Fukushima aktuell: TEPCO muss für weitere Todesfälle zahlen

Fukushima aktuell: TEPCO muss für weitere Todesfälle zahlen

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Artikelbild: Yen (Foto: pd)
TEPCO muss gleich in zwei Fällen Hinterbliebene entschädigen (Symbolfoto: pd)

Gleich zwei über den Betreiber des AKW Fukushima heute verhängte Urteile machen die Verstorbenen nicht mehr lebendig, konfrontieren das Unternehmen jedoch mit seiner Verantwortung.

Während in Japan aktuell sowohl das G-7-Treffen, als auch der geplante Besuch von US-Präsident Barack Obama in Hiroshima für Schlagzeilen sorgen, gibt es somit neue Fukushima News – im Spreadnews Japan-Ticker vom 26. Mai 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • TEPCO muss erneut Entschädigungen zahlen
  • Unterirdische Lagerung von Atomabfällen eine Option

TEPCO muss erneut Entschädigungen zahlen: Ein Gericht in Tokyo verurteilte den Betreiber des AKW Fukushima Daiichi zu Entschädigungszahlungen für die Todesfälle von zwei evakuierten Senioren.

Die Angehörigen von Masami Fujiyoshi (97) und einer namentlich ungenannten Frau, die im Alter von 86 Jahren gestorben war. Die Gesamtsumme beläuft sich auf etwa 30 Millionen Yen.

Beide waren mit dem Bus aus der Futaba-Klinik in Okuma bzw. einem daran angeschlossenen Pflegeheim nach Iwaki evakuiert worden. Es handelt sich um zwei von bislang etwa 50 Personen aus der Einrichtung, die nach der Evakuierung starben.

Das Gericht sah es auch in diesem nunmehr dritten und vierten Urteil als erwiesen an, dass die Umstände der Evakuierung zum Tode beitrugen und TEPCO daher haftbar zu machen ist.

Wie bei den Prozessen zuvor gab TEPCO an, das Urteil zu prüfen und die Angelegenheit mit der gebotenen Ernsthaftigkeit anzugehen. Über die aktuellen Gerichtsentscheidungen berichtete die Mainichi Shimbun.

Unterirdische Lagerung von Atomabfällen eine Option: Gestern stellte die japanische Atomaufsichtsbehörde NRA einen Plan zur künftigen Entsorgung schwach radioaktiver Abfälle des Landes vor.

Demnach soll dieser Atommüll in 70 Metern tiefe so lange gelagert werden, bis die Radioaktivität kaum mehr nachweisbar ist – ein Prozess, der nun etwa 100.000 Jahre dauern wird.

Zu dem „gering belasteten“ Atommüll gehört stark kontaminiertes Material aus Reaktoren, das in Nähe zu den Brennelementen verwendet wurde.

Zu den Sicherheitsmaßnahmen gehört die Vermeidung riskanter Standorte, wie etwa Vulkane und aktive geologische Verwerfungen, sowie die Beschränkung des Zugangs, das Verbot von Aushubarbeiten und ähnlicher Schritte.

Ab heute sollen einmonatige Gespräche beginnen, um konkrete Richtlinien für derartige Entsorgungen auszuarbeiten. Darüber berichtete die Mainichi Shimbun.

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