Fukushima aktuell: TEPCO zahlt Entschädigung an Hinterbliebene

Fukushima aktuell: TEPCO zahlt Entschädigung an Hinterbliebene

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Artikelbild: Yen (Foto: pd)
TEPCO muss gleich in zwei Fällen Hinterbliebene entschädigen (Symbolfoto: pd)

Mit der Bereitschaft, bislang vom Unternehmen stets angefochtene Zahlungen zu leisten, zeigt sich der Betreiber des AKW Fukushima heute deutlich kooperativer als bislang. Doch damit erschöpfen sich die Fukushima News nicht. So geht es auch um Dekontamination und Neustarts im Spreadnews Japan-Ticker vom 10. Juli 2015.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • TEPCO gibt Widerstand gegen Suizid-Entschädigung auf
  • Brennelemente erfolgreich in Sendai-Reaktor umgelagert
  • Dekontamination des J-Village begonnen

TEPCO gibt Widerstand gegen Suizid-Entschädigung auf: Der Kraftwerksbetreiber TEPCO hat sich dazu entschlossen, nicht gegen das Urteil zur Entschädigung der Hinterbliebenen eines Suizidopfers vorzugehen.

Das Unternehmen teilte den Angehörigen von Kiichi Isozaki, der sich im Juli 2011 das Leben genommen hatte, gestern mit, man werde der Forderung entsprechen und die 27 Millionen Yen bezahlen.

Es ist das zweite Urteil, bei dem TEPCO die Fukushima-Katastrophe als ursächlich für den Suizid einer Person akzeptiert und damit die Verantwortung übernimmt.

Michitaka Kondo, Leiter des Entschädigungsbüros bei TEPCO erklärte, das Urteil sei angemessen und es bestehe keine Veranlassung, das Verfahren in die Länge zu ziehen.

Kondo wird am kommenden Montag die 66 Jahre alte Witwe in Nihonmatsu besuchen und ihr eine formelle Entschuldigung übermitteln.

Nach der Evakuierung aus Namie, welche die Familie erst nach Koriyama und dann nach Nihonmatsu führte, hatte sich die psychische Verfassung ihres Ehemanns verschlechtert.

Zunächst hatten sich Schlafprobleme und Appetitlosigkeit eingestellt, bevor er sich schließlich selbst das Leben nahm.

Das Gericht hatte in seinem Urteil einen kausalen Zusammenhang zwischen dem Gefühl des völligen Verlusts, der Depression und der Selbsttötung bestätigt.

Über die Entscheidung des Kraftwerksbetreibers TEPCO, das Urteil nicht anzufechten, berichtete die Mainichi Shimbun und Präfekturmedien.

Die erste Entscheidung des Unternehmens, einen Suizid als katastrophenbezogen anzuerkennen stammt vom Dezember 2012.

Brennelemente erfolgreich in Sendai-Reaktor umgelagert: Am heutigen Freitagmittag wurde der Transfer von Brennelementen in Reaktor 1 des AKW Sendai (Präf. Kagoshima) erfolgreich abgeschlossen.

Die am Dienstag begonnene Neubefüllung des Reaktors ist eine Voraussetzung für den vom Betreiber Kyushu Electric für August geplanten Neustart am 10. August.

An der Maßnahme waren etwa 50 Arbeiter rund um die Uhr beschäftigt. Nach der Fukushima-Katastrophe waren die Brennelemente aus Sicherheitsgründen in ein Nebengebäude ausgelagert worden.

Über den Abschluss der Arbeiten berichtete die Kyodo.

Dekontamination des J-Village begonnen: Wie das Umweltministerium mitteilte, sollen am kommenden Montag Dekontaminationsarbeiten an Einrichtungen des J-Village beginnen.

Bis kommenden März sollen wichtige Strukturen wie Außenwände und das Dach des Hauptgebäudes dekontaminiert sein.

Weitere Teile des J-Village mit Unterbringungsmöglichkeiten, das medizinische Notfallzentrum und Einrichtungen für Sporttraining bei schlechtem Wetter, sollen folgen.

Es ist geplant, die Sportstätte, die derzeit noch als Ausgangsbasis für die Kraftwerksarbeiter dient, für die Athleten der Olympischen Spiele 2020 in den Ursprungszustand zu versetzen.

Bereits 2018 sollen erste Einrichtungen wiedereröffnet werden. Das berichten Präfekturmedien. Im Januar war angekündigt worden, die Anlage des J-Village könnte früher als geplant wieder freigegeben werden.

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