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Fukushima aktuell: TEPCO untersucht bauliche Sicherheit an Reaktor 1

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Artikelbild: Aufnahmen der Transportluken-Kamera von der Westwand im 4. Stock an Reaktor 1 am 4. Dezember 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 1: Aufnahmen der Transportluken-Kamera von der Westwand im 4. Stock am 4. Dezember 2013 (Foto: TEPCO)

Für Personen, deren Leben durch die Kernschmelzen am AKW Fukushima heute noch nachhaltig beeinträchtigt wird, gibt es unter anderem mit neuen Entschädigungsplänen zumindest einen kleinen Fortschritt auf dem langen Weg zur Normalität.

Lang war aber auch der Weg, den eine Kamera bei den jüngsten Untersuchungen an einem der Reaktoren zurücklegen musste. Wie lang die Strecke sein wird, über die kontaminiertes Erdreich einmal zu den Zwischenlagern gelangen soll, ist  dagegen völlig unklar. Alle Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 9. Dezember 2013.

Unsere Themen zu Wochenbeginn:

  • Untersuchung von Trägerkonstruktionen an Fukushima-Reaktor 1
  • Transport-Ausschuss soll bei Entsorgungsproblem helfen
  • Reis aus AKW-Sperrzone hält Sicherheitsstandards ein
  • Sonderregelungen für Entschädigungszahlungen in Arbeit

Untersuchung von Trägerkonstruktionen an Fukushima-Reaktor 1: Zwischen dem 4. und 5. Dezember führte Kraftwerksbetreiber TEPCO eine Reihe von Untersuchungen an den Trägerkonstruktionen und Wänden im Bereich einer Transportluke durch.

Fukushima-Reaktor 1 Transportluke: Aufnahme der Westwand im dritten Stock am 4. Dezember 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 1 Transportluke: Aufnahme der Westwand im dritten Stock am 4. Dezember 2013 (Foto: TEPCO)

Das Ziel der Arbeiten, an denen ein TEPCO-Angestellter und acht Kraftwerksarbeiter von Partnerunternehmen beteiligt waren, bestand in der Ermittlung möglicher Schäden an den Trägerkonstruktionen in diesem Bereich des Gebäudes.

Um die Arbeiten trotz der hohen Strahlung durchführen zu können, griff das Unternehmen auf ferngesteuerte Kameras zurück.

Diese wurden, gemeinsam mit Beleuchtungselementen, von einem 3,5 Meter hohen Gerüst aus, an einer bis zu 25 Metern ausfahrbaren Stange, durch eine Transportluke gehoben, so dass sie Aufnahmen zwischen dem zweiten und vierten Stock machen konnten.

Die Bilder zeigen nach Angaben von TEPCO keine sichtbaren Schäden an den tragenden Elementen. Diese zunächst trivial erscheinende Erkenntnis, wird in künftige Berechnungen zur Erdbebensicherheit einfließen, teilte das Unternehmen mit.

Transport-Ausschuss soll bei Entsorgungsproblem helfen: Neben der eigentlichen Lagerung von radioaktivem Erdreich, das im Rahmen von Dekontaminationsarbeiten anfiel, ist auch der Transport der großen Mengen ein bislang ungelöstes Problem. Bei der Lösung des letzteren soll nun ein bis Jahresende zu schaffender Expertenausschuss Hilfe leisten.

Entfernung von kontaminiertem Erdreich am 16. Dezember 2011 (Foto: TEPCO)
Entfernung von kontaminiertem Erdreich am 16. Dezember 2011 (Foto: TEPCO)

Japans Umweltministerium, das für eine langfristigen Lagerung die Schaffung von Zwischenlagern plant, will mit den Experten diskutieren, wie das bislang nur notdürftig gesicherte Erdmaterial nach Fertigstellung der Lagerstätten auf sicheren Routen dorthin transportiert werden könnte. Dabei ist es offenbar bereits für die geplanten Zwischenlager noch ein langer Weg.

Insgesamt muss für 35 Millionen Tonnen an Erdreich und weiterem Dekontaminationsabfall ausreichend Platz gefunden werden.

Geht es nach dem Wunsch der Behörden, würde der Transport zu den geplanten Einrichtungen frühestens im Januar 2015 beginnen. Für die Durchführung der Transporte wird ein Zeitraum von mehreren Jahren genannt. Das berichtete die jiji.

Reis aus AKW-Sperrzone hält Sicherheitsstandards ein: Im Juni 2013 angebauter Reis, der aus einem Feld in Iitate (Ortsteil Nagadoro) stammt, weist eine Strahlungsbelastung weit unterhalb des Lebensmittelgrenzwerts auf. Das besondere hierbei ist der Umstand, das Iitate zu einem großen Teil als langfristig unbewohnbares Sperrgebiet eingestuft wurde.

Onigiri: Reisball mit Nori-Alge. (Foto: KJ)
Onigiri: Reisball mit Nori-Alge. (Foto: KJ)

Der Standort des Reisfelds war zuvor durch Abtragung der obersten Erdschichten dekontaminiert worden. Nach der Ernte im Oktober hatte die Gemeinde um die staatliche Strahlungskontrolle von drei Kilogramm Reis gebeten. Alle Proben wiesen eine Strahlung von zehn Becquerel pro Kilogramm auf – dies ist ein Zehntel des zulässigen Grenzwerts.

Auch wenn der kommerzielle Reisanbau im Sperrgebiet verboten ist, wollen die Einwohner des Ortes, der sich nur 40 Kilometern vom Kernkraftwerk Fukushima Daiichi entfernt befindet, auch im kommenden Jahr wieder auf eigene Faust Testpflanzungen anlegen und prüfen lassen.

Nach Angaben der NHK erhofft man sich dort, dass die Sammlung von Daten über die Strahlungsbelastung dazu führen könnte, dass zu einem späteren Zeitpunkt der kommerzielle Reisanbau in einigen Teilen der Gemeinde erlaubt werden könnte.

Bereits ab heute wird in einem Gebäudekomplex der Regierung in Tokyo, 540 Kilogramm Reis aus Kawamata (Ortsteil Yamakiya) und Iitate, serviert. Diese Versorgung soll über einen Zeitraum von neun Tagen erfolgen.

Am ersten Tag der Aktion aßen mit Shinji Inoue (LDP) und Tomoko Ukishima (Neue Komeito) zwei Umweltpolitiker demonstrativ Reisbälle aus den Ortschaften der Präfektur Fukushima.

Sonderregelungen für Entschädigungszahlungen in Arbeit: Ein Regierungsausschuss des Wissenschaftsministeriums regte am heutigen Montag an, Kraftwerksbetreiber TEPCO müsse Evakuierten, die aufgrund der hohen Strahlung langfristig keine Aussicht hätten, wieder in ihre Häuser zurückkehren, zusätzliche finanzielle Entschädigungen leisten.

Diese Zahlungen würden zusätzlich zu der bislang gezahlten Summe von etwa sieben Millionen Yen, als Ausgleich für ihre psychische Belastung erfolgen. Als Ausgleich für die lange Zeit bis zu einer möglichen Rückkehr wären zwischen zwei und sechs Millionen Yen an Zusatzzahlungen möglich.

Weitere Hilfen sollen es den Flüchtlingen ermöglichen, Immobilien außerhalb der betroffenen Gebiete zu kaufen. So sieht der Entwurf vor, die bisherigen Entschädigung für die Aufgabe eines 48 Jahre alten Holzhauses im Sperrgebiet zu verdreifachen bzw. sogar zu vervierfachen,

Der Ausschuss für Entschädigung unter Leitung von Professor Yoshihisa Nomi will den fertigen Entwurf der neuen Richtlinien, inklusive der zusätzlichen Regelungen, am 26. Dezember vorlegen. Hierüber berichteten jiji und NHK.

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