Tonnen radioaktiver Abwässer über eine 130 Meter lange Leitung abgepumpt und kommen zur weiteren Verarbeitung in die Cäsiumfilteranlage, sowie das Multinuklid-Filtersystems ALPS.

Über einen Zeitraum von zwei Monaten soll die Hälfte der Gesamtmenge von etwa 500 Tonnen abgepumpt werden. Um keine Ungleichmäßigkeiten im Wasserstand des Reaktors zu riskieren, wird sauberes Wasser an mehreren Stellen hineingepumpt.

Dadurch soll die Konzentration von radioaktivem Material in den Abwässern, die sich vor allem im Untergeschoss des Turbinengebäudes sammeln reduziert werden, ohne den Pegel im Reaktor negativ zu beeinflussen.

Der Kondensator dient im Kraftwerk eigentlich dazu, den Dampf, der bei der Energieerzeugung die Turbine antreibt, durch Kühlung wieder zu verflüssigen. Durch den Tsunami im März 2011 gelangten großen Menge kontaminiertes Wasser dort in das Turbinengebäude.

Zusätzlich zu dieser Maßnahme gab TEPCO bekannt, einen Antrag auf die Errichtung einer neuen Pumpe bei der Atomaufsicht gestellt zu haben. Das meldeten Präfekturmedien.

Mehrfache Besucher am AKW Fukushima

Innerhalb weniger Tage besuchten Vertreter der Regierung in Tokyo, als auch lokaler Präfekturbehörden das Gelände des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi, um sich einen Eindruck vom Zustand der Anlage und den dort durchgeführten Arbeiten zu verschaffen.

AKW Fukushima: Besuch von Gesundheitsminister Shiozaki (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Besuch von Gesundheitsminister Shiozaki (Foto: TEPCO)

Zunächst besuchte Yasuhisa Shiozaki, Minister für Gesundheit, Arbeit und Soziales das Kraftwerk. Die dabei gemachten Aufnahmen wurden unter anderem auch bei der Erläuterung der Wirkungsweise des Eiswalls aufgenommen.

Andere Bilder zeigen dagegen, wie die auf dem Kraftwerksgelände notwendige Schutzkleidung angelegt werden muss.

Mit dem Besuch verbunden war natürlich auch eine Ansprache vor den dort beschäftigten Arbeitern im Rahmen einer Versammlung im erdbebensicheren Verwaltungsgebäude auf dem Gebiet der Anlage. Minister Shiozaki dankte den Angestellten für ihren Einsatz.

Am heutigen Donnerstag wurden dann Aufnahmen eines weiteren offiziellen Besuchers am Kernkraftwerk veröffentlicht. Diesmal stattete der Gouverneur der Präfektur Fukushima der Anlage einen Besuch ab.

Die Bilder zeigen gleichfalls die praktisch unvermeidliche Ermutigungsrede an die Angestellten, sowie eine Erklärung von Funktionen innerhalb des Verwaltungsgebäudes und ein Blick über die Arbeiten am Schutzmantel eines Reaktors.

Bei dem Besuch war auch TEPCO-Präsident Naomi Hirose. Bei beiden Anlässen gab es offenbar keinerlei Besonderheiten. Über die Besuche berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO.

 

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