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Fukushima aktuell: TEPCO patzt bei Laboranalysen

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Artikelbild - Analysebereich der Reaktoren 5 und 6 (Foto: TEPCO)
Offenbar Ursprung der Messfehler: Analyseraum an den Reaktoren 5 und 6 (Foto: TEPCO)

In den Fukushima News vom Freitag erregte die Korrektur von Strahlungswerten in den zweistelligen Millionenbereich aufsehen. Nun spricht TEPCO an anderer Stelle von Übertreibung bei Messdaten und Unterschätzung des Großlecks.  Fehler der Analysen bestimmen daher die Meldungen aus Fukushima heute weiterhin.

Über die aktuellen Bekanntgaben berichtet der Spreadnews Japan-Ticker vom x. Februar 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • TEPCO hat Strahlung aus Proben möglicherweise zu hoch kalkuliert
  • TEPCO hat Strahlung aus Großleck möglicherweise unterschätzt
  • Schilddrüsenkrebs bei acht weiteren Fukushima-Kindern
  • Leck an Wasserpumpe

TEPCO hat Strahlung aus Proben möglicherweise zu hoch kalkuliert: Am Freitag berichteten wir über die überraschende Meldung von TEPCO, man müsse einen bisherigen Rekordwert aufgrund von Messfehlern nach oben korrigieren. Aufgrund eines Strontiumwerts von fünf Millionen Becquerel pro Liter müsse die Gesamtmenge der Betastrahlung auf zehn Millionen hochgerechnet werden.

Am selben Tag teilte TEPCO-Sprecher Masayuki Ono nun auf einer Pressekonferenz mit, das Unternehmen müsse sich dafür entschuldigen, dass nun Fälle gefunden worden seien, in denen die Strahlungsbelastung der Proben viel höher angeben worden waren, als sie neuen Test zufolge tatsächlich sind. Das berichtete die Kyodo.

In einem Bericht erklärt TEPCO, es bestünden Differenzen zwischen den Ergebnissen eines so genannten Gasdurchfluß-Proportionalzählers (LBC), der in einem Labor der Reaktoren 5 und 6 eingesetzt wurde, und den Ergebnissen anderer Prüfungen. In dem Labor werden Proben in Spezialbehältern untersucht.

Die Ergebnisse der Grundwasserproben im fraglichen LBC waren durchweg höher, als in den anderen Einrichtungen. Um künftige Daten genauer erfassen zu können, werde man bis auf weiteres auf den Gebrauch der Einheit des Labors verzichten, bis diese wieder korrekt kalibriert ist.

Außerdem arbeite man an neuen Analysemethoden, die weniger von Erfahrung und Können des analysierenden Mitarbeiters abhängig sind.

TEPCO hat Strahlung aus Großleck möglicherweise unterschätzt: Ein Unternehmensvertreter des Kraftwerksbetreibers TEPCO räumte am Freitag an, bei einem schwerwiegenden Tankleck habe man möglicherweise die Menge an radioaktivem Material unterschätzt.

AKW Fukushima: Leck am Ablassventil von Wasserbehälter im Bereich H4 am 19. August 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Lagertank: Großleck im Bereich H4 am 19. August 2013 (Foto: TEPCO)

Es geht um das erste Großleck vom August 2013. Damals waren 300 Tonnen radioaktives Wasser ausgetreten (Spreadnews berichtete am 19. August 2013). Der Wert an Strontium-90 und weiteren Betastrahlern wurde mit 200 Millionen Becquerel angegeben. Dies könnte offenbar eine zu niedrige Angabe sein.

Die Atomaufsichtsbehörde kommt zu dem Schluss, dass die von TEPCO genutzte Messmethode vermutlich unzuverlässig sei. Sollte sich die Unterschätzung als Tatsache erweisen, wird die Atomaufsicht ihre bisherige Einstufung des Großlecks auf der internationalen siebenstufigen INES-Skala von bislang 3 nach oben korrigieren. Über die Entdeckung berichtete die jiji.

Schilddrüsenkrebs bei acht weiteren Fukushima-Kindern: Ein Expertenausschuss aus Ärzten und anderem medizinischen Fachpersonal meldete zu Beginn des Wochenendes, bei den Kontrollen der Präfektur habe man acht weitere Fälle von Schilddrüsenkrebs nachgewiesen.

Personen die den Gesundheitschecks unterzogen werden, waren zum Zeitpunkt der Fukushima-Katastrophe unter 18 Jahre alt.

Schilddrüse (Grafik: pd)
Präfektur Fukushima: Nun 75 Fälle von Schilddrüsenkrebs (Grafik: pd)

Wie die Mediziner mitteilten, habe es Ende vergangenen Jahres 75 Verdachtsfälle gegeben. In 33 Fällen sei die Erkrankung nachgewiesen worden. Drei Monate zuvor lag die Zahl bestätigter Fälle bei 25.

Damit steigt die Gesamtzahl auf 75 und beträgt 16 Fälle mehr als im November. Bislang sind 270.000 der 375.000 Personen, die kontrolliert werden sollen, bereits untersucht worden. In 254.000 Fällen wurden die Daten bereits veröffentlicht.

Die Experten halten einen Zusammenhang zwischen den Krebserkrankungen und der Reaktorkatastrophe für unwahrscheinlich. Das berichteten jiji und Asahi Shimbun.

Leck an Wasserpumpe: Am heutigen Montag entdeckten Kraftwerksarbeiter gegen 11:30 Uhr im Lagertankbereich F, nahe der Reaktoren 5 und 6, das Wasser aus der Pumpe eines Wasserreingungssystems drang. Aufgrund des Schadensbereichs und der Durchflusszeit geht TEPCO davon aus, dass schätzungsweise 10 bis 20 Liter austraten.

Da das Wasser jedoch auf einer Metallplatte verblieb, gelangte es nicht in die Umwelt. Nach einer ersten Kontrolle vor Ort erklärte der Kraftwerksbetreiber, die Ummantelung der Pumpe sei möglicherweise durch Gefrierung beschädigt worden.

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