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Fukushima aktuell: TEPCO rüstet Lagertanks nach

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Artikelbild - AKW Fukushima: Schlepper mit verschweißten Lagertanks am 11. Juni 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Schlepper mit verschweißten Lagertanks am 11. Juni 2014 (Foto: TEPCO)

Nach den zahlreichen Pannen der bislang genutzten Lagertanks, wird am AKW Fukushima heute nachgerüstet, so dass der Betreiber hofft, langfristig weniger Probleme bei der Einlagerung radioaktiv kontaminierter Abwässer zu haben. Diese und weitere Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 11. Juni 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Transport verschweißter Tankbehälter durchgeführt
  • Hohe Strahlung in Sperrgebieten trotz Dekontamination
  • Diebstahl von Spenden in Otsuchi

Transport verschweißter Tankbehälter durchgeführt: Am heutigen Mittwoch erreichte ein Schlepper mit fest verschweißten Lagertanks gegen 8:21 Uhr das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi, wo das Andockmanöver um 8:50 Uhr begann.

Gegen 9:17 Uhr wurde dann mit dem Entladen der Behälter begonnen. Die verschweißten Tanks sollen schrittweise die bislang genutzten Bolzentanks ersetzen.

An den lediglich mit Bolzen zusammengehaltenen Behältern, war es aufgrund mangelnder Planierung des Baugrunds, schlechter Auftragung von Korrosionsschutz und unzulässigen Materialverzichts zu teils schweren Tanklecks gekommen.

TEPCO begleitete die Kurzmeldung über die Anlieferung mit fotografischen Aufnahmen.

Auf diesen ist sowohl die Ankunft des Schleppers, das Anlegen, sowie die Entladung zu sehen. Weitergehende Angaben machte der Kraftwerksbetreiber nicht.

Hohe Strahlung in Sperrgebieten trotz Dekontamination: Zwischen vergangenem Oktober und Januar 2014, führte das Umweltministerium testweise Dekontaminationsmaßnahmen in jenen Bereichen der Ortschaften Futaba und Namie durch, in denen eine Rückkehrals  langfristig schwierig eingestuft wird.

Artikelbild: Zugang zur Sperrzone (Foto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)
Zugang zur Sperrzone (Foto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)

Die gestern veröffentlichten Messergebnisse betreffen die sechs Testorte, an denen eine Jahresbelastung über 50 Millisievert erwartet wurde.

Bei dem Versuch, das Strahlungsniveau in stark radioaktiv belasteten Bereichen auf Sicherheitswerte zu senken, die theoretisch eine Rückkehr ermöglichen würden, konnten nicht die erwünschten Ergebnisse erzielt werden.

Zwar war es möglich die Strahlung in Wohngebieten, Straßen und landwirtschaftlichen Nutzflächen, in den unbewohnten Gebieten zwischen 50 und 80 Prozent zu reduzieren, dennoch lagen die Werte dort immer noch über dem Jahreswert von 20 Millisievert, so dass eine Rückkehr nicht erlaubt wäre.

In Futaba lagen die Werte nahe öffentlicher Gebäude nach Durchführung der Dekontamination, durchschnittlich zwischen 3,01 und 4,46 Mikrosievert und in Namie  zwischen 3,26 und 8,47 Mikrosievert pro Stunde. Das entspricht einem Rückgang um 20-30 (Futaba) bzw 40-50 (Namie) Prozent im Vergleich vor der Maßnahme.

Dennoch liegen selbst diese verbesserten Werte immer noch mehr als das Zehnfache über dem Wert von 0,23 Mikrosievert pro Stunde, ab dem eine Dekontamination als erforderlich angesehen wird. Ob in diesen bislang unbewohnten Gebieten tatsächlich großflächig dekontaminiert werden soll, will die Regierung die aufwändigen Maßnahmen vom Rückkehrinteresse früherer Bewohner abhängig machen.

Verwaltungen der evakuierten Gemeinden fordern die Regierung dazu auf, die Pläne zu einer vollständigen Wiederherstellung der Bewohnbarkeit nicht aufzugeben. So erklärte etwa Tamotsu Baba, Bürgermeister von Namie, die Regierung sei in der Verantwortung, die Ortschaften für Kinder und Enkel wieder bewohnbar zu machen. Dartüber berichteten jiji und NHK.

Diebstahl von Spenden in Otsuchi: Nachdem die Ruine des einstigen Rathauses von Ofunato (Präf. Iwate), zum stillen Zeugnis für die Naturkatastrophen vom 11. März 2011 wurde, hatte man vor dem Gebäude einen Schrein mit einem Opferstock errichtet.

Japan: Japanische Yen-Banknoten (Foto: pd)
Spendendiebstahl in Präf. Iwate (Symbolfoto: pd)

Als Angehörige die Stätte am heutigen Mittwochmorgen besuchten, mussten sie feststellen, das Unbekannte den Behälter aufgebrochen hatten und der Großteil der Spenden gestohlen worden war.

Lediglich 23 Yen ließen die Täter zurück. Nach Angaben der Verwaltung, belaufe sich die durchschnittliche Höhe der Spenden pro Monat auf mehrere zehntausend Yen.

Der Spendenbehälter war zuletzt am 11. April geleert worden. Die Polizei hat nach Angaben der Asahi Shimbun, sowie Präfekturmedien, die Ermittlungen aufgenommen.

Das Schicksal des Rathausgebäudes selbst ist umstritten. Während der jetzige Bürgermeister zumindest die Fassade zum Gedenken an die 40 Menschen, die in dem Gebäude den Tod fanden, erhalten will und darin von einigen Hinterbliebenen unterstützt wird, fordern andere Familien den vollständigen Abriss, da die seelische Belastung und der Schmerz zu groß seien.

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