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Fukushima aktuell: TEPCO weitet schutzkleidungsfreie Zone am AKW aus

Größere Teile des AKW-Gebiets in Fukushima sollen als "sicher" gelten

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Artikelbild - AKW Fukushima: Ersatzschutzkleidung am 6. Mai 2011 (Foto: TEPCO)
Schutzkleidungspflicht der Fukushima-Arbeiter wird weiter gelockert (Symbolfoto: TEPCO)

Die aus Japan aktuell gemeldeten Fukushima News dürften den Angestellten am Kernkraftwerk Fukushima heute besonders zusagen, stellen sie doch eine Erleichterung der bisherigen Arbeitsbedingungen in Aussicht.

Während in den Büros die „Cool Biz“ Kampagne zum Stromsparen zu leichterer Kleidung führt, ist das Schicksal der ausgenutzten vietnamesischen Arbeiter alles andere als leicht. Details gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 1. Mai 2018.

Unsere heutigen Themen im Überblick

  • TEPCO weitet schutzkleidungsfreie Zone am AKW aus
  • Sechs vietnamesische Arbeiter am AKW Fukushima irregulär tätig
TEPCO weitet schutzkleidungsfreie Zone am AKW aus

WIe der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi heute bekannt gab, soll die „grüne Zone“ des Kraftwerksgeländes, in deren Bereich die Angestellten in Alltagskleidung und einfachen Wegwerf-Staubschutzmasken arbeiten können, ab dem 8. Mai deutlich ausgeweitet werden

Das gesamte Betriebsgelände umfasst etwa 3,6 Millionen Quadratmeter und ist je nach Höhe der gemessenen Umgebungsradioaktivität im Rahmen eines Ampelsystems in eine grüne, gelbe und rote Zone gegliedert, bei denen die Belastung jeweils höher ist.

Nach den Plänen von TEPCO sollen etwa 70.000 Quadratmeter zur „Grünen Zone“ hinzukommen, so dass die Fläche der beiden Risikozonen von  220.000 Quadratmetern, in denen Schutzkleidung und Atemmasken erforderlich sind, auf 150.000 sinken wird.

TEPCO will mit diesem Schritt nicht nur die Belastung der Arbeiter, insbesondere während heißerer Jahreszeiten reduzieren, sondern durch die verbesserte Kommunikation sieht das Unternehmen auch eine Verbesserung der Arbeitssicherheit für Angestellte.

Als Teil der Maßnahmen zur Reduzierung der Umgebungsradioaktivität hat der AKW-Betreiber die Entfernung herumliegender Trümmer mit hohen Strahlunswerten, sowie eine weitgehende Asphaltierung des Geländes vorangetrieben.

Das berichteten Präfekturmedien

Hintergrund

Bereits im Februar 2013 war die Regelung für Schutzkeidung entschärft und im Mai 2015 die Atemschutzfplicht für AKW Arbeiter gelockert worden. Weitere Erleichterungen folgten – so etwa die Ankündigung im Februar 2016 zur Lockerung der Kleidungsregelung im März.

Sechs vietnamesische Arbeiter am AKW Fukushima irregulär tätig

Entgegen der im Februar 2017 getroffenen Vereinbarung mit Regierungsbehörden, keine ausländischen Auszubildenden auf dem Gelände des AKW Fukushima Daiichi zu beschäftigen, waren dort mindestens sechs Vietnamesen tätig.

Die über einen Hauptvertragspartner angestellten Arbeiter begannen ihre Arbeit zwischen Oktober und Dezember und diese dauerte bis zum vergangenen Monat an. Sie waren mit der Verbrennung von gesammelten Holzresten und Trümmerteilen betraut.

Da die Verbrennungsanlage sich außerhalb des Strahlenschutzgebiets befindet, werden dort weder die Strahlungsbelastung, noch die Herkunft der Angestellten geprüft. Daher könne auch nicht gesagt werden, wie viel Radioaktivität sie womöglich ausgesetzt waren.

TEPCO kündigte an, alle direkten Vertragspartner zu prüfen, ob dort Praktikanten oder Auszubildende ausländischer Herkunft zu Arbeiten am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi abgestellt wurden.

Die Vietnamesen sprechen oft nur rudimentär japanisch, lobten in einem Interview einfacher Arbeit und sind vor allem finanziell motiviert – jedoch nicht nur, um ihre Familien zu unterstützen.Der Fall stellt sich viel dunkler dar.

Ein Unternehmensvertreter erklärte, die Vietnamesen seien zuverlässig und während junge Japaner einen ungeliebten Job gerne hinschmeißen, verschuldeten die Ausländer sich teilweise, was sie mindestens drei Jahre an ihren Arbeitgeber in Japan bindet.

Zwischen 1,2 und 1,5 Millionen Yen an Schulden müssen sie vor Ort abarbeiten, so dass sie langfristig als Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. Gegenüber ihren Familien verschweigen sie ihren Arbeitsplatz.

Der Unternehmer erklärte, im Laufe der 30jährigen Firmengeschichte sei die Zahl der japanischen Arbeitskräfte zurückgegangen. Die sechs Vietnamesen machten bei ihm zwei Drittel der aktuellen Belegschaft aus, zu der auch drei Japanische Staatsbürger gehören.

Über diesen Fall berichteten Mainichi Shimbun und jiji. In der Vergangenheit war die illegale Beschäftigung vietnamesischer Arbeiter in der Dekontamtion bereits mehrfach Thema.