Fukushima aktuell: TEPCO spielte Strahlungsbelastung im Hafenbecken herunter

Fukushima aktuell: TEPCO spielte Strahlungsbelastung im Hafenbecken herunter

AKW-Betreiber verschwieg Zusammenhänge mit früheren Messungen

1091
0
TEILEN
Artikelbild - AKW Fukushima: Grundwasser-Pumparbeiten zur Verhinderung der Hafenkontamination am 21. September 2016 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Grundwasser-Pumparbeiten zur Verhinderung der Hafenkontamination am 21. September 2016 (Foto: TEPCO)

Ob es sich bei der jüngsten Enthüllung um eine bloße Versäumnis, oder einen gezielten Versuch der Verharmlosung handelt, dürfte insbesondere bei Fischern der Präfektur Fukushima heute Anlass für Diskussionen sein.

Die aus Japan aktuell gemeldeten Fukushima News werfen definitiv kein gutes Licht auf die Informationspolitik von TEPCO, deren Image ohnehin schwer beschädigt ist. Die jüngsten Entwicklungen finden sich nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 23. September 2016.

Unser Thema zum Wochenende:

  • TEPCO spielte Hafenbelastung nach Regenfällen herunter
TEPCO spielte Hafenbelastung nach Regenfällen herunter

Offenbar hat der Kraftwerksbetreiber TEPCO bei seinen jüngsten Angaben zur Belastung des Hafenbeckens in die Trickkiste gegriffen, um die Nachricht zu verharmlosen.

Nachdem schwere Regenfälle zum Hochspülen von radioaktivem Grundwasser geführt hatten, war die Sorge aufgekommen, radioaktives Wasser könnte in den Hafenbereich gelangt sein.

TEPCO hatte gestern Analyse-Ergebnisse vorgelegt und in dem Pressematerial erklärt, mit Cäsiumwerten von 95 Becquerel und 74 Becquerel pro Liter an zwei Wasserzuführungen für Reaktoren, sei die Belastung sehr gering.

Tatsache ist jedoch, dass diese Formulierung als Irreführung verstanden werden kann, weil der Kontext bisheriger Messergebnis dabei gänzlich fehlt.

Beide Ergebnisse stellen für die jeweiligen Stellen nämlich neue Höchstwerte dar.

Die bisher nachgewiesenen Maximalwerte dort lagen bei 82 Becquerel bzw. 73 Becquerel pro Liter und stammen vom September bzw. Oktober 2015.

Das bedeutet im ersten Fall einen Anstieg um 13 Becquerel pro Liter. Auch wenn im zweiten Fall der Anstieg um einen Becquerel trivial erscheint, liegt auch in diesem Fall eine Überschreitung vor – die der Presse jedoch nicht mitgeteilt wurde.

In den bereitgestellten Daten des Unternehmens ist die Differenz zwar nachvollziehbar, allerdings wurde nicht gesondert auf diesen bedeutsamen Umstand hingewiesen.

Ein TEPCO-Sprecher erklärte, man entschuldige sich für die Unklarheit und wolle in einer Pressekonferenz am heutigen Freitag genauere Angaben machen. Das berichteten Präfekturmedien.

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT