Start Aktuelles Fukushima aktuell: TEPCO schließt vorletzte Eiswall-Abschnitte

Fukushima aktuell: TEPCO schließt vorletzte Eiswall-Abschnitte

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Artikelbild - AKW Fukushima: Gefriereinheit des Eiswall-Projekts am 30. April 2015 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Gefriereinheit des Eiswalls im April 2015 (Foto: TEPCO)

AKW-Betreiber TEPCO kann sich in Fukushima heute zwar über Fortschritte freuen, muss jedoch weiter mit der Unsicherheit leben, ob der Eiswall den Erwartungen gerecht werden kann. Außerdem gehören erneut rätselhafte Ballons zu den Fukushima News.

Einzelheiten zu den Meldungen gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 3. März 2017.

Unsere heutigen Themen zum Wochenende:

  • Weitere Gefrierungsmaßnahmen am Eiswall
  • Erneut rätselhafte Ballons in der Präfektur aufgetaucht
Weitere Gefrierungsmaßnahmen am Eiswall

Wie der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi am gestrigen Donnerstag bekannt gab, plant man den Gefrierungsvorgang für vier der fünf verbliebenen und bislang nicht gefrorenen Abschnitte des Eiswalls aus der Landseite, einzuleiten.

Das Unternehmen hatte der Atomaufsichtsbehörde einen entsprechenden Plan vorgelegt, der gestern offiziell genehmigt wurde, so dass die Einleitung des Kühlmittels in diesen Abschnitten bereits heute beginnen könnte.

Die Gesamtstrecke an Leitungen auf der landseitigen Partie beträgt 860 Meter. Davon entfallen 25 Meter auf die jetzt zu gefrierenden Teilstücke. Somit wird lediglich eine letzte Passage von etwa sieben Metern, westlich von Reaktor 2 vorerst offen bleiben.

Über diese Ankündigung über weitere Arbeiten am Eiswall berichteten Präfekturmedien.

Hintergrund

Der Eiswall ist ein System aus unterirdischen Leitungen in 30 Metern Tiefe, dass die Reaktorgebäude 1-3 umfasst und während der Arbeiten in eine küstenseitige, sowie eine landseitige Passage unterteilt wird.

Durch die Leitungen soll ein Kühlmittel zirkulieren, dass die umgebenden Bodenschichten gefrieren lässt und auf diese Weise eine natürliche, wasserdichte Barriere schafft.

Sie soll die Vermischung von radioaktiv kontaminiertem Wasser, dass durch Risse aus den Reaktoren gelangt, mit sauberem Grundwasser verhindern. Diese Vermischung ist der Hauptgrund für die täglich anfallende Menge mehrerer Tonnen an kontaminiertem Wasser.

Während der Küstenabschnitt des Eiswalls weitgehend gefroren ist und TEPCO behauptet, erste positive Wirkungen melden zu können, sind die Behörden insgesamt skeptisch. Sie stellen die Effektivität des Eiswalls in Frage und fürchten zudem auch Risiken.

So ist dieses Konzept bislang noch nie in diesem Maßstab angewandt worden und nur auf einige Betriebsjahre ausgelegt. Außerdem wird befürchtet, bei einem zu starken Rückstau könne der Wasserpegel in den Untergeschossen kippen und sich nach außen ergießen.

Erneut rätselhafte Ballons in der Präfektur aufgetaucht

Nach dem rätselhaften Fund von vier Ballons, meldet die Präfekturpolizei Fukushima nun die Entdeckung von zwei weiteren Ballons. Demnach sei einer in der Stadt Miharu und der andere in der Stadt Inawashiro aufgefunden worden.

Auch in diesem Fall handelt es sich um neun Meter lange und etwa einen Meter breite Ballons aus durchsichtigem Vinyl, die Beutel mit einem Timer, sowie einer hellblauen Flüssigkeit transportieren.

Da es sich bei den beiden AA-Batterien im Timer um koreanische Fabrikate handelt, besteht die Möglichkeit, dass sie aus Südkorea stammen. Zuvor waren ähnliche Ballons auch in den Präfekturen Niigata und Yamagata entdeckt worden.

Nach Polizeiangaben geht von der Flüssigkeit keine Gefahr für den menschlichen Körper aus. Die möglichen Zusammenhänge zwischen den sechs Funden in Fukushima und jenen in den anderen Regionen, würden untersucht. Das berichteten Präfekturmedien.

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