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Fukushima aktuell: TEPCO zieht AKW-Souvenirs nach Protesten zurück

Kritik bewegt Betreiber des AKW Fukushima zum Stopp der Souvenir-Pläne

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Artikelbild - Offizielles Foto des AKW Fukushima Daiichi (Foto: Copyright by TEPCO)
TEPCO zieht Souvenir-Angebot am AKW Fukushima vorerst zurück (Foto: Copyright by TEPCO)

Wenig Freude dürfte der Betreiber des AKW Fukushima heute verspürt haben, denn sowohl im PR-Bereich, als auch meteorologisch, gibt es Krisen, die TEPCO in Japan aktuell beschäftigen. Einzelheiten der Fukushima News gibt es im Spreadnews Japan-Ticker vom 9. August 2018.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • TEPCO zieht AKW-Souvenirs nach Protesten zurück
  • Obstbauern und Fischer in Fukushima befürchten Taifunschäden
TEPCO zieht AKW-Souvenirs nach Protesten zurück

Anfang des Monats begann TEPCO als Betreiber des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi mit dem Verkauf von Souvenirs mit AKW-Bezug und erntete dafür bereits schwere Kritik (Spreadnews berichtete). Jetzt stellte das Unternehmen den Verkauf vorerst wieder ein.

Bei den Souvenirs handelt es sich um Ordner im DIN A4 Format, in dem Fotos den gegenwärtigen Zustand des AKW Fukushima dokumentieren und Arbeiter zeigen. Sie wurden in zwei Läden im Umkreis des Kraftwerkskomplexes verkauft.

Man habe diese Art des Andenkens ursprünglich auf Wunsch von Arbeitern gewählt, die an der Stilllegung des AKW Fukushima Daiichi beteiligt waren und  gerne ein Mitbringsel von ihrer Zeit auf dem Gelände der Kraftwerksanlage mitnehmen würden.

Durch diese Art des Souvenirs hoffte man zudem, künftigen Besuchern ein korrektes Bild der Situation vor Ort vermitteln zu können. Da die Fotoalben mit 300 JPY praktisch zum Selbstkostenpreis verkauft wurden, betont TEPCO, man habe keine Gewinnabsicht erfolgt.

Doch die Kritik, die insbesondere über das Internet, aber auch telefonisch auf das Unternehmen niederging, zwang TEPCO nun offenbar dazu, die umstrittene Aktion bis auf weiteres zu beenden.

Nach Angaben des AKW-Betreibers werde man diese Zwangspause nutzen um darüber nachzudenken, welche Reaktionen die Produkte hervorgerufen hatte. Viele Kritiker hatten mangelnde Sensibilität für die Gefühle der Evakuierten beklagt.

Es wird jedoch nicht ausgeschlossen, dass der Verkauf von Souvenirs zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgenommen werden könnte. Über die Entscheidung von TEPCO berichteten unter anderem Mainichi Shimbun und jiji.

Hintergründe

Schon in der Vergangenheit hatten Kritiker immer wieder den Vorwurf vorgebracht, TEPCO wolle das Kraftwerksgelände zu einer Art Vorbild für effektives Krisenmanagement stilisieren und so auch internationale Besucher beeindrucken.

Die Entfernung von Trümmern, die Abtragung von Erdschichten und die Betonierung des Bodens dienen nach Ansicht der Kritiker ebenso wie die Errichtung neuer Gebäude für Verwaltung, Unterbringung und Kantinen nicht allein der Logistik der Arbeiten vor Ort.

Vielmehr solle ein Bild geschaffen werden, dass die ungelösten Probleme vergessen lässt und in der Tat erwecken die Bereiche, in denen die Angestellten mit konventioneller Arbeitskleidung unterwegs sind, auch kein Gefühl von Krise oder Bedrohung.

Obstbauern und Fischer in Fukushima befürchten Taifunschäden

Während PR-Aktionen in der thailändischen Hauptstadt Bangkok die Menschen für die berühmten Pfirsiche der Präfektur Fukushima begeistern und zum Besuch der Obstregion einladen, fürchten die dortigen Pfirsichbauern um Schäden für ihre Ernte.

Während die bereits reifen Sorten eilig geerntet werden, rechnen die Verantwortlichen mit Verlusten für spätreifende Sorten, die durch den Taifun Shanshan in Mitleidenschaft gezogen werden könnten.

Doch auch die Fischer reagierten auf den 13. Taifun der Saison, der die Präfektur Fukushima heute erreichen soll und brachten ihre Boote in höher gelegene Gebiete. Zusätzlich wurden Sicherungsmaßnahmen an den Hafenanlagen der Präfektur durchgeführt.

Unterdessen haben die Städte Fukushima und Koriyama, sowie die Ortschaft Otama bereits mehrere Notunterkünfte für Evakuierungen bereit gestellt und für die Allgemeinheit geöffnet. Erste Bürger flüchteten sich bereits dorthin.

Über die Entwicklungen angesichts des Taifun berichteten Präfekturmedien.