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Fukushima aktuell: TEPCO will Abluftkamin nach Schäden demontieren

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Artikelbild - AKW Fukushima: Schäden am Abluftkamin der Reaktoren 1 und 2 am 23. August 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Alte Aufnahmen von Schäden am Abluftkamin der Reaktoren 1 und 2 am 23. August 2013 (Foto: TEPCO)

TEPCO sieht sich zu Arbeiten veranlasst, die zuvor als unnötig galten. Tatsächlich sind vom AKW Fukushima heute weitere Nachrichten zu melden, die dem Unternehmen sicher nicht gefallen.

Um welche Fukushima News es sich dabei handelt und welche Folgen dies für das bekannteste Kernkraftwerk Japans aktuell hat, lesen Sie nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 25. April 2016.

Unsere heutigen Themen zum Wochenbeginn:

  • TEPCO will beschädigten Abluftkamin teilweise abreißen
  • Arbeitsunfall am AKW Fukushima
  • Rauchentwicklung an Nachwärmeabfuhr von Reaktor 5
  • Gedenkstein für Fukushima-Rinder eingeweiht

TEPCO will beschädigten Abluftkamin teilweise abreißen: Der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi plant für das Fiskaljahr  2018 die Entfernung oberer Bereiche des Abluftkamins für die Reaktoren 1 und 2. Das gab das Unternehmen am heutigen Montag bekannt.

Nachdem im Jahr 2013  bereits Schäden am Abluftkamin aufgetreten waren, riet die Atomaufsichtsbehörde NRA den Betreiber TEPCO dazu, durch Demontage das Risiko eines Einsturzes der Konstruktion zu verringern.

Im Rahmen der Pressekonferenz wurden auch neue Angaben gemacht. War zuvor von fünf Stellen die Rede, an denen Schäden auftraten, gab das Unternehmen bekannt, es wären an acht verschiedenen Stellen Verformungen oder Schäden aufgetreten.

Sie befinden sich alle in einer Höhe von etwa 66 Metern und sind vermutlich im Zuge der Wasserstoffexplosionen im März 2011 entstanden. Die Gesamthöhe dess Kamins beträgt etwa 120 Meter.

TEPCO hatte aufgrund von Sicherheitseinschätzungen eine Demontage nicht für nötig gehalten, da die Struktur selbst bei schweren Erdbeben noch sicher sei.

Da der „unwahrscheinliche Fall“ eines Einsturzes aber andere Arbeiten auf dem Kraftwerksgelände behindern würde, habe man sich nun doch zu diesem Schritt entschlossen.

Die Arbeiten zur Demontage sind nicht nur wegen der Höhe schwierig. Durch die Öffnung der Ventile zum Druckausgleich ist die Konstruktion stark radioaktiv kontaminiert, so dass dort extrem hohe Strahlungswerte auftreten.

Messungen die 2013 am unteren Ende durchgeführt worden waren, hatten Werte von 25 Sievert pro Stunde ergeben – der Einsatz menschlicher Arbeitskräfte über einen solchen Zeitraum wäre tödlich für die Beschäftigten.

Somit müssen die Arbeiten durch einen ferngesteuerten Kran erfolgen und sollen nach Vorstellungen von TEPCO im Fiskaljahr 2019 abgeschlossen werden. Über die geplante Maßnahme berichtete die Mainichi Shimbun.

Arbeitsunfall am AKW Fukushima: Am vergangenen Freitag kam es gegen 8:30 Uhr in einem Ausrüstungsgebäude auf dem Gelände des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi zu einem Arbeitsunfall.

Der Angestellte eines Partnerunternehmens, verletzte sich dort bei Arbeiten, als er unabsichtlich grätschte und ein Stahlrohr seine Leistengegend traf.

Nach einer Erstversorgung im Notfallzentrum wurde der Abtransport in das Stadtkrankenhaus Iwaki veranlasst. Nach Angaben des Unternehmens ist der Arbeiter bei Bewusstsein und es wurde kein radioaktives Material am Körper festgestellt.

Die Untersuchung ergab, dass der Angestellte aufgrund seiner Verletzung einen Monat lang nicht arbeitsfähig sein wird. Über den Arbeitsunfall berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO.

Rauchentwicklung an Nachwärmeabfuhr von Reaktor 5: Am heutigen Montag wurde gegen 11:00 Uhr am Pumpenmotor eines Nachwärmeabfuhrsystems eine Rauchentwicklung aus der Ummantelung (Gummimaterial) eines Kabelanschlusses entdeckt.

AKW Fukushima: Stelle der Rauchentwicklung am 25. April 2016  (Foto; TEPCO)
AKW Fukushima: Stelle der Rauchentwicklung am 25. April 2016 (Foto; TEPCO)

Die Arbeiter vor Ort konnten die Rauchentwicklung ersticken. Bei dem Einsatz wurde niemand verletzt.

An den Messposten wurden keine Auffälligkeiten der Strahlungswerte festgestellt.

Man informierte die Feuerwehr Futaba über den Zwischenfall. Die genauen Umstände werden derzeit noch untersucht. Das berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO

Gedenkstein für Fukushima-Rinder eingeweiht: Mitglieder der Vereinigung der Viehzucht und Landwirtschaftskooperativen von Futaba, weihten vergangene Woche in Tomioka (Präf. Fukushima) einen Gedenkstein für die Rinder ein, die in Folge der AKW-Krise gestorben waren.

Die Tiere konnten damals zum Teil aufgrund der raschen Evakuierungen nicht mehr freigelassen werden und waren als Folge davon in ihren Ställen verhungert.

Weitere Tiere wurden Opfer der Massenkeulung von Vieh im Sperrgebiet, mit dem die unkontrollierte Vermehrung der Tiere gestoppt und die Schäden an Gebäuden durch herumstreunende Tiere eingedämmt werden sollten.

Allein in den 11 Gemeinden des Gebiets, das vom Viehzüchterverband Futaba verwaltet wird, wurden 1.700 Rinder auf offizielle Anordnung hin getötet.

Das Denkmal ist ein 3,6 Meter hoher Gedenkstein mit einer Inschrift. Da das frühere Büro des Viehzüchterverbands Futaba selbst im Sperrgebiet liegt, wurde der Gedenkstein auf dem Gelände eines öffentlich zugänglichen Industriekomplexes errichtet.

In der Inschrift wird die Trauer über das Zurücklassen der Rinder, die man wie eigene Kinder aufgezogen habe, ausgedrückt. Bei einer Rede bedauerte der Präsident der Vereinigung, dass es fünf Jahre gedauert habe, bis man den Tieren diese Ehre erweise.

Im Gedenken an die Rinder sei nun der Wiederaufbau der Viehwirtschaft in der Region ein richtiges Zeichen. Über die Zeremonie berichtete die Mainichi Shimbun.

Das Aufstellen von Gedenksteinen für Jagdbeute ist in Japan bereits seit prähistorischer Zeit üblich. Später kamen auch Denkmäler für Schlachtvieh und Versuchstiere in Labors dazu. Die Inschrift gibt dabei meist Aufschluss über den genaueren Hintergrund.

So sind „chiku kon hi“ (畜魂碑) oder „Gedenkstein für Haustiere“ (inkl. Schlachtvieh) und „shujô-hi“ (衆生碑), der „Gedenkstein für Lebewesen“ allgemein übliche Inschriften. Andere betreffen beispielsweise Fische, oder Wale.

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