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Fukushima aktuell: TEPCO wegen Tod eines Patienten verklagt

Angehörige eines Dialyse-Patienten verklagen AKW-Betreiber

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Artikelbild - Dialysegerät (Foto: pd)
TEPCO wegen Todesfalls eines Patienten während der Fukushima-Krise verklagt (Symbolfoto: pd)

Einerseits kann sich der Betreiber des AKW Fukushima heute über die zu erwartende Neustarterlaubnis für die Anlage Kashiwazaki-Kariwa freuen – andererseits droht dem Unternehmen zugleich eine unangenehme finanzielle Belastung.

So befassen sich die heutigen Fukushima News mit einer Klage, die einen besonderen Aspekt aufweist. Die Einzelheiten gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 4. Oktober 2017.

AKW-Betreiber erstmals wegen Tod eines Dialyse-Patienten verklagt

Am gestrigen Dienstag reichte die Tochter des 88 Jahre alten Makoto Endo bei einem Gericht in Tokyo eine Klage gegen den Betreiber des AKW Fukushima Daiichi ein. Sie macht das Betreiberunternehmen TEPCO für den Tod ihres Vaters verantwortlich.

Die Klägerin begründet ihre Forderung von 31 Millionen Yen mit dem Umstand, ihr schwerkranker Vater sei aufgrund der Unterbrechung der Dialyse während der Evakuierung einer Klinik in Tomioka verstorben.

Es ist nach Angaben des Anwalts der Klägerin das erste Mal überhaupt, dass aufgrund des Todes eines Dialyse-Patienten eine Klage gegen TEPCO eingereicht wurde.

Der in Hirono ansässige Makoto Endo war seit etwa 1998 aufgrund eines Nierenleidens mehrmals  pro Woche auf die Dialyse angewiesen. Durch die Katastrophe am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi wurde jedoch eine Evakuierung erforderlich.

Eine Woche nach Beginn der Krise im März 2011 wurde er nach Tokyo evakuiert, wo sich sein Zustand nach der mehrfachen Verlegung zwischen Kliniken massiv verschlechterte, so dass er am 1. April 2011 verstarb.

Nachdem die Gemeinde Hirono sein Ableben als so genannten „Todesfall mit Katastrophenbezug“ bestätigt hatte, erklärte sich TEPCO zur Zahlung von 7,8 Millionen Yen bereit, da das Unternehmen nur zum Teil für den Tod verantwortlich sei.

Nachdem der Kraftwerksbetreiber eine höhere Forderung abgelehnt hatte und die Verhandlungen im vergangenen Jahr scheiterten, griff die Tochter des Verstorbenen nun auf die Anzeige und die damit verbundene Klage zurück.

Das verklagte Unternehmen gab an, die Angelegenheit mit dem notwendigen Ernst zu behandeln und die erhobenen Vorwürfe prüfen zu wollen. Über diese juristischen Entwicklung berichteten die jiji, sowie die Asahi Shimbun.

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