Start Aktuelles Fukushima aktuell: TEPCO soll Zukunft des zweiten Kraftwerks klären

Fukushima aktuell: TEPCO soll Zukunft des zweiten Kraftwerks klären

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Artikelbild: Fukushima Daini (Foto: TEPCO)
Stilllegung des AKW Fukushima Daini gefordert (Foto: TEPCO)

Premierminister Abe will dem Betreiber TEPCO eine wichtige Entscheidung überlassen, so dass die Situation am zweiten AKW in Fukushima heute von besonderer Bedeutung ist. Weitere Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 30. Januar 2015.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • TEPCO soll über Schicksal des AKW Fukushima Daini entscheiden
  • Aktuelle Angaben zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter
  • Wiedereröffnung eines 24-Stunden-Markts in Evakuierungsgebiet
  • Bau des Zwischenlagers für radioaktive Abfälle
  • Rückkehr von Verantwortlichen nach Naraha

TEPCO soll über Schicksal des AKW Fukushima Daini entscheiden: Bei einer Komiteesitzung des Unterhauses äußerte sich  Premierminister Shinzo Abe auf eine Frage der KPJ-Abgeordneten Chizuko Takahashi, zur Zukunft des AKW Fukushima Daini (Fukushima 2).

Premier Abe erklärte, der Kraftwerksbetreiber TEPCO müsse darüber entscheiden, ob die Anlage, die etwa zehn Kilometer südlich des AKW Fukushima Daiichi liegt, stillgelegt werden soll.

Die kommunistische Abgeordnete forderte, die Regierung müsse nicht nur die Lage am Fukushima Daiichi (F1) unter Kontrolle halten, sondern beide Fukushima-Kraftwerke stilllegen.

Abe gab bekannt, er habe TEPCO zumindest im Fall des AKW Fukushima Daiichi, auch die Stilllegung der beiden verbliebenen Reaktoren 5 und 6, wegen der räumlichen Nähe zu den geschädigten Reaktoren nahe gelegt.

Dies gelte jedoch nicht für die Anlage Fukushima Daini (F2). Hier müsse der Betreiber entscheiden und dabei sowohl Energiepolitik, als auch die Einhaltung der neuen Sicherheitsstandards, sowie die öffentliche Meinung berücksichtigen. Hierüber berichtete die NHK.

Das Schicksal des zweiten Fukushima-Kraftwerks war in der Vergangenheit mehrfach Thema von Diskussionen. Auch ein Weiterbetrieb des AKW Fukushima Daini wurde erwogen.

Aktuelle Angaben zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter: Am Freitag übermittelte der Kraftwerksbetreiber TEPCO die aktuellen Angaben zur Zahl der Beschäftigten an der Anlage, sowie zur Höhe der Strahlungsdosis an das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales für den Dezember 2014.

Nach Angaben von TEPCO, waren im Dezember 2014 insgesamt 625 Arbeitskräfte für das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi neu eingestellt worden. Die maximale Strahlungsbelastung der Angestellten lag bei 15,41 Millisievert.

Im Bezug auf die inkorporierte Strahlenbelastung wurden wie zuvor, keine signifikanten Werte festgestellt. Der nächste Bericht, der sich mit den Strahlungsdaten, mit Stand von Ende Januar 2015 befassen wird, soll gegen Ende Februar  eingereicht werden.

Wiedereröffnung eines 24-Stunden-Markts in Evakuierungsgebiet: Erstmals seit Beginn der Fukushima-Krise, ist ein 24-Stunden-Geschäft (konbini) in der Evakuierungszone wiedereröffnet worden.

In Naraha, das im Rahmen des 3-Zonen-Modells als Gebiet mit baldiger Rückkehraussicht eingestuft wurde, eröffnete eine Filiale der Konbini-Kette „Family Mart„.

Eine Ankündigung der Filial-Neueröffnung in Naraha war zuvor durch das Unternehmen veröffentlicht worden. Der Laden im Ortsteil Kamishigeoka liegt an der Nationalstraße Route 6, die in Nord-Süd-Richtung durch die Präfektur verläuft.

Die Neueröffnung soll die Versorgung der  Arbeiter, die mit dem Wiederaufbau beschäftigt sind, sowie die gelegentlich zurückkehrenden Einwohner unterstützen.

Über die Maßnahme, die neben Lebensmitteln auch Gegenstände des täglichen Bedarfs umfasst, berichtete die Kyodo.

Bau des Zwischenlagers für radioaktive Abfälle: Die Regierung will zum 11. März mit dem Transport der Dekontaminationsabfälle auf dem Gebiet der Gemeinden Futaba und Okuma beginnen.

Die Arbeiten an der 16 Quadratkilometer umfassenden Anlagen hatten ursprünglich bereits Ende dieses Monats beginnen sollen, mussten aufgrund von Verzögerungen bei Ankauf und Bau verschoben werden.

Der Baubeginn der ersten beiden Einrichtungen, die jeweils 10.000 Quadratkilometer umfassen,  ist jetzt für kommenden Dienstag vorgesehen.

Die Gesamtmenge der Abfälle beläuft sich auf etwa 22 Millionen Kubikmeter.

Die Abfälle, darunter kontaminiertes Erdreich, sollen dann gelagert werden, bis langfristige Lagermöglichkeiten fertiggestellt sind. Dieser Zeitpunkt ist jedoch aus den gleichen Gründen unklar, wie die bisherigen Verspätungen.

Über den kommenden Baubeginn berichteten NHK und Präfekturmedien.

Rückkehr von Verantwortlichen nach Naraha: Vier Verwaltungsmitglieder der evakuierten Ortschaft Naraha dürfen aufgrund einer Sondererlaubnis vorab zurückkehren.

Da die jährliche Strahlungsdosis dort nicht über 20 Millisievert betragen soll, eine baldige Rückkehr dauerhaft möglich werden. Seit August 2012 ist der Aufenthalt bei Tag, nicht jedoch die Übernachtung erlaubt.

Trotz der Beendigung der Dekontaminationsarbeiten im März 2014, fürchten die evakuierten 7.500 Einwohner vielfach gesundheitliche Folgen.

Die Rückkehr der Verantwortlichen, zu denen auch Bürgermeister Yukihide Matsumoto zählt, war von Einwohnern gefordert worden, um eine groß angelegte Rückkehr im Frühjahr vorzubereiten.

Eine Umfrage vom Oktober 2014 ergab, dass 45,7 Prozent der Evakuierten eine zeitnahe Rückkehr, oder solche unter den richtigen Umständen für möglich halten. Gänzlich ablehnend äußerten sich 22,9 Prozent.

Einzelheiten über die Rückkehr sollen im kommenden Monat bekannt gegeben werden. Über die Bemühungen berichtete die Asahi Shimbun.

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