Start Aktuelles Fukushima aktuell: Test deutet auf Effektivität des Eiswalls hin

Fukushima aktuell: Test deutet auf Effektivität des Eiswalls hin

AKW-Betreiber TEPCO präsentierte Medienvertretern das Experiment

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Artikelbild - AKW Fukushima: Beaufsichtigung der Eiswall-Entwicklung (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Beaufsichtigung der Eiswall-Entwicklung im Juli 2016 (Foto: TEPCO)

Mit einem Experiment in „Löwenzahn“-Manier sorgt der Betreiber des AKW Fukushima heute für Schlagzeilen. Es geht bei den aktuellen Fukushima News um eines der Prestige-Projekte von TEPCO – den Eiswall gegen die Entstehung kontaminierter Abwässer.

Einzelheiten und weitere Neuigkeiten gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 11. April 2018.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • TEPCO präsentiert Prüfung des Eiswalls der Presse
  • Sonderbesuch der Olympische Flamme in der Region Tohoku beschlossen
TEPCO präsentiert Prüfung des Eiswalls der Presse

Erstmals teilte die Behörde für Rohstoffe für Energie, die dem Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie untersteht, gegenüber der Presse mit, dass der so genannte „Eiswall“ am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi sichtbare Effekte zeige.

Im Rahmen eines Versuchs wurden auf der Südseite von Reaktor 4 zwei Gruben mit einer Tiefe von zwei Metern ausgehoben, von der sich eine innerhalb und die andere außerhalb des unterirdischen Eiswalls um die Reaktoren befand.

Im Fall der äußeren Grube sammelte sich dort umgehend Wasser an und der feuchte Boden war für die Medienvertreter klar sichtbar. Dagegen blieb das Erdreich der anderen Grube trocken und wies keine Wasseransammlung auf.

Dies zeigt, dass der äußere Zufluss von Grundwasser anscheinend effektiv verringert wird und keine ungehinderte Vermischung mit den radioaktiven Abwässern aus den Untergeschossen der Reaktorgebäude mehr zu bestehen scheint.

Nach Angaben von TEPCO existiert zwischen dem Pegelstand des Grundwassers innerhalb und außerhalb der Barriere ein Unterschied von vier Metern

Vertreter des Unternehmens zeigten sich zufrieden mit dem Ergebnis, da solch ein plastisches Beispiel auch der Bevölkerung sowohl das Prinzip, als auch die Wirksamkeit der getroffenen Maßnahme deutlich mache.

Über diese Präsentation vor Reportern berichteten Präfekturmedien.

Hintergrund

Bei dem so genannten Eiswall handelt es sich um einen 1,5 Kilometer langen Kühlkreislauf, der in einer Tiefe von 30 Metern um die Reaktorgebäude 1-4 verläuft und durch Zirkulation eines Kühlmittels den umgebenden Erdboden gefrieren lässt.

Hierdurch, sowie durch weitere Maßnahmen, wird der Zufluss von sauberem Grundwasser in den Bereich der Gebäude stark verringert, so dass deutlich weniger radioaktive Abwässer in Lagertanks auf dem Gelände gesichert und gefiltert werden müssen.

Sonderbesuch der Olympische Flamme in der Region Tohoku beschlossen

Die Organisatoren der Olympischen und Paralympischen Spiele 2020 verständigten sich am gestrigen Dienstag darauf, das olympische Feuer noch vor Beginn der Spiele durch die Gebiete reisen zu lassen, die von den Katastrophen 2011 betroffen waren.

Der Plan für den Fackelbesuch in der Region Tohoku war bereits in der vergangenen Woche bekannt geworden. Die Maßnahme soll die positive Entwicklung der Gebiete im Nordosten Japans zeigen, die im März 2011 von der Dreifachkatastrophe betroffen waren.

Die Vertreter der Regierung in Tokyo trafen sich mit Mitgliedern der Präfekturverwaltungen und genehmigten den Antrag des Organisationskomitees gestern schließlich. Über die Entscheidung berichtete unter anderem die NHK.