Fukushima aktuell: TEPCO sucht potentielle Geldgeber

Fukushima aktuell: TEPCO sucht potentielle Geldgeber

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Artikelbild - TEPCO-Zentrale, Hauptsitz in Tokyo (Foto: Yusuke Kawasaki cc-by)
TEPCO-Hauptsitz in Tokyo (Foto: Yusuke Kawasaki cc-by)

Umstrukturierungen mit finanziellen Risiken sind für den Betreiber des AKW Fukushima heute ein Thema. Weitere Fukushima News befassen sich mit einem weiteren Problem für TEPCO und erneut mit dem Mobbing eines Schülers.

Die Einzelheiten zu diesen Meldungen gibt es wie üblich, im Spreadnews Japan-Ticker vom 16. November 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Unternehmensänderung bei AKW-Betreiber TEPCO mit Hindernissen
  • Brief des gemobbten Schülers aus Fukushima veröffentlicht
  • TEPCO reagiert auf Forderung nach  Änderung der Entschädigungspraxis
Unternehmensänderung bei AKW-Betreiber TEPCO mit Hindernissen

Am gestrigen Dienstag legte der Präsident des Elektrizitätsanbieters TEPCO dem Industrieministerium einen Vorschlag zur Reform des Unternehmens vor.

Nach einem vertraulichen Treffen des Expertenkomitees gaben dessen Leiter und ein Mitglied des Industrieministeriums im Rahmen einer Pressekonferenz die Inhalte des Antrags bekannt.

Demnach sucht TEPCO nach anderen Elektrizitätsanbietern, um im Rahmen einer Kooperation wieder mehr Gewinn erzielen zu können. Doch Risiken, etwa bei den Kosten für die Stilllegung des AKW Fukushima Daiichi, dürften viele Unternehmen abhalten.

TEPCO hatte im bisherigen Plan auf den Neustart des AKW Kashiwazaki-Kariwa als Quelle für Einnahmen gehofft. Die atomkraftkritische Haltung der dortigen Präfekturverwaltung machte diese Aussichten jedoch zunichte.

Ob und Wann der AKW-Betreiber tatsächlich andere Unternehmen ins Boot holen kann, bleibt vorerst unklar. Die Regierung begrüßt die Bemühungen jedoch, da bislang ein Großteil der Ausgaben von TEPCO durch Steuergelder gedeckt werden.

Über die Probleme bei der Umsetzung der Finanzierungspläne berichtete die Mainichi Shimbun.

Brief des gemobbten Schülers aus Fukushima veröffentlicht

In der vergangenen Woche berichteten wir über den Fall eines Schülers aus Fukushima, der wegen seiner Flucht aus der Präfektur Fukushima im Zuge der AKW-Katastrophe 2011 an seiner neuen Schule in Yokohama drei Jahre lang gemobbt wurde.

Gestern veröffentlichte der Anwalt der Familie ein dreiseitiges Schreiben das der damals 13 Jahre alte Schüler im Juli vergangenen Jahres verfasst hatte.

In dem Dokument schildert der Schüler seine Ängste, sich gegen die Peiniger zu wehren. Er fürchtete, sonst noch stärker gemobbt zu werden, als zuvor.

Der Junge berichtet, dass er viele Male an Selbstmord gedacht habe. Der Gedanke an die vielen Todesopfer der Tohoku-Katastrophen 2011 hätten ihn jedoch immer wieder von diesen Todeswünschen abgebracht, auch wenn sein Leben schwer sei.

Nach Angaben des Rechtsanwalts wollte der Schüler, dass seine niedergeschriebenen Gedanken nun veröffentlicht und seine Geschichte bekannt wird, um andere Opfer von Mobbing dazu zu ermutigen über ihre Probleme zu sprechen.

Im Bezug auf das Verhalten der Schulleitung wurde nun bekannt, dass den Lehrern sogar die Erpressung gegen den Schüler bekannt waren und dass er das Gefühl hatte, niemand glaube ihm. Tatsächlich wurden damals keine Konsequenzen daraus gezogen.-

Die Eltern kritisieren zudem, dass der Bericht eines unabhängigen Komitees, das im Auftrag der Schulbehörde Yokohama den Fall untersucht hatte, offenbar nachträglich bearbeitet wurde, als man bekannt gab, dass Details veröffentlicht werden sollten.

Jetzt ordnete Fumiko Hayashi, die Bürgermeisterin von Yokohama, eine Untersuchung an, um zu klären, weshalb nicht gegen das Mobbing vorgegangen worden war. Sie selbst sagte, die Schilderungen des Jungen wären herzzerreißend gewesen.

Über die Geschichte des Jungen berichteten Mainichi Shimbun und NHK.

TEPCO reagiert auf Forderung nach  Änderung der Entschädigungspraxis

Der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi ist bereit, die Schäden, die land- und forstwirtschaftlichen Betrieben durch die AKW-Krise entstanden, neu zu prüfen. Das teilte Unternehmenspräsident Naomi Hirose am heutigen Mittwoch mit.

Mit dieser Ankündigung reagiert der Elektrizitätsanbieter auf Forderungen nach neuen Entschädigungsrichtlinien, die von verschiedenen Stellen als dringende Notwendigkeit angemahnt wurden, um die Betriebe in Fukushima wiederbeleben zu können.

Landwirtschaftsberbände und Rinderzüchter sind der Ansicht, dass die einmalige Zahlung einer festen Entschädigungssumme nicht den Erfordernissen entspreche, die durch die anhaltenden Einschränkungen gegeben sind.

Der TEPCO-Präsident machte allerdings keine genauen Angaben dazu, welche Teile man prüfen und ggf. überarbeiten werde. Man werde sich der Angelegenheit zwar zügig annehmen, einen Zeitplan gab es allerdings ebenfalls nicht. Das berichteten Präfekturmedien.

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