Start Aktuelles Fukushima aktuell: TEPCO verweigerte Angestellten höhere Entschädigung

Fukushima aktuell: TEPCO verweigerte Angestellten höhere Entschädigung

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Artikelbild: J-Village vor Abfahrt des Busses am 7. Oktober 2011 (Foto: TEPCO)
Strengere Auswahl von AKW-Arbeitern in Japan geplant (Symbolfoto: TEPCO)

Der Elektrizitätsanbieter TEPCO sieht es offenbar nicht gern, wenn Beschäftigte oder ihre Familien finanzielle Forderungen stellen – und verstoßen dann auch gegen Vorgaben der Regierung. Weitere Fukushima News befassen sich mit den Todesfällen nach den Naturkatastrophen und Sicherheitsfragen zu einem Risiko-AKW.

Alle Meldungen nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 27. Februar 2014

Unsere heutigen Themen:

  • TEPCO zur Änderung zweifelhafter Entschädigungsvorgänge aufgefordert
  • Über 9.000 Todesfälle mit Katastrophenbezug
  • Sicherheitsfragen zum AKW Hamaoka

TEPCO zur Änderung zweifelhafter Entschädigungsvorgänge aufgefordert: Bei einem gestrigen Treffen des Haushaltsausschusses im japanischen Unterhaus erklärte Hakubun Shimomura, Minister fürTechnologie (MEXT), die Regierung habe sich informell dazu entschieden, TEPCO zur Besserung der Vorgänge bei Entschädigungszahlungen aufzufordern.

In der Vergangenheit war bekannt geworden, dass die von TEPCO festgelegten Entschädigungsrichtlinien den entsprechenden Vorgaben der Regierung inhaltlich widersprechen.

So hatte TEPCO die finanziellen Entschädigungen von 100.000 Yen pro Monat für die emotionalen Belastungen bei den eigenen Kraftwerksangestellten und ihren Familien eingestellt, sobald sie von einer Mietwohnung in eine Andere wechselten, da dies als normaler Umzug gewertet wurde. In einigen Fällen hatte TEPCO sogar Rückzahlungen gefordert (Spreadnews berichtete am 6. Januar 2014).

TEPCO-Zentrale in Tokyo (Foto: Yusuke Kawasaki cc-by)
TEPCO lehnte Anträge von Angestellten offenbar vorsätzlich ab (Foto: Yusuke Kawasaki cc-by)

Dies widerspricht jedoch den Vorgaben der Regierung. Diese sehen vor, das selbst nach Aufhebung der Zugangsbeschränkung für einstige Wohngebiete noch etwa ein Jahr lang die Zahlungen fortgeführt werden müssten. Ziel ist es, den potentiellen Rückkehrern diesen Schritt finanziell zu erleichtern.

Minister Shimomura erklärte daher nun, man werde TEPCO anweisen,  die Entschädigungen nicht länger nur aufgrund von Umzügen zu kürzen. Zudem müssten die Vorgaben unter Berücksichtigung von Einzelfällen erfolgen und weniger pauschal.

Der Kraftwerksbetreiber hatte zudem die zulässige Einreichung der Beschwerden von Bürgern, die mit dem Umfang der Entschädigung unzufrieden waren und vom Vermittlungszentrum für Entschädigungsangelegenheiten in Form von Vorschlägen Anträgen an TEPCO eingereicht wurden, kategorisch abgelehnt.

Während die genaue Zahl der abgelehnten Anträge bislang unbekannt war, so wurde gestern veröffentlicht, das mit dem Stand vom 25. Februar 2014 bislang 15 derartiger Fälle bekannt sind. In mindestens einem Fall wurde ein Antragsteller zur Rückzahlung aufgefordert.

Bei den abgelehnten Anträgen handelt es sich offenbar ausnahmslos um Forderungen von TEPCO-Beschäftigten. Der Forderung anderer Bürger wurde dagegen anscheinend entsprochen. Über die Ungleichbehandlung berichtete die Mainichi Shimbun.

Über 9.000 Todesfälle mit Katastrophenbezug: Die Zahl an Todesfällen, die in Bezug zu den Katastrophen der Region Tohoku vom März 2011 stehen, darunter auch Folgen der Krankheiten, die durch Lebensumstände nach Evakuierung verursacht worden, übersteigt 9.000 Personen.

Die meisten Todesopfer dieser Art gab es in der Präfektur Fukushima. Dort starben, nach gestrigen Angaben der Präfekturbehörden, insgesamt 1.664 Personen aufgrund von Folgen der Naturkatastrophen. Damit liegt die Zahl dieser Personen höher, als die 1.603 Fälle, die unmittelbar durch die Katastrophen ums Leben kamen

In den beiden anderen betroffenen Präfekturen liegen Zahlen von Ende Januar vor. Demnach starben in der Präfektur Miyagi 879 Menschen und in der Präfektur Iwate 434. Das berichtete die jiji am heutigen Donnerstag.

Sicherheitsfragen zum AKW Hamaoka: Chubu Electric, Betreiber des AKW Hamaoka, erklärte am heutigen Donnerstag gegenüber Vertretern der Atomaufsichtsbehörde NRA, welche Maßnahmen das Unternehmen für den Fall eines Großbebens bislang getroffen hat und welche Schritte derzeit noch laufen.

Atomkraftwerk Hamaoka (Foto: Yasunobu Hiraoka cc-by-nd)
Das AKW Hamaoka (Foto: Yasunobu Hiraoka cc-by-nd)

Chubu Electric hatte am 14. Februar eine Sicherheitsprüfung durch die NRA beantragt, da diese Vorbedingungen für eine spätere Erlaubnis zum Neustart von Reaktoren darstellt. Das AKW Hamaoka war nach dem Tohoku-Großbeben aufgrund von Sicherheitsbedenken heruntergefahren worden.

Das Kernkraftwerk befindet sich in einem Bereich der Präfektur Shizuoka, der im vermutlichen Gebiet des für die nächsten 30 Jahre erwarteten Nankai-Großbebens liegt. Zu den besonderen Schutzmaßnahmen die derzeit laufen, gehört der Bau eines 22 Meter hohen Tsunami-Schutzdamms.

Die Atomaufsicht NRA hat strenge Richtlinien erlassen, deren Bedingungen vor einem Neustart erfüllt werden müssen. Bislang wurden für landesweit 17 Reaktoren an 10 Kernkraftwerken eine Sicherheitsprüfung beantragt. Das berichtete die NHK.

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