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Fukushima aktuell: TEPCO stellt neues ALPS vor

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Artikelbild - Adsorptionstürme des künftigen Hochleitungs-ALPS (Foto: TEPCO)
Adsorptionstürme des künftigen Hochleitungs-ALPS (Foto: TEPCO)

Während es am AKW Fukushima heute wieder Zwischenfälle gab, konnte der Betreiber der Presse bereits gestern Fortschritte melden. Weitere Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 17. Oktober 2014.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • TEPCO stellt Fortschritte der ALPS-Anlagen vor
  • Ausfall von Messposten
  • Arbeitsunfall bei Meeresbodenarbeiten
  • Mehr Dekontamination in freigegebener Ortschaft
  • Neue Grundwasserwerte veröffentlicht

TEPCO stellt Fortschritte der ALPS-Anlagen  vor: Kraftwerksbetreiber präsentierte heute die Fortschritte am Multinuklid-Filtersystem ALPS auf dem Gelände des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi.

Nach dem bisherigen ALPS-System, das aus drei Einheiten besteht, präsentierte TEPCO nun die zweite ALPS-Anlage, mit der weitere Kapazitäten für die Filterung geschaffen werden sollen.

Eine dritte Anlage, die als Hochleistungssystem deutlich mehr Leistung bringen soll, wird nach dem Willen des Unternehmens ebenfalls bald in Betrieb gehen. Sobald alle drei Anlagen in Betrieb sind, wir die Kapazität des Multinuklid-Filtersystems auf 2.000 Tonnen gesteigert.

Bislang fallen täglich 300 Tonnen an kontaminiertem Wasser durch die Reaktorgebäude an. Die Menge an radioaktivem Wasser aus den Lagertanks, die der Filterung bedarf, beläuft sich aktuell auf 360.000 Tonnen.

Doch neben der Erweiterung der ALPS-Anlage, präsentierte das Betreiberunternehmen auch eine weitere Neuerung. Dabei handelt es sich um eine Anlage, mit der sich das heraufgepumpte Wasser aus Grundwassermessposten filtern und in den Pazifik einleiten lässt.

Bislang wehren sich Fischereiverbände jedoch noch dagegen,  Grundwasser von der Kraftwerksanlage verklappen zu lassen.

In der Vergangenheit hatte es mehrfach erhebliche Zwischenfälle und Pannen am ersten ALPS gegeben, so dass Skepsis durchaus nachvollziehbar ist – zumal die Filterung von Tritium weiterhin nicht ohne weiteres möglich sein wird.

Über die Pressepräsentation berichteten Mainichi Shimbun und NHK.

Ausfall von Messposten: Am heutigen Freitag entdeckte ein Angestellter gegen 11:30 Uhr, dass der mobile Strahlungsmessposten am Westtor der Anlage nicht funktionierte.

Aus diesem Grund wurde eine Prüfung des Strahlungsniveaus vor Ort durchgeführt und keine signifikanten Abweichungen nachgewiesen.

Arbeitsunfall bei Meeresbodenarbeiten: Bei Arbeiten zur Abdeckung des Meeresbodens, verletzte sich ein Angestellter gegen 13:30 Uhr, als er sich eine Schnittwunde am Kleinfinger der rechten Hand zuzog.

Bei einer Kontrolle im medizinischen Notfallzentrum des AKW wurde die Entscheidung getroffen, den Patienten in ein Krankenhaus einzuliefern. Es wurde keine radioaktive Kontamination am Körper festgestellt.

Mehr Dekontamination in freigegebener Ortschaft: Die Regierung hat mit weiteren Dekontaminationsarbeiten auf dem Gelände der Gemeinde Kawauchi begonnen.

Straßensperre in der Präfektur Fukushima (Foto: Prof. Haruhiko Okumura cc-by)
Erneute Dekontamination in Sperrgebiet-Gemeinde (Symbolfoto: Prof. Haruhiko Okumura cc-by)

Die Ortschaft befindet sich im räumlichen Umkreis des Sperrgebiets. Anfang des Monats war der Evakuierungsstatus für die Gemeinde Kawauchi aufgehoben worden.

Die heutigen Maßnahmen umfassten die Abtragung von Erdschichten an zwei Gebäuden. Bis Ende Oktober sollen 23 Stellen dekontaminiert werden.

Die aktuellen Schritte sind eine Reaktion auf die Bedenken der einstigen Einwohner. Diese hatten trotz der Erlaubnis zur Rückkehr bislang keine besonderen Anstrengungen unternommen.

Auch jetzt wird jedoch keine erneute Dekontamination der gesamten Gemeinde angestrebt,  sondern es sollen fallbezogene Entscheidungen getroffen werden.

Dennoch ist es das erste Mal, dass derart umfassende Maßnahmen nachträglich durchgeführt werden. Ähnliche Arbeiten in der zuvor freigegebenen Gemeinde Tamura waren weniger weitreichend.

Nach Angaben von Arbeitern sank der Wert von 2,89 vor einem der Gebäude um 90 Prozent, berichtet die NHK.

Neue Grundwasserwerte veröffentlicht: Die jetzt bekannt gegebenen Daten zu den Grundwasserposten 1-6 zeigen Veränderung zu den Vortagen.

Mit 64.000 Bequerel pro Liter an  Cäsium-134 gibt es, im Vergleich zum Wert von 61.000 vom Montag eine erneute Erhöhung.

Im Fall von Cäsium-137 mit 190.000 (Wert unverändert), Mangan-53 mit 510 Becquerel (zuvor 700) und Kobalt-60 mit 2.100 (3.600) gab es dagegen keine neuen Rekorde.

Der Gesamtwert an Betastrahlern sank mit 6,1 Millionen Becquerel pro Liter im Vergleich zum vorherigen Wert von 7,8 Millionen Becquerel etwas.

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