Fukushima aktuell: TEPCO veröffentlicht neue Details zur AKW-Katastrophe

Fukushima aktuell: TEPCO veröffentlicht neue Details zur AKW-Katastrophe

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Artikelbild - AKW Fukushima: Blick auf das Gebiet der Reaktoren 1 und 2 am 10. April 2011 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Blick auf das Gebiet der Reaktoren 1 und 2 am 10. April 2011 (Foto: TEPCO)

TEPCO konnte zu den Umständen der Katastrophe am Kernkraftwerk Fukushima heute neue Erkenntnisse vorlegen. Außerdem befassen sich die aktuellen Fukushima News mit Dekontaminationsarbeiten und gesundheitlichen Folgen der Ereignisse vom März 2011. Die Einzelheiten jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 20. Mai 2015.

  • TEPCO misslang Entlüftung bei AKW-Katastrophe
  • Dekontamination in Futaba angelaufen
  • Gesundheitliche Folgen bei Fukushima-Flüchtlingsfamilien verbreitet

TEPCO misslang Entlüftung bei AKW-Katastrophe: In aktuellen Untersuchungsergebnissen kommt Kraftwerksbetreiber TEPCO zu dem Schluss, dass es bei den Notfallmaßnahmen während der Fukushima-Krise zu einem massiven Mißerfolg kam, der offenbar auf einen technischen Defekt zurückzuführen ist.

Bei dem Versuch, im Verlauf des 14. März 2011 an Reaktor 2 die so genannte „Entlüftung“ – die kontrollierte Freisetzung von radioaktivem Dampf um den steigenden Druck im Reaktor auszugleichen und Schäden am Sicherheitsbehälter zu verhindern  – durchzuführen, gab es offenbar einen technischen Defekt.

Zu diesem Schluss kommt das Unternehmen, nachdem im Entlüftungsrohr zu einer so genannten Berstscheibe keine signifikante Menge an radioaktivem Material nachgewiesen wurde, wie es andernfalls bei erfolgreicher Durchführung der Fall gewesen wäre.

Offenbar gab es hier einen technischen Defekt. Zumal sei zwar die Kontamination der Umgebung gestiegen, wie dies zu erwarten gewesen war, allerdings trat der beabsichtigte Druckausgleich nicht ein. Stattdessen stieg der Druck weiter an.

Im Vergleich zu diesen Ereignissen an Reaktor 2, scheint die Entlüftung bei den beiden anderen Reaktoren 1 und 3, die zum Zeitpunkt der Katastrophe in Betrieb waren, erfolgreich verlaufen zu sein.

Die Erkenntnisse zum gescheiterten Druckausgleich in Reaktor 1 während der Ereignisse im März 2011, ist nach Medienangaben eine von insgesamt vier Erkenntnissen, die TEPCO heute offiziell bekannt gab.

Das Unternehmen kündigte an zu untersuchen, wie es ohne Entlüftung zur Freisetzung radioaktiven Materials kam und die Ergebnisse zur Absicherung der Stilllegungsarbeiten nutzen zu wollen. Über die Veröffentlichung berichteten Kyodo, Mainichi Shimbun und NHK.

Dekontamination in Futaba angelaufen: Als letzte der insgesamt 11 Gemeinden begann in Futaba die Dekontaminationsarbeiten durch die Regierung.

Die Arbeiten auf einer Fläche von 200 Hektar waren durch Uneinigkeiten über den Wiederaufbau der Gemeinde verzögert worden.

Das dortige Strahlungsniveau sei bereits vergleichsweise niedrig, so dass eine Rückkehr nach Abschluss der Maßnahme möglich sein könnte. Wohngebiet und landwirtschaftliche Nutzflächen sollen bis kommenden März dekontaminiert sein.

Dagegen gilt für 96 Prozent von Futaba weiterhin der Evakuierungsanordnung aufgrund hoher Radioaktivität.

Während die Dekontamination der übrigen zehn Gemeinden läuft, oder sogar bereits abgeschlossen wurde, ist über einen Antrag, auch die schwer belasteten Gebiete von Futaba zu dekontaminieren, bislang noch nicht entschieden. Das berichtet die NHK.

Die verlassene Ortschaft Futaba kann durch Google StreetView virtuell besichtigt werden. Dort findet sich auch das Atomenergie-Propaganda-Banner, für dessen Erhaltung sich der Texter einsetzt.

Gesundheitliche Folgen bei Fukushima-Flüchtlingsfamilien verbreitet: Eine gestern veröffentlichte Untersuchung der Präfekturverwaltung aus dem Fiskaljahr 2014 zeigt, dass in fast 70 Prozent der evakuierten Familien aus dem Gebiet um das AKW Fukushima ein Mitglied körperliche oder psychische Folgen klagt.

Mit der aktuellen Zahl von 66,3 Prozent liegt die Rate niedriger, als in der ersten Erhebung vom Fiskaljahr 2013. Damals hatten 67,5 Prozent über gesundheitliche Folgen bei Angehörigen berichtet.

Allerdings beteiligten sich an der Befragung, die sich an alle 59.746 evakuierten Haushalte richtete, lediglich 18.767 oder  33,6 Prozent der Befragten. Die Mehrheit von 13.703 Haushalten (74 Prozent) erklärte, man habe nicht auf Eigeninitiative evakuiert.

Viele der Betroffenen berichteten, sie hätten Schlafprobleme (57,9 Prozent), keine Freude am täglichen Leben (56,6 Prozent), oder ermüdeten rascher als zuvor (49,3 Prozent).

Über diese Angaben, sowie über Zahlen zu Rückkehrwillen bei Evakuierten in Übergangshäusern und solchen, die außerhalb der Präfektur Fuß gefasst haben, berichtete die Asahi Shimbun.

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