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Fukushima aktuell: TEPCO will Kühlung von Brennelementen aussetzen

Betreiber des AKW Fukushima überrascht mit ungewöhnlichen Plänen

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Fukushima-Reaktor 3: Blick in das Abklingbecken am 16. Oktober 2015 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Blick in das Abklingbecken am 16. Oktober 2015 (Foto: TEPCO)

Für Aufsehen sorgt der Betreiber des AKW Fukushima heute mit der Ankündigung, die Kühlung eines Abklingbeckens auszusetzen und der Erklärung, die Verklappung tritiumhaltiger Abwässer sei eine beschlossene Sache.

Zu den weiteren überraschenden Fukushima News die aus Japan aktuell gemeldet werden gehört auch eine Planänderung beim Einsatz eines Unterwasser-Roboters. Die Einzelheiten gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 14. Juli 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick;

  • TEPCO will Kühlung von Brennelementen  aussetzen
  • Änderung bei geplanter Unterwassermission in Reaktor 3 angekündigt
  • Neue TEPCO-Führung beschließt Verklappung von Tritium
TEPCO will Kühlung von Brennelementen aussetzen

Wie heute bekannt wurde, plant der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi, die Kühlung des Abklingbeckens von Reaktor 1 am kommenden Montag abzuschalten und diesen Zustand bis Ende August beizubehalten.

Was alarmieren klingt, ist für TEPCO lediglich ein Test, um die Veränderung der Wassertemperatur beobachten zu können. Insgesamt befinden sich 392 Brennelemente in dem Becken.

Der gesamte Wasserkreislauf des Beckens selbst wird hierfür nicht gestoppt – allerdings durchläuft das Wasser nicht mehr die Vorrichtung zur Kühlung. Da die Temperatur über die Jahre stetig abgenommen hat, sieht man kein Risiko eines starken Temperaturanstiegs

Außerdem gehe man davon aus, dass selbst bei Umgehung der aktiven Kühlung die maximal zulässige Temperatur von 60 Grad nicht erreicht werden wird. Sollte die Temperatur über 49 Grad steigen, wird die Kühlung wieder fortgeführt.

Über die Pläne berichteten Präfekturmedien

Änderung bei geplanter Unterwassermission in Reaktor 3 angekündigt

Wie der Elektrizitätsanbieter TEPCO gestern bekannt gab, steht das Datum für den angekündigten Einsatz eines Unterwasserroboters im Sicherheitsbehälter von Reaktor 3. Dabei gab es jedoch eine Änderung der ursprünglichen Pläne.

Nach Meldung des AKW-Betreibers soll die zunächst nur für einen Tag angelegte Mission auf zwei Tage verteilt und am 19. und 21. Juli durchgeführt werden. Hintergrund sind Bedenken über Schäden im Inneren, die den Roboter behindern könnten.

Am 19. soll der Roboter eingeführt und bis zur Öffnung am Boden des Druckbehälters vordringen, um dort Aufnahmen vom Zustand zu machen. Die eigentliche Tauchmission soll dann am 21. erfolgen.

Informationen über den baulichen Zustand zu erhalten und die Lokalisierung geschmolzener Brennelemente anhand von Aufnahmen im unteren Bereich des Behälters sind Ziel der Mission. Über die Planänderung berichteten Präfekturmedien.

Neue TEPCO-Führung beschließt Verklappung von Tritium-Abwässern

In einem gestrigen Gespräch im Hauptsitz des Elektrizitätsanbieters TEPCO erklärte dessen neuer Vorsitzender, Takashi Kawamura, es sei Zeit, die Blockade gegen die Verklappung tritiumhaltiger Abwässer aufzugeben.

Die Entscheidung sei bereits getroffen, erklärte Kawamura gegenüber Medienvertretern. Nun warte man letztlich nur noch auf die Einschätzung der Regierung in dieser Angelegenheit. Ohne Unterstützung der Regierung sei ein solcher Schritt nicht möglich.

Bereits im Dezember 2013 hatte die Internationale Atomenergieorganisation IAEA einen Vorschlag zur Verklappung von tritiumhaltigen Abwässern gemacht und im Februar 2015 schließlich sogar eine  Empfehlung zur Verklappung von Tritium-Wasser ausgesprochen.

Auch Japans Atomaufsichtsbehörde NRA drängt TEPCO zur Entsorgung des Wassers und seit März 2016 wurde nach einem Konzept zur Verklappung dieser Abwässer gesucht.

Da es bislang keine effektive Möglichkeit gibt, Tritium aus dem Wasser zu filtern, plant TEPCO eine ausreichende Verdünnung, bevor das Wasser kontrolliert in den Ozean abgelassen wird.

Tritium stellt nach allgemeiner Auffassung für den Menschen nur ein geringes Gesundheitsrisiko dar, sofern es nicht in großen Mengen aufgenommen wird – und dies soll durch die Verdünnung sichergestellt werden.

Haupthindernis sind bislang die Fischer der Präfektur, die nach einer zunehmenden Normalisierung des Verbraucherverhaltens erneut schwere Einbußen aufgrund von Gerüchten und sinkendem Vertrauen potentieller Käufer befürchten.

Hintergrund

Täglich fällt am AKW Fukushima Daiichi durch die Kühlung der beschädigten Reaktoren stark radioaktiv belastetes Wasser an, das gefiltert und in großen Tankbehältern eingelagert wird.  Doch auf dem Kraftwerksgelände geht langsam der Platz aus.

Auch wenn im Januar 2015 eine grundsätzliche Genehmigung zur Verklappung von AKW-Abwässern erfolgte, ist ein Teil der Abwässer durch hohen Strontiumgehalt oder hohe Tritiumkonzentration nicht zur Einleitung freigegeben worden.

Mit Stand vom 6. Juli befinden sich etwa 777.000 Tonnen dieses kontaminierten Wasser in etwa 580 Behältern auf dem Kraftwerksgelände. Über die Ankündigung die ;Maßnahme durchsetzen zu wollen berichteten Kyodo und Asahi Shimbun.

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