Start Aktuelles Fukushima aktuell: TEPCO präsentiert Versuch zur Bodenfrostung

Fukushima aktuell: TEPCO präsentiert Versuch zur Bodenfrostung

2189
0
TEILEN
Artikelbild - AKW Fukushima: Blick auf den Bodenfrostungsversuch am 16. Mai 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Blick auf den Bodenfrostungsversuch am 16. Mai 2014 (Foto: TEPCO)

TEPCO demonstrierte mit einem Versuch am AKW Fukushima heute die Absicht, weiterhin das Problem kontaminierter Abwässer bewältigen zu wollen. Die Aufhebung früherer Hot Spots in der Präfektur wird von deren Verwaltung ebenfalls als Fortschritt präsentiert. Weitere Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 16. Mai 2014.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • TEPCO präsentiert Bodenfrostungsexperiment
  • Aufhebung der Evakuierungsempfehlung für Fukushima-Hotspots steht an
  • Lebenslange Gesundheitskontrollen für Fukushima-Arbeiter gefordert

TEPCO präsentiert Bodenfrostungsexperiment: Nachdem die gestrige Entdeckung eines Lecks am Verbindungsstück zwischen einem Rohr und dem Sicherheitsbehälter von Reaktor 3 als Fortschritt für künftige Reaktorarbeiten präsentiert worden war, zeigten Kraftwerksbetreiber TEPCO und die Kajima Corporation heute die Ergebnisse eines Versuchsaufbaus zur Bodenfrostung.

AKW Fukushima: Außenansicht der Bodenfrostung-Grundwasserbarriere am 16. Mai 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Außenansicht der Bodenfrostung-Grundwasserbarriere am 16. Mai 2014 (Foto: TEPCO)

Medienvertreter konnten ein Testgelände mit einer Fläche von zehn Quadratmetern besichtigen, in dessen Verlauf Stahlrohre 30 Meter tief in den Erdboden eingebracht und mit einer Kühlflüssigkeit von Minus 30 Grad Celsius gefüllt worden waren, so dass innerhalb eines Monats der gewünschte Gefrierungsgrad erreicht wurde und der Bereich als unterirdische Barriere genutzt werden konnte.

TEPCO veröffentlichte auch entsprechende Aufnahmen, auf denen neben dem eingesetzten Gerät auch der Bereich der Bodenfrostung zu sehen ist.

Nach Angaben des Betreibers verlief ein Test zur Grundwasserblockade erfolgreich und sogar Erdbereiche mit Unebenheiten konnten im Rahmen der Bodenfrostung erfolgreich abgedichtet werden.

Das gezeigte Experiment ist das Modell eines Großprojekts zur unterirdischen Grundwasserblockade, die auf einer Strecke von 1,5 Kilometern unterirdisch um das Arael der Reaktoren 1 bis 4 verlaufen soll. Auf diese Weise soll die Kontamination von sauberem Grundwasser, das aus den Bergen unter das Gelände fließt, verhindert werden.

Sollte die Atomaufsicht NRA die Maßnahme als sicher akzeptieren, hofft der Elektrizitätsanbieter bereits im Juni mit den Arbeiten um die Reaktorgebäude beginnen zu können. Experten der NRA fordern eine Einschätzung, in welchem Umfang die Stabilität des Bodens beeinflusst werden könnte und welche Folgen ein Fehlschlag, oder Störungen hätten. Das berichten Kyodo und NHK.

Zusammen mit der Umleitung des Grundwassers und dessen anschließender Verklappung in den Pazifik und der Filterung des angestauten Reaktorwassers durch das Multinuklid-Filtersystem ALPS, ist die Grundwasserbarriere durch Bodenfrostung eine der drei wichtigsten Schritte zur Bewältigung der radioaktiven Abwässer.

Kritiker bemängeln, dass derartige Systeme bislang nur in sehr viel kleinerem Rahmen genutzt wurden und diese Strukturen nicht für einen Langzeitbetrieb vorgesehen sind. Außerdem fürchten sie einen Anstieg der Umgebungsradioaktivität auf dem Gelände, wenn kontaminiertes Wasser hinter den Blockaden aufgestaut wird.

In der Vergangenheit waren sowohl Strahlungsanstiege um Grundwassermessposten, als auch durch die steigende Zahl an Lagertanks aufgetreten.

Aufhebung der Evakuierungsempfehlung für Fukushima-Hotspots steht an: Möglicherweise könnte noch in diesem Sommer die Evakuierungsempfehlung für die bislang verbliebenen Hot Spots – Bereiche erhöhter Radioaktivität im Vergleich zur Umgebung – aufgehoben werden.

Dosimeter-Messung in Minamisoma am 4. November 2011 (Foto: raneko, cc-by)
Messung in Minamisoma am 4. November 2011 (Foto: raneko, cc-by)

Gegenüber der Stadtverwaltung Minamisoma, hätten die betreffenden Stellen durchblicken lassen, dass man den Evakuierungsstatus für die Hot Spots aufheben wolle.

In Minamisoma sind derzeit noch 142 Bereiche als Hot Spots ausgewiesen. Zwar besteht für die Mitglieder der betroffenen 152 Haushalte keine Evakuierungspflicht, dennoch waren etwa 80 Prozent der Evakuierungsempfehlung gefolgt.

Da die Dekontaminationsarbeiten an allen Hot Spots abgeschlossen wurde, würde die Aufhebung auch das offizielle Ende aller Hot Spots außerhalb der Sperrgebiete bedeuten.

Die Regierung in Tokyo will offenbar noch in diesem Monat entsprechende Gespräche mit der Leitung der jeweiligen Verwaltungen führen. Das berichtet die jiji unter Berufung auf informierte Quellen.

Lebenslange Gesundheitskontrollen für Fukushima-Arbeiter gefordert: In einem vorläufigen Bericht fordert ein Expertenausschuss die Regierung auf, insgesamt 19.000 Kraftwerksarbeiter ein Leben lang auf mögliche Folgen ihrer Strahlungsbelastung untersuchen zu lassen.

Übung zur Messung von Radioaktivität am 8. August (Foto: TEPCO)
Übung zur Messung von Radioaktivität am 8. August (Foto: TEPCO)

Teil des Berichtes, dessen erste Version vom Gesundheitsministerium veröffentlicht wurde, ist die Forderung, insbesondere Arbeiter, die über den gesetzlichen Grenzwert belastet wurden, zusätzlichen Bluttests zu unterziehen.

Der Bericht soll noch im Laufe des Monats abgeschlossen werden und die Untersuchungen in der zweiten Jahreshälfte anlaufen. Die Leitung des Ausschusses betonte die internationale Bedeutung, die den Langzeitkontrollen zukommen würde, da wichtige Erkenntnisse auch als Richtlinien für Präfekturbewohner herangezogen werden könnten.

Allerdings gibt es von freiwilligen Unterstützern für Belange der Kraftwerksarbeiter Skepsis im Bezug auf die Begrenzung der Arbeiterzahl. Da die Stilllegungsarbeiten eine zunehmende Gefährdung für Beschäftigte darstellten, würden die Untersuchungen an Aussagekraft verlieren, falls nur Arbeiter der ersten Stunde berücksichtigt werden sollten. Das berichtete die NHK.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here