Fukushima aktuell: TEPCO zahlte Millionen an Betrüger

Fukushima aktuell: TEPCO zahlte Millionen an Betrüger

909
0
TEILEN
Artikelbild - TEPCO-Zentrale, Hauptsitz in Tokyo (Foto: Yusuke Kawasaki cc-by)
TEPCO-Hauptsitz in Tokyo (Foto: Yusuke Kawasaki cc-by)

Der Ermittlungserfolg in einem schwerwiegenden Betrugsfall dürfte den Betreiber des AKW Fukushima heute besonders freuen. Weitere Fukushima News berichten von einer ungewöhnlichen Maßnahme bei der geplanten Freigabe einer Sperrgebiets-Gemeinde.

Diesbezügliche Einzelheiten beider Sachverhalte gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 19. Januar 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Millionenbetrug bei Entschädigungsforderungen
  • Aufhebung von Evakuierungsstatus für mehrere Gemeindeteile geplant
Millionenbetrug bei Entschädigungsforderungen

Die Polizei Koriyama nahm gestern erneut eine 65 Jahre alte Frau fest, die verdächtigt wird, in betrügerischer Weise die Entschädigungszahlungen des Kraftwerksbetreibers TEPCO eingefordert zu haben.

Die Frau war bereits zuvor einmal festgenommen worden. Sie wird verdächtigt, gemeinsam mit einem Mann Mitte 30, illegale Ansprüche an TEPCO gestellt zu haben, indem ein finanzieller Ausgleich für angebliche Einbußen aufgrund der AKW-Krise gefordert wurde.

Insgesamt habe man die Auszahlung einer Summe von 33 Millionen Yen verlangt. Der Mann hatte sein Geschäft jedoch erst nach dem Beginn der Katastrophe angemeldet und konnte daher keine Gewinneinbußen durch die Ereignisse vom März 2011 erlitten haben.

Somit war der Bezug der Summe illegal.

Die Polizei erhielt im November vergangenen Jahres ein Schreiben des AKW-Betreibers, in dem das Unternehmen den Betrugsverdacht äußerte. Daraufhin waren die Ermittlungen eingeleitet worden. Die Beschuldigte bestreitet die Tat.

Über den millionenschweren Betrugsverdacht berichteten Präfekturmedien.

Aufhebung von Evakuierungsstatus für mehrere Gemeindeteile geplant

Wie am gestrigen Mittwoch aus dem Zentrum zur Bewältigung von Atomkatastrophen bekannt wurde, sollen gemäß dem Drei-Zonen-Modell offenbar gleich zwei Gebieten der Gemeinde Namie gleichzeitig wieder freigegeben werden.

Demnach sollen die Evakuierungsanordnungen sowohl für Bereiche mit „eingeschränkter Bewohnbarkeit“ als auch für solche mit „baldiger Rückkehraussicht“ in der Nacht des 31. März offiziell verfallen.

Das dann freigegebene Gebiet entspricht etwa 20 Prozent der Gemeinde, so dass 15.365 Personen, oder 80 Prozent der einstigen Einwohner in ihren früheren Wohnort zurückkehren könnten.

Die Verwaltung wird am 1. April ihren Sitz wieder in das Rathaus von Namie verlegen, wobei bereits für März die Eröffnung des angrenzenden Krankenhaus geplant ist.

Nachdem bereits im Oktober vergangenen Jahres die ersten Einkaufsmöglichkeiten geschaffen wurden, sollen auch die Versorgung mit Elektrizität, Wasser und Gas, sowie das Abwassersystem so gut wie fertig sein.

Nach dem Treffen der ausgelagerten Verwaltungsbehörde in der Stadt Nihonmatsu, sollen im Februar Gespräche mit Evakuierten geführt und ein endgültiger Termin festgelegt werden. Über diese Pläne berichteten Präfekturmedien.

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT