Fukushima aktuell: TEPCO will Klagen vom Tisch haben

Fukushima aktuell: TEPCO will Klagen vom Tisch haben

Entschädigungen sollen teure Prozesse verhindern

861
0
TEILEN
Artikelbild - Yen Geldscheine (Foto: pd)
Bestechung bei Auftragsvergabe in der Präfektur Fukushima (Symbolfoto: pd)

Die Entsorgung kontaminierter Abfälle und die Beilegung von juristischen Differenzen gehören zu den Hauptthemen, über die im Zusammenhang mit den Folgen der Krise am AKW Fukushima heute berichtet wurde.

Denn auch wenn die Tohoku-Katastrophen weitgehend aus den westlichen Medien verschwanden, zeigen die Fukushima News, dass die Folgen immer noch spürbar sind. Die Details gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 24. Oktober 2016.

Unsere heutigen Themen zum Wochenbeginn:

  • Drogeriekette einigt sich mit TEPCO auf Entschädigung
  • TEPCO einigt sich mit Klinikbetreiber auf Entschädigung
  • Strahlungswerte bei Dekontaminationsabfällen in Miyagi gesunken
  • Testverbrennung von Dekontaminationsabfällen in Miyagi geplant
  • Evakuierungsübung in Gemeinden am AKW Fukushima Daini
Drogeriekette einigt sich mit TEPCO auf Entschädigung

Am Wochenende einigten sich der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi und die Drogeriemarkt-Kette Tsuruha auf die Beilegung einer Schadensersatzklage wegen Filialschließungen und Umsatzeinbußen.

Eine erste Gerichtsentscheidung vom März diesen Jahres, in der TEPCO zur Zahlung von 200 Millionen angewiesen worden war, hatten beide Parteien angefochten.

Der Händler argumentierte, nachdem der Betrieb von fünf Filialen bis 2012 unterbrochen wurde, bevor sie offiziell als Teil des Sperrgebiets aufgegeben werden mussten, habe man Anspruch auf Entschädigung.

Nun einigte man sich vor einem anderen Gericht in Sapporo, wo sich der Sitz des Unternehmens befindet. Statt der ursprünglich geforderten 1,25 Milliarden Yen werde TEPCO eine Entschädigung in Höhe von 280 Millionen Yen leisten.

Über die Beilegung der Entschädigungsklage berichtete die jiji.

TEPCO einigt sich mit Klinikbetreiber auf Entschädigung

Über die Vermittlungsstelle zur Beilegung von Entschädigungsforderungen bei Atomunfällen (ADR) konnte eine Einigung zwischen dem privaten Betreiber eines Krankenhauses und dem AKW-Eigentümer TEPCO erreicht werden.

Die Betreiberfirma des Takano-Krankenhauses in Hirono, das auf psychiatrische Erkrankungen und Innere Medizin spezialisiert ist, erhält demnach 64 Millionen Yen von TEPCO zum Ausgleich für die gestiegenen Ausgaben im Zuge der Kraftwerkskrise.

Nach Ausbruch der Krise war es die einzige medizinische Zuflucht im Landkreis Futaba. Das Krankenhaus liegt etwa 22 Kilometer vom Kernkraftwerk Fukushima Daiichi entfernt.

Es handelt sich um den ersten Entschädigungsfall eines Krankenhauses in diesem Landkreis.

Nachdem TEPCO die Forderung zum finanziellen Ausgleich für gestiegene Personalkosten und weitere Maßnahmen abgelehnt hatte, reichte der Klinikbetreiber einen Antrag bei der Schlichtungsstelle ein, so dass man sich vergangene Woche einigen konnte.

Der Krankenhausbetreiber hielt heute eine Pressekonferenz ab, in der man die genauen Umstände der Einigung erläuterte. Über den Fall berichteten Präfekturmedien.

Strahlungswerte bei Dekontaminationsabfällen in Miyagi gesunken

Nach Untersuchungen des Umweltministeriums sind die Strahlungswerte von Dekontaminationsabfällen, die in der Präfektur Miyagi eingelagert werden, deutlich gesunken.

Ursprünglich lag die Belastung über 8.000 Becquerel pro Kilogramm, so dass die Entsorgung der Regierung obliegen würde.

Bislang waren 2.500 Tonnen offiziell nicht als stark radioaktiver Abfall bezeichnet worden, da die Einwohner Imageschäden durch die Verwendung des Begriffs befürchteten. Dieses Problem sind die Anwohner nun zum größten Teil los.

Wie die Kontrollen ergaben, sank die Strahlungsbelastung bei 2.000 der 2.500 Tonnen innerhalb von fünf Jahren unter den kritischen Wert von 8.000 Becquerel. Somit gilt der kontaminierte Abfall nun auch offiziell nur noch als schwach radioaktiv.

Gespräche über die Entsorgung der Abfälle sollen im November beginnen und eine Verbrennung dürfte nun mehr Akzeptanz finden. Das berichtet die NHK.

Testverbrennung von Dekontaminationsabfällen in Miyagi geplant

Wie die Präfekturverwaltung Miyagi bekannt gab, will man ab kommendem Januar testweise mit der Verbrennung von radioaktiv belasteten Abfällen beginnen, die im Zuge der Arbeiten nach der Fukushima-Katastrophe angefallen waren.

Die Abfälle weisen eine Belastung unterhalb des Werts von 8.000 Becquerel pro Kilogramm auf, die eine Entsorgung durch die Regierung erforderlich machen würde, und sollen zunächst mit regulären Abfällen gemischt werden, um die Strahlungswerte niedrig zu halten.

Man werde die Gemeinden der Präfektur um Mitarbeit bitten. Sollte an den Ascheproben in einem Zeitraum von sechs Monaten keine Auffälligkeiten nachgewiesen werden, ist ein Vollbetrieb geplant. Das berichtete die NHK.

Evakuierungsübung in Gemeinden am AKW Fukushima Daini

Am Samstag wurde in drei Gemeinden, darunter Naraha und Aizumisato, eine Katastrophenübung durchgeführt. Grundlage des Szenarios war ein Störfall am zweiten Kernkraftwerk von TEPCO in der Präfektur Fukushima.

Über 700 Personen beteiligten sich an der Übung, die dem Evakuierungsplan der Präfektur folgte. Es ist das erste Mal überhaupt, dass mehrere Gemeinden gleichzeitig eine Störfall-Evakuierungsübung durchführen.

Die Aktionen, wie etwa der Bustransport in eine Sporthalle, die Strahlungskontrollen und Registrierung verliefen plangemäß. Allerdings gab es auch Kritik an der Durchführung.

Insbesondere die zu erwartenden Verkehrsbehinderungen durch Personen, die mit ihren Autos auf eigene Faust evakuieren, oder Schäden der Straßen müssten stärker berücksichtigt werden, da diese Faktoren den Ablauf verlangsamen würden.

Auch müsse man solche Übungen häufiger durchführen, um die Koordination der Verwaltungen zu verbessern und auch Hinzugezogenen ein entsprechendes Training bieten zu können. Allgemein fand die kombinierte Übung jedoch Zustimmung.

Über die gemeinsame Maßnahme berichteten Präfekturmedien.

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT