Start Aktuelles Fukushima aktuell: TEPCO veröffentlicht Ursachenanalyse zu Reaktor 3

Fukushima aktuell: TEPCO veröffentlicht Ursachenanalyse zu Reaktor 3

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Artikelbild: Blick auf Reaktor 3 am 29. September 2011 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima Daiichi: Blick auf Reaktor 3 am 29. September 2011 (Foto: TEPCO)

Dass die Krise von Fukushima heute, fast drei Jahre nach dem Ausbruch, immer noch nicht gänzlich geklärt ist, mag manchen Personen nicht mehr bewusst gewesen sein. Die Veröffentlichungen eines aktuellen Berichts, der sich mit den Umständen eines Reaktors im März 2011 befasst, dürfte diese Erkenntnis nun nachholen.

Auch wenn dieser Bericht sicher noch nicht alle Rätsel lösen wird, so kann man sich doch zumindest ein paar Details zu den bereits bekannten Fakten erhoffen. Erste Informationen aus dem Bericht nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 13. Dezember 2013.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Neue Ergebnisse zu Fukushima-Katastrophe veröffentlicht
  • Weiterhin Fettleibigkeit bei Fukushima-Kinder
  • Bürgermeister begrüßen Stilllegung von Fukushima-Reaktoren

Neue Ergebnisse zu Fukushima-Katastrophe veröffentlicht: Kraftwerkbetreiber TEPCO ist bis zum heutigen Tag mit Nachforschungen und Untersuchungen zu den Vorgängen der Kernschmelzen nach dem Tohoku-Erdbeben vom 11. März 2011 beschäftigt. Der letzte öffentliche Bericht stammt vom Juni 2012.

Fukushima-Reaktor 3 am 21. März 2011 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3 am 21. März 2011 (Foto: TEPCO)

Die bisherige Untersuchung stellte fest, dass sich die Kernschmelze an Reaktor 3 am 13. März 2011 gegen 10:40 Uhr ereignet hatte. Die für den heutigen Freitag zur Veröffentlichung angekündigten Ergebnisse umfassen eine Analyse über den Beginn der Kernschmelze.

So hätte beispielsweise die Daten der Wasserstandsanzeige ergeben, dass der Pegel bereits früh am Morgen niedrig genug gewesen sei, um zumindest einen Teil der Brennelemente ungekühlt an die Wasseroberfläche gelangen zu lassen. Dies sei ein Hinweis darauf, dass bereits zu diesem Zeitpunkt das Kühlsystem ausgesetzt hatte.

Der Versuch der Wassereinspeisung zur externen Kühlung über die Pumpen von Feuerwehrfahrzeugen habe zwar kurz nach 9:00 Uhr begonnen, könnte sich jedoch aufgrund von Schäden an den Leitungen als ineffektiv gezeigt haben. Das Unternehmen kündigte an, auch nach der heutigen Veröffentlichung weitere Untersuchungen anzustellen.

So sei etwa noch unklar, weshalb große Mengen an radioaktivem Material freigesetzt wurden und auf welchem Wege es dazu kam, berichtet die NHK. Ob sich diese Aussage auf den Zustand vor der Wasserstoffexplosion bezieht, blieb zunächst unklar.

TEPCO meldet fast täglich die Sichtung von Dampf im Bereich des fünften Stocks, erklärt dies jedoch mit Kondensation und Verdunstung aufgrund des Wärmeunterschieds an Reaktor und dem von außen kommendem Regenwasser.

Weiterhin Fettleibigkeit bei Fukushima-Kindern: Wie Zahlen des Bildungsministeriums belegen, weisen Kinder der Präfektur Fukushima nach wie vor höhere Fettleibigkeit auf, als Gleichaltrige in anderen Teilen des Landes. Das Ministerium legte heute entsprechende Daten vor.

Der Anteil an Kindern mit Übergewicht ist der landesweit höchste. Durchschnittlich weisen sie ein, um 20 Prozent höheres Gewicht auf, als bei Alter und Größe zu erwarten wäre. Ursächlich dafür sind nach Meinung der Behörden vor allem der Lebensstil unmittelbar nach Ausbruch der Fukushima-Katastrophe im März 2011.

Aufgrund der zunächst verhängten Beschränkungen beim Aufenthalt im Freien und der später anhaltenden Besorgnis vieler Eltern, kam es bei den Kindern der Präfektur zu Stressreaktionen und Bewegungsmangel, der als Ursache des Übergewichts sind.

Bei der Feststellung der Zahlen gliederte das Bildungsministerium nach Schuljahrgängen und wies durchgehend überhöhte Werte nach. Das berichtete die jiji.

Bürgermeister begrüßen Stilllegung von Fukushima-Reaktoren: Die Bürgermeister der Gemeinden Futaba und Okuma, auf deren Gelände sich Teile der Anlage des AKW Fukushima Daiichi befinden, begrüßten die Entscheidung zur Stilllegung der verbleibenden Reaktoren 5 und 6.

Der Fukushima-Reaktor 5 am 15. September 2011 (Foto: TEPCO)
Der Fukushima-Reaktor 5 am 15. September 2011 (Foto: TEPCO)

In der Vergangenheit war die Überlegung aufgekommen, die beiden Reaktoren wieder hochzufahren und für die Generierung von Elektrizität zu nutzen. Dies hatte zu Protesten geführt und zuletzt hatte sich sogar Premierminister Shinzo Abe für eine Stilllegung ausgesprochen. Die Reaktoren 1 bis 4 sind aufgrund der Kernschmelzen bereits im Prozess der Stilllegung.

Die jetzt vom Unternehmen beschlossene Aufgabe der Reaktoren und die Umwandlung der Gebäude in Forschungseinrichtungen wurde von den Vertretern beider Ortschaften positiv gewertet. Nach Einzelgesprächen mit Vertretern des Unternehmens gaben die Bürgermeister von Futaba und Okuma grünes Licht für das Vorhaben von TEPCO.

Toshitsuna Watanabe, Bürgermeister von Okuma, drückte sein Einverständnis aus und auch sein Amtskollege in Futaba, Bürgermeister Shiro Izawa erklärte, er habe keine Einwände gegen das weitere Vorgehen des Elektrizitätsanbieters in dieser Angelegenheit. Hierüber berichteten Kyodo und jiji.

3 KOMMENTARE

  1. bisher wurden nur Bilder von einem intakten, sauberen und unversertem AKW gezeigt, wo die beseitigung der Brennelemente stattfinden. oben sieht das echt und zerstört aus. kann es sein, dass nach meiner Meckerei darüber sich keiner mehr veräppeln lassen will? dafür tut es tepco weiterhin, denn sie wollen nun alle 50 AKW wieder anfahren, als wenn nie was gewesen wäre. wir werden sehen wieviele davon noch hochgehen werden.

    • Herr Tiroch,

      ich glaube kaum, dass ihre kleine Person so sehr von Bedeutung ist, dass sich irgendwelche Pressefritzen von ihrem paranoiden Rumgemeckere wirklich beeinflussen lassen. Dazu sind sie mit Verlaub einfach zu unbedeutend.

      Schon mal auf die Idee gekommen, dass Medien nur das Bildmaterial nutzen können, das ihnen von Unternehmen zur Verfügung gestellt wird? Oder glauben sie etwa, da schleicht ständig ein Haufen investigativer Undercover-Journalisten über das Gelände um die neusten Schnappschüsse abzuliefern?

      Wenn sie mal auf das Datum des Bildes schauen, dann sehen sie, dass ihre ach so geliebte Trümmeraufnahme vom September 2011 stammt.

      Sie können also ihre Verschwörungstheorie von der „Verar…“ durch Bilder aufgeräumter Reaktoren gerne weiterspinnen. Dazu müssen sie nur die aktuelleren Bilder wieder betrachten.

      Ich frage mich allerdings, weshalb sie so geil darauf sind nur Trümmer zu sehen und nicht daran glauben wollen, das Tepco auch aufräumen und reparieren kann.

      Passt das nicht zu ihrer Theorie vom bösartigen und unfähigen Atomunternehmen?

  2. Nachdem die Gegend sowieso schon verstrahlt ist, kann man die Reaktoren 5 und 6 dort jetzt auch noch weiter betreiben. Man sollte die Reaktoren lieber dort stillegen, wo die Umwelt noch nicht verstrahlt ist.
    Der Reaktor in Tschernobyl wurde schließlich auch noch 20 Jahre weiter betrieben.

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