Start Aktuelles Fukushima aktuell: TEPCO will Gefahrenzulage für AKW-Arbeiter kürzen

Fukushima aktuell: TEPCO will Gefahrenzulage für AKW-Arbeiter kürzen

Einst als "Fukushima 50" gefeiert, fürchten AKW-Angestellte nun um gerechte Bezahlung

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Artikelbild - Fukushima-Arbeiter am 7. Oktober 2011 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Arbeiter stirbt unter (Symbolfoto: TEPCO)

Pläne der Betreiberfirma sorgen bei den Beschäftigten am AKW Fukushima heute für Unmut, da die Kraftwerksarbeiter massive Nachteile für sich kommen sehen. Die Details dieser Fukushima News gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 20. Februar 2018.

AKW-Arbeiter mit drohender Gehaltsänderung unzufrieden

TEPCO plant eine Umstrukturierung der Lohnregelungen für Beschäftigte am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi und nimmt dabei massive Kürzungen in Kauf. Die neue Regelung soll ab April in Kraft treten und stößt auf wenig Zustimmung der Arbeiter.

TEPCO plant eine Reduzierung der Gefahrenzulage, die Angestellte erhalten, die in Bereichen mit hoher Radioaktivität tätig sind. Als Begründung führt das Unternehmen den Rückgang dieser Zonen auf dem Kraftwerksgelände an.

Ähnlich wie im Drei-Zonen-Modell für Gemeinden, bei denen Gebiete nach Höhe ihrer Belastung durch radioaktiven Niederschlag gegliedert werden, gibt es auch eine Regelung für Areale auf dem Gelände des Kernkraftwerks.

Die AKW-Arbeiter sind gegen die Kürzungen der Gefahrenzulage, da radioaktive Kontamination nicht an derartige Begrenzungen gebunden sei und die „Gefährlichkeit“ der Risikobereiche zudem Schwankungen unterliege.

So werde beispielsweise bei Räumarbeiten radioaktiv belasteter Staub aufgewirbelt, oder kontaminierte Trümmer in vermeintlich „sauberen“ Bereichen temporär abgeladen, was eine derart pauschale Gliederung praktisch unwirksam mache.

Bereits jetzt sollen erste Arbeiter von derartigen Maßnahmen betroffen sein, obwohl sie erst im April in Kraft treten sollen.

Dass die Radioaktivität auf dem Gelände seit Ausbruch der Katastrophe aufgrund von Dekontamination und Betonierung stark gesunken ist und viele Arbeiten von ferngesteuerten Robotern übernommen werden, hat ebenfalls Auswirkungen.

So kündigte TEPCO bereits zu Beginn des Jahres Stellenabbau an und auch die befristeten Verträge mit Subunternehmen könnten langfristig zu einer wirtschaftlich unsicheren Situation für Beschäftigte führen.

Gleichzeitig wird dadurch auch in Frage gestellt, ob die notwendigen Arbeiten wie geplant durchgeführt werden können, oder ob möglicherweise ein Arbeitskräftemangel am AKW Fukushima Daiichi einsetzen könnte.

Über die anstehende Neuregelung berichteten japanische Lokalmedien.