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Fukushima aktuell: TEPCO muss 15.000 Tonnen Wasser erneut filtern

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Artikelbild - AKW Fukushima: Adsorptionsturm der ALPS-Anlage am 27. März 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Teil des ALPS im März 2013 (Foto: TEPCO)

Gestern war der Stopp des Filtersystems ALPS der wichtigste Zwischenfall für Kraftwerksbetreiber TEPCO. Doch wie der Betreiber des AKW Fukushima heute mitteilte, sind nicht nur Reparaturarbeiten notwendig, sondern es fällt tonnenweise zusätzliche Arbeit an.

Diese und weitere Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 19. März 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • TEPCO muss 15.000 Tonnen Wasser erneut filtern:
  • Informationen zum Stopp des ALPS-Filtersystems
  • Robotertraining für AKW-Unfälle
  • Ex-Premier Kan in Berlin bestreitet Ende der Fukushima-Krise

TEPCO muss 15.000 Tonnen Wasser erneut filtern: Die Probleme des Kraftwerksbetreibers TEPCO durch die gestern erforderlich gewordene Abschaltung des Filtersystems, weiten sich aus. Wie das Unternehmen heute bekannt gab, müssen mehrere Tonnen radioaktiv kontaminiertes Wasser erneut gefiltert werden.

Der Elektrizitätskonzern schätzt derzeit, dass etwa 15.000 Tonnen Wasser, die bereits durch die Anlage gespült wurden, noch einmal die gesamte Filterung durchlaufen müssen, um das Abpumpen in Lagertanks zu ermöglichen.

In Anbetracht der Tatsache, dass bereits jetzt täglich mehrere hundert Tonnen an Wasser aus den Kellergeschossen der Turbinengebäude gepumpt werden, wo täglich weitere 400 Tonnen anfallen (Stand Mai 2013), könnte sich der ALPS-Ausfall zu einem Problem für die Lagerungskonzepte des Unternehmen entwickeln. Hierüber berichtete die Kyodo.

Informationen zum Stopp des ALPS-Filtersystems: Bereits gestern berichteten wir an dieser Stelle über den vollständigen Stopp des gesamten Multinuklid-Filtersystems ALPS, aufgrund massiv verringerter Filterungsleistung. Nachdem TEPCO erste Angaben machte, wurden diese Informationen heute durch Pressemeldungen ergänzt.

AKW Fukushima: Besichtigung der ALPS-Anlage durch US-Energieminister Muniz (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Besichtigung der ALPS-Anlage durch US-Energieminister Muniz im November 2013 (Foto: TEPCO)

Demnach betrage die Konzentration von Betastrahlern in dem unzureichend gefilterten Wasser etwa 10 Millionen Becquerel pro Liter. Im Regelbetrieb wird dieser Wert auf ein Millionstel des Ausgangswerts reduziert.

Die Entscheidung zum Stopp des ganzen Systems sei erforderlich gewesen, da das Wasser aller drei Einheiten (A-C) gemischt wird, bevor ein abpumpen in die Lagertanks erfolgt. Man werde nun alle Tanks reinigen und sich auf die Suche nach der Ursache machen. Der dadurch bedingte Ausfall von etwa einem Monat wurde heute bestätigt.

Kraftwerksbetreiber TEPCO betonte jedoch, es sei zu keinem Leck, oder Wasseraustritt gekommen.

Das Filtersystem ist in der Lage, 62 Nuklide zu filtern und verfügt über eine tägliche Leistung von 750 Tonnen. Neben dem Problem, Tritium und vier weitere ungenannte Substanzen nicht filtern zu können, gab es in der Vergangenheit mehrfach technische Probleme. Hierüber berichteten jiji, Asahi Shimbun und NHK.

Robotertraining für AKW-Unfälle: Am gestrigen Dienstag beteiligten sich 350 Kraftwerksangestellte auf dem Gelände des AKW Kashiwazaki-Kariwa an einem Training für den Robotereinsatz im Katastrophenfall. Durch die Übung sollen die Angestellten mit der fernbedienung des Geräts vertraut gemacht werden.

AKW Fukushima: Roboter packbot (Foto: iRobot, TEPCO)
Der Roboter packbot (Foto: iRobot, TEPCO)

Szenario der Übung war ein vollständiger Stromausfall an allen sieben Reaktoren der Anlage, aufgrund eines Erdbebens. Der eingesetzte Roboter entsprach dem Typ, der als erstes am AKW Fukushima Daiichi in Bereichen eingesetzt wurde, deren Radioaktivität für menschliche Arbeiter zu hoch wurde.

Die Teilnehmer konnten das mit einem zwei Meter langen Greifarm ausgestattete Gerät über Hindernisse manövrieren, und Gegenstände aufnehmen. Diese Arbeiten konnten über Bildschirme verfolgt werden.

Shiro Arai, Leiter des Sicherheitszentrums des AKW, betonte die Unersetzbarkeit des Roboters, um kritische Situationen kontrollieren zu können. Der Roboter kann aus einer Entfernung von bis zu 100 Metern ferngesteuert werden und die Strahlungsbelastung für Arbeiter deutlich verringern. Über die Übung berichtete die NHK.

Ex-Premier Kan in Berlin bestreitet Ende der Fukushima-Krise: Bei einem gestrigen Treffen mit deutschen Politikern in Berlin, betonte Japans früherer Premierminister Naoto Kan, die Fukushima-Krise sei noch nicht bewältigt. Unter den Zuhörern befanden sich auch Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen.

Japans Ex-Premier Naoto Kan im November 2011 (Foto: Gobierno de Chile cc-by)
Ex-Premier Kan zu Fukushima-Rede in Berlin (Foto: Gobierno de Chile cc-by)

Kan, der zum Zeitpunkt des Ausbruchs der Krise noch im Amt war, erklärte, es bleibe ein Fakt, dass die Krise weiter andauere und die die regierende Liberaldemokratische Partei (LDP) dennoch Neustartpläne hege.

Er erinnerte auch an die annähern 140.000 Menschen, die nach ihrer Flucht immer noch ohne richtigen Wohnsitz seien.

Die Bundesrepublik Deutschland hatte nach der Fukushima-Katastrophe den Atomausstieg vorangetrieben und die Stilllegung aller Atomreaktoren bis Ende 2022 anvisiert. Das berichtete de Kyodo.

Ex-Premierminister Naoto Kan hatte bis zu seinem Rücktritt zunehmend eine atomkritische Position eingenommen.

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