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Fukushima aktuell: TEPCO weist Kritik an gebrauchten Lagertanks zurück

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Artikelbild - Fukushima-Lagertankbereich: Ausbringung des Dichtungsmaterial im Juli 2014 (Video: TEPCO)
Fukushima-Lagertankbereich: Ausbringung des Dichtungsmaterials im Juli 2014 (Video: TEPCO)

TEPCO wehrt sich gegen den jüngsten Vorwurf, unsichere Tanks für radioaktives Wasser zu verwenden und so wird aus Fukushima heute vor allem positives gemeldet – auch wenn sich Probleme nicht gänzlich verschweigen lassen. Die Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 28. Juli 2014.

Unsere Themen zu Wochenbeginn:

  • TEPCO kommentiert Lagertank-Kritik
  • Großmaßnahmen für Lagertankbereiche
  • Weitere Grundwasserverklappung erfolgt
  • TEPCO nutzte bei Test weniger Eis als geplant
  • Arbeiter erlitt Hitzschlag
  • Keine Organschäden bei Fukushima-Rindern

TEPCO kommentiert Lagertank-Kritik: Der Betreiber des AKW Fukushima sah sich zum Ende vergangener Woche dazu veranlasst, Medienberichte über Secondhand-Tanks zu kommentieren, die Zweifel an der Sicherheit der Behälter aufkommen liessen.

AKW Fukushima: Abladen verschweißter Lagertanks am 11. Juni 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima im Juni 2014: Verschweißte Lagertanks sollen Sicherheit bringen (Foto: TEPCO)

In einer Erklärung betonte das Unternehmen, die Lagertanks seien sicher. Man gehe von einer fünfjährigen Nutzungsdauer aus, die unabhängig davon sei, ob es sich dabei um neue, oder bereits gebrauchte Tanks handele, da alle Behälter einer Prüfung durch Befüllung mit Wasser unterzogen werden. Das Material der Bolzen sei darüber auch bei den genutzten Tanks, nagelneu.

Der Elektrizitätsanbieter erläuterte zudem, der Schutz der Umwelt bei der Einlagerung von radioaktiv kontaminiertem Wasser habe höchste Bedeutung, so dass die Sicherheit der Behälter, unabhängig von ihrer Bauart, stets größtee Wichtigkeit beigemessen wurde.

Daher werde man ab September 2014 die Bolzentanks durch verschweißte Behälter ersetzen um weiterhin hohe Standards einhalten zu können.

In den weiteren Ausführungen betont TEPCO die bisherigen Fortschritte der Handhabung von kontaminiertem Wasser. Dabei seien Fortschritte in der Mengenbegrenzung und bei der Filterung des anfallenden Wassers gemacht worden.

Die Grundwasserumleitung und die damit verbundene Verklappung, eine künftige Verbesserung des Multinuklid-Filtersystems ALPS und die geplante Grundwasserbarriere durch den Eiswall würden, zusammen mit den bereits bestehenden Pumpmaßnahmen, das Risiko durch radioaktive Abwässer weiter reduzieren.

Großmaßnahmen für Lagertankbereiche: Vergangene Woche präsentierte TEPCO eine Reihe von Maßnahmen, die dazu dienen sollen, eine langfristige Sicherung des Lagertankbereichs zu erreichen. In der Vergangenheit war es dort zu Großlecks, falsch bedienten Ventilen und zum Überlaufen des Tanks und der Betonbarriere gekommen, bei denen auch radioaktives Wasser in den Boden gelangte.

AKW Fukushima: Strahlungskontrollposten an Abflussleitung am 24. Juli 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Strahlungskontrollposten an Abflussleitung am 24. Juli 2014 (Foto: TEPCO)

In dem vorgestellten Konzept dient als erste Kontrollmaßnahme der Fǘllstandsanzeiger der Behälter. Die nächste Sicherheitsmaßnahme ist die Erhöhung aller Betonbarrieren durch Metallplatten, wie im Zuge von Taifunen bereits teilweise geschehen.

Der bisher ungesicherte Bereich vor der Tankbarriere wird mit einer Deckschicht versehen, um ein Eindringen von Wasser in den Boden zu verhindern.

Bereits von hier kann Wasser in einen Ablaufbehälter aufgefangen werden und in Richtung der Außenbarriere geleitet werden. Auf dieser Strecke befindet sich zur Sicherheit eine Drainagegrube, bevor dann an der äußeren Barriere ein Wasserstoppventil für eine letzte Sicherung sorgt.

Auch die Ableitung des Wassers auf der Anlage wird zusätzlich gesichert. Die Ableitungsrohre werden durch Stoppschleusen kontrolliert, die im Fall eines Lecks den Wasserzufluss im betroffenen Bereich anhalten können.

Die Kontrollen durch Beschäftigte auf der Anlage zur Früherkennung von Problemen werden ebenfalls gesteigert. So werden an Lagertankbereichen mit Stahlbehältern zweimal täglich Kontrollgänge durchgeführt, bei denen auch der Wasserstandszeiger kontrolliert wird. Im Fall der Behälter die durch Bolzen und Dichtungsmaterial gesichert werden, sollen die Patrouillen sogar viermal am Tag erfolgen. Dies berichtet TEPCO.

Weitere Grundwasserverklappung erfolgt: Am Samstag fand zwischen 10:01 Uhr und 17:54 Uhr eine weitere Einleitung von zuvor kontrolliertem Grundwasser in den Pazifik.

AKW Fukushima: Beaufsichtigung der Grundwasserumleitung durch die METI am 21. Mai 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Beaufsichtigte Grundwasserumleitung am 21. Mai 2014 (Foto: TEPCO)

Dabei wurde eine Gesamtmenge von 1.963 Tonnen entsorgt. Durch eine Grundwasserumleitung in Sondertanks und anschließende Verklappung soll die Menge an kontaminiertem Grundwasser verringert werden.

Dieses müsste andernfalls in Lagertanks geleitet werden, an denen es in der Vergangenheit sowohl zu mindestens zwei Großlecks, als auch Funden von herausquellendem Dichtungsmaterial, unsicherem Stand und Korrosion gekommen war.

Zwei Zwischenberichte machten jedoch deutlich, dass zum jetzigen Zeitpunkt nicht die erhoffte Wirkung durch die Grundwasserumleitung eingetreten, sondern lediglich ein Pegelrückgang von zehn Zentimetern beobachtet werden konnte, der zudem durch Regenfälle schwankt.

TEPCO nutzte bei Test weniger Eis als geplant: Nach Angaben von TEPCO wurde bei dem Test zur Gefrierung von Wasser in unterirdischen Tunneln weniger Eis eingesetzt, als zunächst geplant. Zwischen Freitag und Samstag sollten etwa drei Tonnen Trockeneis eingeleitet werden. Tatsächlich wurden jedoch nur etwa sechs Liter genutzt, um zu testen, ob man Eis problemlos über Grundwasserbrunnen eingespeist werden kann. Hierüber berichteten Präfekturmedien.

Arbeiter erlitt Hitzschlag: Nachdem ein Kraftwerksarbeiter bereits in ein Krankenhaus eingeliefert worden war, gab TEPCO nun die Diagnose bekannt. Es handelt sich demnach um die Folgen der in Japan herrschenden Hitze. Landesweit wurden bislang 1.400 Personen in Kliniken eingeliefert, alleine in der Präfektur Fukushima gab es 77 Fälle. Auch zehn Todesfälle sind aufgrund der Hitze zu verzeichnen.

Keine Organschäden bei Fukushima-Rindern: Am Samstag stellte eine Studiengruppe auf einem Symposium der Universität Tokyo ihre bisherigen Ergebnisse bezüglich der Strahlungsfolgen auf Rinder und Nutzvieh innerhalb der 20-Kilometer-Sperrzone um das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi vor.

Japanisches Wagyu-Rind (Foto: Cgoodwin, cc-by)
Fukushima-Rinder angeblich ohne Organschäden (Symbolfoto: Cgoodwin cc-by)

Die durchgeführten Sezierungen und Analysen von Rindern, die im Zeitraum nach der Fukushima-Katastrophe geboren worden waren, wiesen keine Erkrankungen aufgrund der radioaktiven Belastungen nach.

Assistenzprofessor Jun Sasaki von der Universität Iwate erklärte, er habe sechs Tiere, die in Namie geboren wurden, seziert und keine Veränderungen an den Organen gefunden.

Allerdings gab Professor Itaru Sato bekannt, die Konzentration an radioaktivem Cäsium im Muskelgewebe der Tiere liege höher, als dies normalerweise der Fall wäre. Über die Informationen der Studiengruppe berichtete die Kyodo.

Um Schäden von Gebäuden und Nutzflächen fernzuhalten, sowie eine unkontrollierte Vermehrung zu verhindern, war der Rinderbestand in der Sperrzone gekeult worden und eine Ausweitung der Tötung von Sperrzonen-Tieren geplant worden.

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