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Fukushima aktuell: TEPCO-Zeitplan für Wasseraufbereitung gescheitert

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Artikelbild - Bedienung des ALPS-Filtersystems am 27. März 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Filtersysteme schaffen anfallende Abwässer nicht fristgerecht (Symbolfoto: TEPCO)

Wie der Betreiber des AKW Fukushima heute bekannt gab, kann das Unternehmen zuvor gemachte Versprechungen nicht einhalten. Hintergründe und weitere Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 23. Januar 2015.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Zeitplan für Wasseraufbereitung gescheitert
  • Buslinie durch Sperrgebiet geplant
  • Weitere Bergwasserverklappung durchgeführt
  • Ministerium drängt TEPCO nach Todesfällen zu Maßnahmen

Zeitplan für Wasseraufbereitung gescheitert: Wie Kraftwerksbetreiber TEPCO am heutigen Freitag mitteilte, wird das Unternehmen nicht dazu in der Lage sein, alle angefallenen radioaktiven Abwässer der Anlage bis zum geplanten Zeitpunkt zu filtern.

Das Scheitern des Zeitplans war bereits prognostiziert worden. Als Begründung nannte der Elektrizitätsanbieter die Verzögerungen und Ausfälle aufgrund von technischen Problemen an den Filteranlagen.

Das Unternehmen hatte im September 2013 angekündigt, bis Ende März 2015 das bislang in den Lagertanks angefallene Wasser ausreichend zu filtern und die Konzentration an radioaktivem Material drastisch senken zu können. Es handelte sich jedoch nicht um ein vertraglich vereinbartes Ziel.

Bei dem heutigen Treffen mit Takayuki Ueda, Verantwortlicher der Behörde für Rohstoffe und Energie, erklärte TEPCO-Präsident Hirose nun, man werde alle Anstrengungen unternehmen, um die Arbeiten so schnell wie möglich abzuschließen. Vermutlich sei spätestens Ende Mai mit einem Ergebnis zu rechnen, man arbeite einen neuen Zeitplan aus.

Der TEPCO-Präsident entschuldigte sich für das Unvermögen, die Zusage einzuhalten. Dem Unternehmen sei bewusst, dass die radioaktiven Abwässer von den Bewohnern der Präfektur als besondere Besorgnis empfunden werden.

Die Filterung der gelagerten Wassermassen würde unabhängig vom Zeitpunkt, die Sicherheit der Beschäftigten auf der Kraftwerksanlage erhöhen. Der Strahlungsanstieg an Lagertanks gefährdet die Gesundheit der Arbeiter.

Im August 2013 war das erste Großleck am AKW Fukushima aufgetreten, dabei gelangten etwa 300 Tonnen an kontaminiertem Wasser aus einem Lagertank. Das zweite Großleck am AKW Fukushima ereignete sich im Februar vergangenen Jahres. Damals traten etwa 100 Tonnen aus.

Das Ausmaß des ersten Großĺecks wurde später relativiert. Dennoch zeigen beide Ereignisse, sowie Berichte über grundsätzliche Probleme von Bolzentanks und die Verwendung gebrauchter Lagerbehälter die anhaltenden Risiken vor Ort.

Derzeit befinden sich etwa 280.000 Tonnen an kontaminiertem Wasser in den Lagerbehältern. Täglich fallen etwa weitere 350 Tonnen an. Über das Scheitern des Zeitplans berichteten mehrere Medien, darunter Kyodo und NHK.

Buslinie durch Sperrgebiet geplant: Das japanische Bahnunternehmen East Japan Railway Co. (JR East), wird Ende des Monats eine erste Busverbindung durch das Sperrgebiet anbieten.

Die seit den Tohoku-Katastrophen ungenutzte Strecke von 46 Kilometern, zwischen Naraha und Minamisoma, verläuft über 14 Kilometer durch ein Gebiet, in das nicht vor März 2017 zurückgekehrt werden kann.

Der zweimal täglich erfolgende Busverkehr ersetzt somit vorerst den Zugbetrieb. Bei einer Fahrgeschwindigkeit von 40 Kilometern pro Stunde, läge die Strahlungsbelastung im Verlauf der einstündigen Fahrt bei 1,2 Mikrosievert pro Stunde.

Über die aktuellen Pläne berichtete die Asahi Shimbun.

Weitere Bergwasserverklappung durchgeführt: Am heutigen Freitag leitete TEPCO weiteres Grundwasser aus den Bergen in den Pazifik.

Bei der Maßnahme, die zwischen 10:09 Uhr und 17:00 Uhr durchgeführt wurde, konnten 1.850 Tonnen verklappt werden. Nach Angaben von TEPCO  gab es dabei keinerlei Auffälligkeiten.

Ministerium drängt TEPCO nach Todesfällen zu Maßnahmen: Das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales (MHLW), drängt Kraftwerksbetreiber TEPCO zu besserem Arbeitsschutz.

Staatsministerin Kanae Yamamoto legte im Auftrag von Arbeitsminister Yasuhisa Shiozaki dem AKW-Betreiber einen Schreiben vor, in dem sicherere Arbeitsbedingungen gefordert werden.

Yamamoto rief das Unternehmen auf, die Informationen auch an Subunternehmen weiterzugeben und forderte von TEPCO-Chef Naomi Hirose bis zum 16. Februar ein Fortschrittsbericht.

Das Unternehmen war bereits zuvor in diesem Monat zur Durchsetzung strengerer Regeln gedrängt worden. Das berichtete die jiji.

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