Start Aktuelles Fukushima aktuell: TEPCO übt sich in Schadensbegrenzung nach Pumpzwischenfall

Fukushima aktuell: TEPCO übt sich in Schadensbegrenzung nach Pumpzwischenfall

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Artikelbild - AKW-Fukushima: Digitalmodell der Anlage (Simulation: TEPCO)
AKW Fukushima: NRA will mehr Sicherheit für die Anlage (Simulation: TEPCO)

TEPCO bemüht sich am AKW Fukushima, heute um eine Lösung des jüngsten Pumpzwischenfalls und eine Klärung des Lecks an einem Kunststoffbehälter – jedoch in beiden Fällen nur mit vorsichtigen Fortschritten. Der Betreiber sieht sich in Japan, aktuell wieder einmal besonderem Druck ausgesetzt.

Diese und weitere Fukushima News nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 15. April 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Fehlgeleitetes radioaktives Wasser wird zurückgepumpt
  • Einzelheiten zum Leck des Plastikbehälters
  • Pumpe von Wärmeabfuhrsystem meldete Probleme
  • TEPCO zur Ursachenforschung des Pumpfehlers aufgefordert

Fehlgeleitetes radioaktives Wasser wird zurückgepumpt: Kraftwerksbetreiber TEPCO bemüht sich darum, stark radioaktives Wasser zurück in die Lagerbehälter zu pumpen, aus denen es ausgetreten war. Diese Maßnahme wurde nach dem gestern entdeckten Austritt von radioaktivem Wasser durch Pumpfehler erforderlich.

Das mit 37 Millionen Becquerel an radioaktivem Cäsium belastete Wasser, soll durch Leitungen zurückgepumpt werden, da es sich bei dem Gebäude, in dessen Untergeschoss sich das Wasser ausweitete, weder um eine Lagereinheit, noch um eine Filteranlage für radioaktiv kontaminierte Abwässer handelt.

Allerdings erweist sich dieser Vorgang offenbar als schwierig.

Am gestrigen Abend beschloss der Betreiber um 17:08 Uhr die Arbeiten zu unterbrechen, da sich offenbar die Position der Absaugpumpe als ungünstig erwiesen hatte. Bei einer anschließenden Kontrolle wurden keine Schäden an den Leitungen festgestellt.

Zur besseren Überwachung des Wasserstands wurde in Messgerät angebracht, dass bislang keine Schwankungen des Wasserstandes in den beiden Gebäuden feststellte.
Nach Überarbeitung der Zurückleitungspläne am heutigen Dienstag, sollen die Pumpen so bald wie möglich ihre Arbeit wieder aufnehmen.

Einzelheiten zum Leck des Plastikbehälters: Noch vor der Entdeckung des Pumpzwischenfalls am gestrigen Montag, war bereits am Sonntag an einem gelben Kunststoffbehälter des Lagertankbereichs H5 Wasser ausgetreten. Die Arbeiten zur Entfernung des Wassers konnten gestern abgeschlossen werden.

AKW Fukushima: Wasseraustritt am Kunststoffbehälter am 13. April 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Wasseraustritt am Kunststoffbehälter am 13. April 2014 (Foto: TEPCO)

In dem Behälter war Regenwasser und lose Feststoffe eingelagert worden, dass sich nach schweren Regenfällen hinter den Barrieren der Lagertanks angesammelt hatte. Es wurden acht Kubikmeter zurückgepumpt.

Ob der frühere Einsatz von schweren Gerät vor Ort zur Perforation führte, oder ob es andere Ursachen gibt, muss noch ermittelt werden.

Insgesamt sollen sich derartige Kunststofftanks in 54 Gruppen auf dem Gelände befinden.

Pumpe von Wärmeabfuhrsystem meldete Probleme: Am gestrigen Montag wiesen um 7:37 Uhr zwei Alarme auf Probleme der  Nachkühlpumpe D an Reaktor 5 hin.

Nach dem Stopp der Pumpe um 19:47 Uhr, wurde das System bereits um 20:04 durch Einsatz der Pumpe B wieder gestartet. Es kam zu keiner Temperaturschwankung, diese blieb konstant bei 32,4 Grad Celsius.

TEPCO zur Ursachenforschung des Pumpfehlers aufgefordert: TEPCO sieht sich steigendem Druck durch  örtliche Behörden ausgesetzt. Diese fordern eine schnelle Klärung, wie es zu einem derart gravierenden Fehler kommen konnte.

Das Unternehmen erklärte, bislang sei die Ursache für den Betrieb der vier Pumpen, welche zur Flutung eines Kellergeschosses geführt hatten, noch unklar. Man werde jedoch die Kraftwerksarbeiter befragen, falls Untersuchungen vor Ort ohne Ergebnis blieben.

Bei einer Anhörung zur öffentlichen Meinung, die vom Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie am gestrigen Montag in Iwaki (Präf. Fukushima) abgehalten wurde, waren die jüngsten Lecks ebenfalls das Hauptthema. Es handelte sich um das zweite Treffen dieser Art.

So forderte etwa der Bürgermeister von Okuma, die Qualität der Arbeit vor Ort zu verbessern. Es würden zu viele Fehler aufgrund von menschlichem Versagen auftreten. Von andere Stelle wurde die schlechte Kommunikation und Mängel in der Befehlskette kritisert. Es bestehe nach wie vor kein Bewusstsein für Krisenmanagement.

Auch die Kraftwerksarbeiter müssten besser geschult werden, forderte der Vertreter eines örtlichen Industrie- und Handelsverbandes. Über den Druck auf TEPCO berichteten die NHK und Präfekturmedien.

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